12. März 2021 / 15:33 Uhr

RB Leipzigs OFCs: Rolling Bulls Lipsia vermissen es, auf Achse zu sein

RB Leipzigs OFCs: Rolling Bulls Lipsia vermissen es, auf Achse zu sein

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Die Rolling Bulls Lipsia verstehen sich als Auswärtsfahrer-Fanclub. 
Die Rolling Bulls Lipsia verstehen sich als Auswärtsfahrer-Fanclub.  © privat
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Der SPORTBUZZER stellt in einer Serie die Offiziellen Fanclubs von RB Leipzig vor. In der sechsten Folge erzählen die Rolling Bulls Lipsia, warum sie einen Bullen im Bus als Logo haben und dass sie eigentlich eine große Familie sind.

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Leipzig. Seit dem 5. Dezember 2018 sind die Rolling Bulls Lipsia Offizieller Fanclub von RB Leipzig. In ihrer Geschichte nannten sie sich aber nicht immer so. Vor ihrer Zeit als Fanclub haben sich einige der Gründungsmitglieder von verschiedenen Auswärtsfahrten zu Spielen von RB Leipzig bereits gekannt. „Wir sind im gleichen Bus zu den Spielen gefahren. Einige von uns waren schon in verschiedenen Fanclubs, aber manche auch nicht. Aus einem Scherz heraus haben wir irgendwann angefangen uns ‚Reisegruppe Hässlich‛ zu nennen, weil wir immer wieder die selben Leute waren“, erzählt Thomas Brauer, eines der Gründungsmitglieder der Rolling Bulls. „Irgendwann hatten wir dann die Idee, selbst einen Fanclub zu gründen, weil wir uns so gut verstanden haben.“

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"Ordentliches Stück Arbeit"

Die Zeit im Bus nutzten die Gründungsmitglieder und überlegten sich, wie sie das am besten anstellen wollen. „Wir haben uns erkundigt, welche Voraussetzungen wir erfüllen müssen.“ Und am 16.09.2017 war es dann soweit: Zehn auswärtsbegeisterte RB-Fans gründen die Rolling Bulls Lipsia und legen den alten Scherz-Namen ab. Aber der Reisegruppen-Charakter ist geblieben. Denn sie verstehen sich als Auswärtsfahrer-Fanclub. Und genau deshalb haben sie einen Bullen im Bus als Logo.

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Der Vorstand, bestehend aus Jört Otto-Hartling (Vorsitzender), Marko Kabitzsch (stellvertretender Voristzender) und Katrin Buhl (Finanzen) ist dafür zuständig, die Busfahrten zu organisieren. „Das ist ein ordentliches Stück Arbeit“, erzählt Otto-Hartling. „Zusammen mit den Horndrehern und der Chaostruppe organisieren wir die Busse. Ich kann mich noch an das Pokalfinale in Berlin erinnern: Wir waren mit fünf Bussen unterwegs.“



Niemand ist ausgetreten

In Zeiten der Pandemie ist ein Besuch in den Stadien der Bundesliga- und Pokal-Gegner von RB Leipzig deutschlandweit nicht möglich gewesen, ganz zu schweigen von den Gastspielen im europäischen Wettbewerb. Den Rolling Bulls, die sich über die Auswärtsfahrten identifizieren, fehlt damit das Grundlegende. „Von einer Skala von 1 bis 10 ist es etwa 100“, bedauert Mitgründer Thomas Brauer.

„Zu den Auswärtsspielen zu fahren ist unser Ding, unser Anspruch, daran haben wir Spaß. Und wenn wir das nicht können, tut es uns weh“, erklärt Marko Kabitzsch betrübt. Glücklicherweise habe aber niemand von den Rolling Bulls „den Kopf in den Sand gesteckt“ und sei aus dem Fanclub ausgetreten. „Alle bleiben im Moment in den Startlöchern und warten sehnsüchtig darauf, dass es endlich wieder losgehen kann.“

„Wir sind eine Familie“

Jörg Otto-Hartling erinnert sich an die letzte Versammlung des Fanclubs. „Am 11. Januar 2020 haben wir eine Jahresauftaktfeier gemacht, die richtig genial war. Damals hat kein Mensch daran gedacht, dass wir uns als Fanclub dort zum letzten Mal sehen würden. Das hat uns, wie auch jeden anderen Menschen, über Nacht eingeholt.“

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Über die Kommunikation in der WhatsApp-Gruppe des Fanclubs habe er gemerkt, dass die Pandemie durchaus auch psychische Folgen für einige Mitglieder nach sich zieht. „Deshalb versuchen wir uns auch untereinander auszuhelfen, wenn jemandem die Decke auf den Kopf fällt oder alleine ist.“ In diesem Zusammenhang betont Marko Kabitzsch: „Wir kennen uns alle, wir sind eine Familie.“

Die Rolling Bulls sind keine enorm große Gemeinschaft. „Wir haben von vornherein gesagt, dass wir den Fanclub familiär halten möchten. Wir wollten nie ein Fanclub mit 300 oder gar 400 oder mehr Mitgliedern werden. Untereinander sollen sich alle gut kennen“, sagt Thomas Brauer. Aktuell zählen sie rund 75 Mitglieder.

Faible für Auswärtsfahrten als Bedingung

Um den familiären Charakter zu erhalten wollen sie maximal 100 Mitglieder aufnehmen. Dennoch: „Wir haben noch Luft nach oben“, so der stellvertretende Vorsitzende Kabitzsch. „Neumitglieder kommen meistens über schon bestehende Fanclub-Mitglieder hinzu, weil jemand jemanden kennt, der jemanden kennt und so weiter“, sagt Vorsitzender Otto-Hartling.

Zwar sind sie auch in der heimischen Red Bull Arena immer bei den Spielen dabei, aber die Begeisterung für die Spiele in der Fremde sehen sie schon als eine der wesentlichen Bedingungen für eine Mitgliedschaft. „Wir legen wert darauf, dass wir alle ins Stadion gehen können. Aber wir freuen uns noch mehr auf die Auswärtsfahrten, also unterwegs zu sein, die Mannschaft zu begleiten und dort mit ihnen zu feiern“, erklärt Marko Kabitzsch weiter. Beim Eintritt muss sich also jedes neue Mitglied im Voraus Gedanken darüber machen, wie sie welche Auswärtspartien mitmachen können.