23. April 2021 / 15:37 Uhr

RB Leipzigs OFCs: Elsteraue Bullen überbrücken die Pandemie mit einem Bau-Projekt

RB Leipzigs OFCs: Elsteraue Bullen überbrücken die Pandemie mit einem Bau-Projekt

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Elf Freunde müssen es sein: Am 26. Juni 2017 gründen Jens Wittenbecher und René Voigtmann mit neun weiteren Personen die Elsteraue Bullen.
Elf Freunde müssen es sein: Am 26. Juni 2017 gründen Jens Wittenbecher und René Voigtmann mit neun weiteren Personen die Elsteraue Bullen. © Elsteraue Bullen
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Der SPORTBUZZER stellt in einer Serie die Offiziellen Fanclubs von RB Leipzig vor. In der elften Folge erzählen Jens Wittenbecher und René Voigtmann, wie sie an ihr Vereinsheim gekommen sind und wie viel Arbeit nötig war, um es so zu gestalten, wie sie es haben wollten.

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Leipzig. Wie kommt man am besten durch eine Pandemie? Natürlich mit einem Großprojekt, dachten sich die Elsteraue Bullen und entschlossen sich, ihr Vereinsheim von Grund auf zu sanieren. „Wir sind sehr stolz, auf das, was wir hier geschaffen haben“, sagt der erste Vorsitzende Jens Wittenbecher. „Wir haben eine Anlaufstelle für unsere Mitglieder geschaffen, einen Ort, an den man hingeht und unter Gleichgesinnten ist“, erklärt René Voigtmann, zweiter Vorsitzender, den Sinn und Zweck des Vereinshauses.

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Aus Jugendclub wird Fanclub

Das ist für die Elsteraue Bullen „unglaublich wichtig“, so Voigtmann. „Wir können nicht zu jedem Auswärtsspiel fahren. Und wir wollten eine Plattform bieten, wo jeder hinkommen kann, um in Gemeinschaft die Spiele von RB Leipzig zu schauen.“ Beim Gebäude handelt es sich um einen ehemaligen Jugendclub in Pegau. Als dieser die Räumlichkeiten nicht mehr halten konnte, bewarb sich der Fanclub darum. „Wir hatten noch zwei Mitbewerber und standen bei der Stadt auch nicht an erster Stelle für das Vereinsheim“, erinnert sich der zweite Vorsitzende. Als es dann zum Vorstellungsgespräch im Stadtrat kam, konnten die Elsteraue Bullen dann aber mit ihrem Konzept überzeugen. Den Mietvertrag durften sie im Mai 2020 unterschreiben.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Bau des Vereinsheims

Während der Corona-Pandemie haben die Elsteraue Bullen ihr Vereinsheim auf Vordermann gebracht. Zur Galerie
Während der Corona-Pandemie haben die Elsteraue Bullen ihr Vereinsheim auf Vordermann gebracht. © Elsteraue Bullen

Seitdem hat sich viel getan. „Das Haus war komplett heruntergekommen. Wir mussten alles entkernen, unter der Decke war Asbest. So haben wir die Corona-Phase überstanden. Wir konnten nicht ins Stadion, wir konnten nicht gemeinsam Fußball schauen, haben aber gemeinsam das Vereinsheim saniert“, berichtet Voigtmann. Nach drei Monaten stand es bereits in voller Pracht da, mit dem Bullen-Motiv über der Eingangstür. „Im Mai haben wir es bekommen und zum Start der neuen Saison wollten wir loslegen“, sagt Wittenbecher. Zudem habe ihnen die Karten gespielt, dass die aktuelle Saison etwas später anfing. „Zum Bundesligastart haben wir eine kleine Eröffnungsfeier hier gemacht, bei der die Stadträte, der Bürgermeister, der Bauamtsleiter dabei waren“, berichtet Voigtmann. Alles blieb - natürlich - im überschaubaren Maß.



Passend zu dem Vorhaben: Bei den Elsteraue Bullen hat jedes Mitglied die Verpflichtung, 20 Arbeitsstunden im Jahr abzuleisten. Viele konnten ihr Pensum beim Umbau erbringen. „Wer das nicht schafft, hat die Chance, sie finanziell abzulösen“, erklärt Voigtmann, was ein kleines bisschen Geld in die Vereinskasse spülen könnte. Damit wollen die Elsteraue Bullen vermeiden, dass jemand nur dem Fanclub beitritt, um die Vorzüge eines OFCs zu genießen. „Wir haben auch Mitglieder, die noch keinen OFC-Mitgliedsstatus haben.“

Gründung im Juni 2017

Gegründet haben sie sich bereits im Juni 2017, erzählt Wittenbecher. Die Idee kam ihnen bei einer Zugfahrt aus Leipzig nach Pegau, nach einem Heimspiel der Roten Bullen. Zu ihm, seinem Sohn David Wittenbecher und René Voigtmann kamen noch weitere acht Gründungsmitglieder hinzu: „Elf Freunde müssen es sein“, erklärt Voigtmann und lacht dabei. „Ich war schon, seit RB Leipzig in der dritten Liga gespielt hat, ziemlich aktiv, was das Thema Fanclub-Szene angeht“, sagt Voigtmann, der selbst vorher in einem anderen Fanclub Mitglied war.

Dort wurde es ihm irgendwann zu groß und zu unfamiliär. „Man kann bei einer hohen Mitgliederanzahl oftmals keinen richtigen Draht zu den Leuten finden, keine richtigen Freundschaften aufbauen. Mit David Wittenbecher bin ich immer zusammen zum Fußballspiel gefahren. Als wir auf das Thema Fanclub zu sprechen gekommen sind, haben wir uns schnell darauf geeinigt, dass wir unseren eigenen gründen wollen.“ Am 26. Juni 2017 war es soweit. Offizieller Fanclub von RB Leipzig sind sie seit dem 25. März 2019.

Kleines Café geplant

Aus den ursprünglich elf Mitgliedern sind mittlerweile 59 geworden. Bei 100 soll Schluss sein. „Uns ist wichtig, dass wir miteinander Spaß haben können“, sagt Wittenbecher. „Und das packt man irgendwann nicht, wenn es über 100 Mitglieder sind, weil auch alle entsprechend betreut werden müssen.“ Mit dem Vereinsheim haben sie nun die nötige Infrastruktur, um das tun zu können. „Wir können jetzt wieder loslegen, aber aktuell kommen nicht viele, weil niemand so wirklich weiß, wo die Reise hingeht“, berichtet Voigtmann und meint damit die Ungewissheit, die die Pandemie mit sich bringt.

Weitere Teile der Serie

Die Pandemie hat derzeit nämlich noch ein weiteres Projekt auf Eis gelegt. Sobald es wieder möglich sein wird, wartet auf die Elsteraue Bullen eine gastronomische Herausforderung. Denn auf Wunsch der Stadt soll im Vereinsheim ein kleines Café oder eine kleine Imbissbude entstehen. „Es liegt direkt an der Elster und hier ist auch der Elsterradweg, der sehr belebt ist. Am Wochenende und an Feiertagen sollen wir ein Imbissangebot machen. Das müssen wir realisieren.“ Sie hoffen generell auf eine Besserung in der Corona-Krise, auch weil sie gerne in ihrem schicken Vereinsheim endlich mal zusammensitzen und Fußball schauen wollen, wenn sie schon nicht ins Stadion können. „Aktuell ist es ja leider noch nicht möglich. Das bereitet uns noch ein bisschen schlechte Laune."

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