26. März 2021 / 14:20 Uhr

RB Leipzigs OFCs: Freundeskreis RBL ist klein und will das auch bleiben

RB Leipzigs OFCs: Freundeskreis RBL ist klein und will das auch bleiben

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Mit Unterstützung von RB Leipzig: Der Freundeskreis hat bei einer Versteigerung Geld für das Kinderhospiz Bärenherz gesammelt. 
Mit Unterstützung von RB Leipzig: Der Freundeskreis hat bei einer Versteigerung Geld für das Kinderhospiz Bärenherz gesammelt.  © privat
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Der SPORTBUZZER stellt in einer Serie die Offiziellen Fanclubs von RB Leipzig vor. In der achten Folge erzählt Bianka Barth, erste Vorsitzende vom Freundeskreis RBL, wie sich der Fanclub an wohltätigen Aktionen beteiligt und wie sehr sie das Gefühl von Gemeinschaft vermissen.

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Leipzig. Sie sind jung, sie sind klein und wollen es auch bleiben: Der Freundeskreis RBL wurde am 10. August 2018 gegründet. Acht Gründungsmitglieder riefen ihn ins Leben. Bereits bei der Gründung wird verankert: Wir wollen maximal 25 Personen im Fanclub aufnehmen. Dieser Grenze sind sie inzwischen ziemlich nahe gekommen: 18 Mitglieder zählt der Freundeskreis. Unter ihnen auch die erste Vorsitzende Bianka Barth.

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Der Freundeskreis setzt sich für Inklusion ein. „Diese Ausrichtung hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Jetzt ist es aber zum festen Teil des Vereinslebens geworden“, erklärt Barth. Sie selbst und vier weitere Mitglieder sind ehrenamtlich in der Behindertenfanbetreuung von RB aktiv. Deshalb ist Zweck des Vereins nicht nur die Unterstützung der Roten Bullen auf dem Rasen. Soziales Engagement wird sehr groß geschrieben. Die Förderung der Inklusion von Menschen mit Handicap in der Gesellschaft gehört dazu. „Wir organisieren Treffen, machen gemeinsame Fahrten zu Auswärtsspielen und führen regelmäßig soziale Aktionen durch.“

Eine davon war eine Spendenaktion für das Kinderhospiz Bärenherz. Bei der Versteigerung von diversen RB-Devotionalien konnte der Freundeskreis mit freundlicher Unterstützung von Stadionsprecher Tim Thoelke und Maskottchen Bulli 2.968 Euro sammeln. „Die verschiedenen Artikel haben wir teilweise von RB bekommen, haben auch sehr viel selbst gesammelt.“ Die Versteigerung eines zur Verfügung gestellten Trikots brachte 345 Euro für den Straßenkinder Leipzig e.V. Auch an weiteren Charity-Aktionen beteiligt sich das kleine Team.



OFC-Urkunde: Überraschung beim Stammtisch

Am 24. Juni 2020 war es soweit: Der Freundeskreis wurde zum offiziellen Fanclub von RB Leipzig ernannt. Leider mitten in der Pandemie, weshalb die Verleihung der Urkunde nur in kleiner Runde stattfinden konnte. Lediglich zwei Vorstandsmitglieder und zwei Fanbeauftragte von RB waren anwesend. Umso größer ist war dann die Überraschung für die restlichen Mitglieder beim darauf folgenden Stammtisch.

Barth erinnert sich an die Situation: „Auch damals waren nicht alle anwesend, weil eigentlich nie alle Mitglieder die Möglichkeit haben, sich zeitgleich zu treffen. Wir saßen bei einem der Auswärtsspiele, die wir uns im Fernsehen angeschaut haben, zusammen. Wir haben dann mehr oder weniger beiläufig erwähnt, dass wir noch etwas für die Mitglieder haben. Dann haben wir die Urkunde und das Trikot rausgeholt und anschließend mit den Anwesenden jeweils ein Bild gemacht. Die Fotos von den Mitgliedern, die an diesem Tag nicht beim Stammtisch anwesend waren, haben wir bei nächster Gelegenheit nachgeholt.“

Highlights: London und Pokal-Finale in Berlin

Es war nicht das einzige Highlight, dass der Freundeskreis in seiner vergleichsweise kurzen Geschichte erlebt hat. „Wir sind als Fanclub tatsächlich häufig auswärts unterwegs gewesen. Mit einigen Mitgliedern waren wir auch vergangenes Jahr im Februar zum Champions-League-Achtelfinale bei Tottenham. Wir sind mit dem Bus hingefahren. Eine internationale Fahrt mit den Mitgliedern ist ein Erlebnis, das ich nicht vergessen werde. Außerdem haben wir es geschafft, mit einigen das DFB-Pokalfinale in Berlin zu erleben. Damals war es nicht so einfach, an die Karten zu kommen. Auch das war unglaublich, auch wenn wir verloren haben“, erinnert sich die erste Vorsitzende an die besonderen Momente vor der Pandemie.

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Seit März 2020 ist nicht mehr viel im Fußball möglich und auch der Freundeskreis leidet unter den Beschränkungen. „Wir wären alle froh, wenn wir wieder ins Stadion gehen könnten“, sagt Barth. „Aber das ist momentan wieder vertagt. Vor allem haben sich alle gefreut, als es hieß, dass das Spiel gegen die Bayern eventuell vor Fans stattfinden kann. Einige Tage darauf platzte der Traum aber wieder.“ Dennoch mache man als Fan viel mit. „Wir wären trotzdem froh, wenn wieder ein bisschen Normalität einkehrt. Einfach mal wieder das Gefühl haben: Wochenende, Spiel steht an, man trifft sich gegebenenfalls. Aber das haben wir leider nicht.“

Bayern-Spiel als Oster-Highlight

Denn es fehlt nicht nur die Stimmung im Stadion. „Der Kontakt zu den anderen Mitgliedern, das Gefühl der Gemeinschaft in der Gruppe werden sehr vermisst“, bedauert Barth. Der Spaß am Spiel sei noch vorhanden. „Wir tauschen uns immer noch in einer WhatsApp-Gruppe aus. Vor allem wenn Spiele sind, wird dazu immer geschrieben. Eine Abkehr von der Sportart habe ich bei keinem unserer Mitglieder bemerkt. Aber ich verstehe, wenn für den einen oder den anderen der Fußball in die Ferne gerückt ist.“

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Die Geisterspiele erleben die Fans nämlich auch vor dem Fernseher ganz anders. „Plötzlich musste man sich daran gewöhnen, dass man die Spieler und den Trainer hört. Das kriegt man bei einem vollen Stadion ja eigentlich überhaupt nicht mit. Aber mittlerweile ist das zur Normalität geworden, weil es bereits schon so lange dauert.“ Dennoch freut sich der Freundeskreis, dass Spiele überhaupt stattfinden. „Wir wären alle sehr traurig gewesen, wenn das Bayern-Spiel komplett abgesagt worden wäre. Denn gerade über Ostern ist so ein kleines Highlight – auch wenn es nur im Fernsehen ist – sehr schön.“

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