07. Mai 2021 / 15:30 Uhr

RB Leipzigs OFCs: Fanclub REDVOLUTION wartet noch auf die Urkunde

RB Leipzigs OFCs: Fanclub REDVOLUTION wartet noch auf die Urkunde

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Aktuell ist nur das Banner von REDVOLUTION Leipzig im Stadion, die Mitglieder müssen von der heimischen Couch aus zusehen.
Aktuell ist nur das Banner von REDVOLUTION Leipzig im Stadion, die Mitglieder müssen von der heimischen Couch aus zusehen. © privat
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Der SPORTBUZZER stellt in einer Serie die Offiziellen Fanclubs von RB Leipzig vor. In der 13. Folge geht es um Redvolution, die in der Pandemie den Antrag auf den OFC-Status gestellt haben. Noch ist die übliche Frist von einem Jahr nicht abgelaufen, wann der Status aber aufgrund der aktuellen Lage verliehen wird, ist noch ungewiss. 

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Leipzig. Wenn im Block B der Red-Bull-Arena Fahnen geschwenkt werden, ist eine kaum zu übersehen. Denn REDVOLUTION Leipzig nennt eine extrem große ihr eigen, die auch international mitgeführt wird. „Was auf dem Spielfeld abläuft, kriege ich manchmal gar nicht mit, weil ich einfach nur an der Fahne hänge“, sagt Frank Müller, stellvertretender Vorsitzender des Fanclubs. „Ich habe meistens die größte Fahne und stelle mich entsprechend ganz oben hin und sehe meistens nichts“, gibt er lachend zu.

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„Hauptsache, ich kann die Mannschaft anfeuern“

Wirklich stört ihn das nicht. „Man bekommt ja anhand der Stimmung mit, was gerade passiert. Und zur Not gibt es einen Bildschirm, an dem die guten Szenen nochmal gezeigt werden. Hauptsache, ich bin dabei und kann die Mannschaft anfeuern.“ Zudem habe Müller ein „lautes Organ“, wie er selbst sagt, und motiviere auch die Menschen, die um ihn herum stehen, mitzumachen.

Mehr aus der Serie

REDVOLUTION Leipzig ist ein relativ junger Fanclub. Vor dessen Gründung waren die meisten Mitglieder bereits anderswo organisiert. „Die Idee, einen eigenen zu gründen, entstand daraus, dass sich unser damaliger Fanclub in eine andere Richtung entwickelte, als wir uns vorgestellt hatten“, erzählt Zygmunt Wierzbowski, Medienbeauftragter von Redvolution. „Wir waren ziemlich aktiv“, sagt die Vorsitzende Nicole Tschirner. Deshalb verspürten die Anhänger irgendwann das Bedürfnis, einen eigenen Fanclub zu gründen. Aktiv sind sie geblieben, aber eben auf ihre eigene Weise.



OFC-Status könnte sich hinauszögern

Am 14. Oktober 2018 war es soweit: Sieben Freunde schlossen sich zusammen und riefen die rote RB-Revolution „Redvolution“ aus. Im vergangenen Jahr, als die Pandemie schon in vollem Gange war, stellten die Verantwortlichen den Antrag auf den Status eines „Official Fanclub“. Wann über diesen entschieden wird, ist unklar, denn in der Corona-Krise läuft alles etwas schleppend. „Aktuell kann man ja nichts machen“, bedauert Tschirner. Darunter fallen auch Spendenaktionen, die der Fanclub angedacht hatte.

Zwar habe sie bereits einen Plan, wie es nach der Pandemie in Sachen soziales Engagement und Aktivitäten in der Fanszene weitergehen könnte, will aber noch keine Details verraten, weil alles noch so ungewiss sei", so Tschirner. „Wir warten erst einmal die übliche Frist von einem Jahr nach Antragstellung ab. Aber wir wissen ja, wie schwierig die Saison ist. Da könnte sich die Ernennung zum OFC auch darüber hinaus verzögern. Deshalb machen wir da keinen Druck. Wir freuen uns einfach drauf, wenn es dazu kommt. Wann das sein wird, ist nicht so ausschlaggebend.“

Redvolution macht Stimmung

An einer Charity-Auktion habe sie persönlich sich aber bereits beteiligt: Denn Nicole Tschirner hat drei der Einlauf-Jacken aus dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln ersteigert. „Ich habe lange dafür gespart. Und die Summe, die ich mir angespart habe, hat auch fast gereicht.“ Der ausgegebene Betrag sei nicht von Bedeutung für sie, denn den Erlös aus der Versteigerung spendete RB Leipzig an das Kinderhospiz Bärenherz.

Redvolution-Vorsitzende Nicole Tschirner hat drei Einlauf-Jacken ersteigert.
Redvolution-Vorsitzende Nicole Tschirner hat drei Einlauf-Jacken ersteigert. © privat

In ihrem ganz eigenen Fanclub haben die Anhänger das gefunden, was sie anderswo vermisst hatten: Zusammenhalt. „Wir sind ganz oft auswärts unterwegs“, so Frank Müller, stellvertretender Vorsitzender. „Wir wollten dann auch in unserem Stadion hier zusammen sein. Und vor allem wollten wir im B-Block stehen, weil es uns eben Spaß macht, Stimmung zu machen.“ Also Fahne schwenken, Lieder mitsingen und den Fußball nicht nur sehen sondern erleben.

Bei REDVOLUTION sind auch die Kinder Mitglieder

Das alles entfällt in der Pandemie, die Stimmungsmacher müssen auf der heimischen mitfiebern. Die Redvolution-Mitglieder bleiben auch außerhalb des Stadions und in sehr familiärer Atmosphäre absolut fußballbegeistert. „Wir verfolgen weiterhin jedes Spiel im Fernsehen“, so Müller. Und zwar mit allen Familienmitgliedern. „Bei uns sind auch unsere Kinder vollwertige Fanclub-Mitglieder“, erklärt Tschirner, deren Tochter Joelle genauso mit den Roten Bullen mitfiebert wie ihre Mutter. „Für sie ist das nichts Neues, sie ist ja schon seit Jahren mit uns im Stadion. Das ist für sie Alltag.“

Die Kinder sind unter Normalbedingungen fast immer dabei, ob nun in der heimischen Red-Bull-Arena oder auswärts deutschlandweit. Zunächst seien sie nur auf kürzeren Strecken mitgefahren, mittlerweile sei das aber auch anders. „Am weitesten ist meine Tochter innerhalb Deutschlands nach Freiburg mitgereist. Das waren zehn Stunden Fahrt“, erinnert sich die Vorsitzende. „Außerdem war sie vergangene Saison mit mir zusammen in London beim Champions-League-Spiel von RB Leipzig bei Tottenham.“

„Wir freuen uns auf Jesse Marsch“

Das Geschehen um ihren Lieblingsverein kommentieren die Redvolution-Mitglieder trotz Pandemie aktiv, zwar nur noch in ihrer WhatsApp-Gruppe, aber auf jeden Fall rege. In den vergangenen Tagen, als sich die Ereignisse bei RB Leipzig rund um Trainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Markus Krösche überschlugen, ging auch der Austausch dort ab wie eine Rakete. „Wir freuen uns schon, dass Jesse Marsch wiederkommt“, gibt Tschirner zu. Zygmunt Wierzbowski vergleicht ihn von der Art mit Ex-RB-Trainer Alexander Zorniger.

Für große Aufregung habe auch das Pokal-Halbfinale gegen den SV Werder Bremen (2:1) gesorgt. „Wir haben uns total gefreut, dass wir wieder im Finale stehen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Müller. Bei der nervenaufreibenden Partie habe niemand mehr daran geglaubt, dass Emil Forsberg kurz vor Abpfiff noch den Sieg klar machen würde, gibt Tschiner zu. „Im Vorfeld geben wir ja in unserer Gruppe unsere jeweiligen Tipps ab. Ich hatte zwar auf einen Sieg gesetzt, aber erst nach Elfmeterschießen. Ich habe mich aber nicht auf eine Zahl festgelegt“, so Müller. Für den Sieger des Fanclub-internen Tippspiels gebe es zwar noch keine Siegerprämie, aber auch das sei für die kommende Saison in Planung.

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