19. Januar 2021 / 20:26 Uhr

RB Leipzigs Nagelsmann wünscht Union viel Glück, nur nicht am Mittwoch

RB Leipzigs Nagelsmann wünscht Union viel Glück, nur nicht am Mittwoch

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - JANUARY 18: Julian Nagelsmann head coach of RB Leipzig looks on prior to during the Bundesliga match between RB Leipzig and 1. FC Union Berlin at Red Bull Arena on January 18, 2020 in Leipzig, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
Fast genau ein Jahr ist es her, dass Union Berlin zu Gast bei RB Leipzig war. RB-Trainer Julian Nagelsmann lobt die Entwicklung des letzten Gegners der Hinrunde. © 2020 Getty Images
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Oft fehlt ein Quäntchen Glück, um ein Fußballspiel zu gewinnen. RB Leipzig hat diese Erfahrung in den letzten Spielen schon gemacht. Das letzte Hinspiel der Saison 2020/21 ist erneut eines gegen einen Top-Gegner. RBL-Trainer Julian Nagelsmann wünscht Union Berlin alles Gute, nur nicht am Mittwoch.

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Leipzig. Es ist fast auf den Tag genau ein Jahr her, dass sich RB Leipzig und der 1. FC Union Berlin zuletzt gegenüberstanden. Damals ging die Partie an die Roten Bullen. Zum Abschluss der Hinrunde der aktuellen Bundesliga-Saison erwartet RBL die Eisernen (Mittwoch, 20.30 Uhr/Sky) nun erneut zum Heimspiel in der Red-Bull-Arena. „Für uns war es vergangene Saison sehr interessant, denn wir hatten sie als ersten Gegner. Von der Hin- zur Rückrunde war eine extreme Leistungssteigerung zu sehen“ zieht RB-Trainer Julian Nagelsmann den Hut vor der Leistung der Eisernen.

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Konkurrent um die Champions-League-Plätze

Zur Saison 2019/20 war Union aus der zweiten in die erste Bundesliga aufgestiegen und wusste im Premierenjahr zu überzeugen. Am Ende stand der 11. Tabellenplatz zu Buche. Mit dem Abstieg hatten die Köpenicker nichts zu tun. „Letztes Jahr haben sie schon gut gespielt und waren sehr stabil, was schlussendlich auch eine Überraschung war“, so Nagelsmann. Der 33-Jährige ist daher voll des Lobes für seinen Schweizer Kollegen auf der Berliner Bank: „Urs Fischer macht dort offensichtlich einen herausragenden Job. Und die Jungs haben ein sehr gutes Klima, die Stimmung passt, alle ziehen an einem Strang. Diese Saison haben sie noch einen Schritt mehr gemacht.“

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Ein Grund dafür: die Personalpolitik. Die Unioner haben sich in den vergangenen Jahren gezielt verstärkt, und zwar mit Spielern, um die sich laut Nagelsmann andere Vereine nicht unbedingt gerissen haben. „Und diese Spieler haben sie unglaublich gut entwickelt“, so der Bullen-Coach. „Sie sind verdient auf der Position, die sie gerade belegen.“ Was er dem Gegner zutraut, hänge von deren Konstanz ab, aber es sei schon „sehr, sehr viel“. „Ich wünsche ihnen grundsätzlich alles Beste, außer jetzt am Mittwoch."

Wie gut es für die Fischer-Elf aktuell läuft, zeigt sich beim Blick auf's Tableau. Vor dem Hinrundenfinale steht Union auf Platz fünf. Der würde am Saisonende zur Teilnahme an der Europa League berechtigen, so die Hauptstädter den Rang bis zum Saisonende halten können. Sind die Eisernen für RB auch ein Konkurrent um die Plätze für die Champions League? „Das zeigen immer die Ergebnisse und die Tabellensituation. Aktuell ist es so“, sagt der Leipziger Trainer. Dabei scheint das eigentlich in der Hauptstadt kein wirkliches Thema zu sein. Nagelsmann aber will lieber auf das Momentum und die aktuelle Situation schauen und sich nicht auf die Ansprüche des Gegners verlassen.

Konterstark und effektiv

An dem schätzt Nagelsmann vor allem die Disziplin. „Sie laufen am meisten in der Liga. Sie machen das vielleicht nicht mit einem maximalen Tempo, haben aber die geringsten Abstände zueinander. Sie sind in der Defensive also unglaublich kompakt. Aufgrund dieses engen Netzes gewinnen sie viele Bälle und sind unglaublich konterstark.“

Ein weiterer Pluspunkt der Eisernen: ihre Effektivität. Denn mit 32 Toren stehen sie direkt hinter den Bayern in der Bundesliga und das bei gerade mal 195 Torschüssen. Ihre Verwertungsquote liegt also bei mehr als 16 Prozent. RB hingegen steht zwar mit 238 Torschüssen auf dem vierten Platz im deutschen Oberhaus, hat aber bisher „nur“ 28 Mal getroffen. Das macht eine Quote von nicht ganz 12 Prozent. Union hat bisher in jedem Spiel der Hinrunde mindestens einmal getroffen. Die Leipziger blieben in zwei Partien (gegen Borussia Mönchengladbach und gegen den 1. FC Köln) ohne Torerfolg.