01. Oktober 2021 / 15:02 Uhr

RB Leipzigs OFCs: Die RABASPOS Block 29 wehren sich gegen das "Quertreiber"-Image

RB Leipzigs OFCs: Die RABASPOS Block 29 wehren sich gegen das "Quertreiber"-Image

Erik Wilde
Leipziger Volkszeitung
Die RABASPOS fühlen sich wohl in der Red Bull Arena.
Die RABASPOS fühlen sich wohl in der Red Bull Arena. © Picture Point / Screenshot Facebook
Anzeige

Die Gründungsmitglieder der RABASPOS begleiten RB Leipzig, seit der Club 2009 erstmals die Fußball-Bühne betrat. Die Motivation, sich für den Verein zu begeistern, war bei allen recht unterschiedlich. Inzwischen ist ihr Fanclub ein OFC, der nicht zu stark wachsen will.

Leipzig. „Sieht ziemlich leer aus“, meint Sven Sieber und deutet ebenso wie Sascha Theile grinsend auf die abgeschlossene, dunkle Cottaria im Erdgeschoss des Trainingszentrums von RB Leipzig. Auch als wenig später Marcus Schoodt, der Vorstandsvorsitzende der 54 Mitglieder starken „RABASPOS“ hinzukommt, lässt sich nichts machen. So ist also eine der vielen Bänke unser Gesprächspunkt. „Wir hätten nicht unbedingt ein OFC werden müssen“ meint Schoodt mit Blick auf die Gründung des Fanclubs, der seit dem 21. November 2015 besteht.

Anzeige

"Irgendein rot-weißer Fußballclub"

Angefangen hat alles mit der Gründung von RB im Jahr 2009. Sven Sieber wollte Fußball sehen, ohne „Stress mit anderen“ haben zu müssen und erinnerte sich sogleich daran, dass die Vereinsbindung damit anfing, dass Ex-Spieler Nico Frommer auf einem Konsum-Sommerfest an der Festwiese Basecaps mit seinen Autogrammen darauf verteilte.

Mehr zu RB Leipzigs OFCs

Marcus Schoodt hingegen hatte eigentlich schon mit Fußball abgeschlossen. „Ich wollte nicht mehr in ein Stadion gehen, wo Typen Hakenkreuze aufbauen“, sagt er mit Blick auf Lok Leipzig, wo er vorher regelmäßig zu Besuch war. Seine Frau bekam mit, dass in der Stadt „irgendein rot-weißer Fußballclub“ neu aufgebaut wird und besorgte Mann und Sohn zwei Karten für ein Spiel. Widerwillig fuhr er dorthin, erlebte „Party, gute Laune und tollen Fußball“ und kam seitdem immer wieder. Sascha Theile hingegen war fußballerisch nicht vorbelastet.

Der Fanclub wolle exklusiv bleiben, ist die einhellige Meinung der drei. Bei mehreren hundert Mitgliedern wären gemeinsame Aktivitäten schwierig. Als Beispiel führt Schoodt einen Zwischenfall auf Schalke vor einigen Jahren an, als Mitglieder eines anderen, großen RB-Fanclubs angegriffen wurden: „Wir sind dann im Block zu Mitgliedern dieses Fanclubs gegangen und haben denen gesagt, dass ihre Mitglieder geschlagen worden sind. Die, die wir ansprachen, haben diese Fans nicht gekannt“. Bei den RABASPOS treffen sich die Fanclubmitglieder zum gemeinsamen Essen, Fußball ansehen, zu gemeinsamen Auswärtsfahrten und nach den Spielen häufig zum gemeinsamen Auswerten in den hiesigen Lokalen.

Auflösung? Mitnichten!

Doch nicht nur die gemeinsamen Aktivitäten treiben die Mitglieder um, sondern auch die Entwicklung im Fanblock. Vor allem die „Politisierung“ des Fußballs ist Marcus Schoodt ein Dorn im Auge. Das hat ihm und anderen Fanclubvorsitzenden von Seiten des Fanverbandes der Leipziger den Ruf als „Quertreiber“ eingebracht. „Wir sind keine Quertreiber, nur weil 53 Mitglieder nicht die gleiche Meinung wie dieser haben. Wir agieren nicht gegen den Fanverband.“, stellt er klar. Was ihn und andere verärgerte, war das eines Tages nach einem Bannerstreit gestreute Gerücht, dass sich die RABASPOS auflösen würden. „Das stimmt nicht.“, so die unmissverständliche Antwort von Sieber, Theile und Schoodt darauf.

Als letztes blieb die Frage: Was ist nun das Gute an RB? Sven Sieber sagte „Ich finde es geil, einen Verein mit Ambitionen hier zu haben“, während Sascha Theile meint, dass mit RB Viele einen Verein gefunden haben, die vorher keinen hatten. Ein treffendes Schlusswort.