12. Januar 2022 / 06:40 Uhr

RB Leipzigs Nkunku schwärmt von Silva: "Nie daran gezweifelt, dass er ein Top-Stürmer ist"

RB Leipzigs Nkunku schwärmt von Silva: "Nie daran gezweifelt, dass er ein Top-Stürmer ist"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
André Silva und Kevin Kampl und Nkunku
RB Leipzigs Christopher Nkunku freut sich für André Silva über dessen aktuellen guten Leistungen. © 2022 Getty Images/Cathrin Mueller/Boris Streubel/Bildmontage
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Christopher Nkunku spielt bei RB aktuell die Saison seines Lebens und ist entsprechend in aller Munde. Der Unterschiedsspieler lobt André Silva und wird leider Gottes nicht ewig in Leipzig spielen.

Leipzig. Er ist zarte 24, in aller Munde, die Bückware im europäischen Fußball, kann alles am Ball, ist wendig wie ein Zitteraal, passt in Sachen Scorer-Punkte zur legendären Werbung für den VW-Käfer: Er trifft und trifft und trifft. Er legt vor und legt vor und legt vor.

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Unterschiedsspieler Christopher Nkunku in Zahlen: Der französische Rastelli hat RB vergleichsweise schmale 15 Millionen Euro gekostet, ist mittlerweile konservativ geschätzte 60 Millionen Euro wert, hat in 110 Pflichtspielen für die Roten Bullen satte 28 Tore erzielt und unglaubliche 42 vorgelegt. Eine von vielen Fragen, die sich um Nkunku ranken, geht so: Wer darf sich eigentlich den Top-Transfer ans Revers heften? Ralf Rangnick hatte Nkunku schon 2018 auf dem Radar, Heerscharen von RB-Scouts zum Spähen geschickt und Informationen gesammelt. Markus Krösche (RB-Sportdirektor von 2019 bis 2021) hat den Deal dann finalisiert – und in eine durchaus segensreiche Vertragsform ohne Ausstiegsszenario gegossen. Dazu gleich mehr.

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Nkunku stieß 2019 von Paris Saint-Germain zu RB, wurde unter Julian Nagelsmann unumschränkter Stammspieler, war "freischaffender Künstler" und einziger Gewinner der Ära Jesse Marsch, ist auch bei Domenico Tedesco der einzige Spieler, der nicht zu ersetzen ist. Jüngste Heldentat des erdverbundenen Jungvaters: Zwei Assists und ein Tor gegen Mainz 05. In lediglich 45 Minuten.


Teamgeist

Interviews mit Nkunku sind rar gesät, alsdann erfüllen die folgenden Statements den Tatbestand Goldstaub. Wie hat es sich denn so angefühlt gegen Mainz, Monsieur Nkunku? „Wir haben als Mannschaft stark gespielt, tolle Tore geschossen, sind gut ins Jahr gestartet. Aber das kann nur der Anfang sein. Wir müssen weiter hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen.“ Die Champions-League-Qualifikation sowie ein Titel in der Europa League und/oder im DFB-Pokal sollen her.

Wie wichtig ist ihm seine Scorer-Punkt-Gala? „Natürlich freue ich mich über jedes Tor, jede Vorlage. Aber noch wichtiger ist, dass wir Erfolg haben. Wir arbeiten gemeinsam daran, der Teamgeist ist sehr gut.“

Und was sagt der Hochbegabte über die Auferstehung des zuletzt in Serie treffenden Mittelstürmers André Silva? Nkunku: „Wir freuen uns alle für André, dass es jetzt besser für ihn läuft. Das hat man auch gegen Mainz gesehen. Er ist ein guter Junge, arbeitet jeden Tag sehr hart, hat sich die Tore einfach verdient. Wir haben nie daran gezweifelt, dass er ein Top-Stürmer ist.“

Keine Ausstiegsklausel

Über seinen Vertrag und seine Zukunft sagt Nkunku nichts. Fakt ist: Der Kontrakt läuft bis Sommer 2024 und beinhaltet (wie auch bei den Herren Dani Olmo und Josko Gvardiol) keine Ausstiegsklausel. Das klingt aus RB-Sicht gut und bedeutet, dass die Rasenballer das Heft des Handelns in den Händen halten. Jedenfalls fast. Klar ist, dass der Franzose selbst dann nicht durchs winterliche Transferfenster schlüpft, wenn Paris, Manchester City/United mit unmoralischen Angeboten vorstellig werden. Klar ist aber auch, dass die Nummer im Sommer anders aussehen und in einer Presseaussendung münden könnte, in der sich Nkunku für „drei tolle Jahre“ bedankt und mit Blick auf den neuen superreichen Superklub „vom nächsten Entwicklungsschritt in meiner Karriere“ spricht.

Womit wir bei Nkunkus sagenumwobenen Berater Pini Zahavi, 78, wären. Der israelische Geschäftsmann hat Neymar für 222 Millionen Euro nach Paris transferiert, fädelte den Weggang von David Alaba zu Real Madrid ein, berät Robert Lewandowski. Positiv für RB: Der Multimillionär ist nicht angewiesen auf weitere Millionen Euro aus einem eventuellen Nkunku-Verkauf. Weniger schön: Das wird den im Weltfußball bestens vernetzten Zahavi nicht davon abhalten, den jungen Franzosen dezent ins Schaufenster zu stellen.