14. Mai 2021 / 15:01 Uhr

RB Leipzigs OFCs: Überall ist einer von den ReBellen LE mit dabei

RB Leipzigs OFCs: Überall ist einer von den ReBellen LE mit dabei

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
2019 feierten die ReBellen LE ihr fünfjähriges Bestehen.
2019 feierten die ReBellen LE ihr fünfjähriges Bestehen. © privat
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Der SPORTBUZZER stellt in einer Serie die Offiziellen Fanclubs von RB Leipzig vor. In der 14. Folge spricht Katja Herfurth von den ReBellen LE über die Arbeit mit jugendlichen Fans und die Beteiligung an Fanaktionen.

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Leipzig. Irgendwann am 1. Mai 2014 fanden sich sieben Personen zusammen und entwickelten aus einer Laune heraus die Idee, einen Fanclub zu gründen. So einfach kann es sein, erinnert sich Katja Herfurth, Vorstandsmitglied der ReBellen LE. „Wir sind nach unserer Gründung langsam, aber doch Stück für Stück gewachsen. Mittlerweile haben wir 150 Mitglieder, aus allen Altersgruppen, Menschen jeglicher Couleur – wir bilden eigentlich einmal die gesamte Gesellschaft unter 150 Menschen ab.“

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150 Namen im Kopf

„Wir sind ein bunter Haufen. Da bleibt es nicht aus, dass gezankt wird. Aber es sind eben auch sehr viele Freundschaften entstanden.“ Die Mitglieder sind nicht nur in der Art verschieden, sondern sind auch im gesamten mitteldeutschen Raum zu Hause. „Sie kommen aus Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Sachsen, wohnen entweder in Leipzig oder im Speckgürtel drumherum.“ Daher könne man sich nicht unbedingt jeden Tag sehen. „Und gerade jetzt ist es sehr schwierig, weil wir eben so weit gefächert sind. Außerdem hat jeder seine ganz eigenen Probleme.“

Mehr aus der Serie

Herfurth selbst ist von der ersten Stunde an dabei: „Als wir uns gegründet haben, wurde die mit der größten Klappe zum Vorstand gewählt“, gibt sie lachend zu. „Es muss eben jemand auch mal etwas sagen. Und ich sage gerne viel und ich streite auch gerne und stehe für Dinge ein.“ Vorstand ist sie heute noch, zusammen mit mal vier, mal sechs weiteren Personen, abhängig von der aktuellen Lage. Doch nicht nur, weil sie gerne streitet, sondern eben weil sie sich ihren Mitgliedern widmet. „Ich kenne die Namen aller unserer Mitglieder. Darüber wundern sich alle.“



Alle zwei Jahre wird eine Bilanz gezogen

Ihr ist wichtig, dass sich alle 150 aktiv ins Vereins-Leben einbringen. „Es gibt viele Fanclubs, bei denen die Mitglieder vorrangig auf die Vergünstigungen aus sind, die mit dem OFC-Status kommen. Das geht bei uns nicht. Wir erheben einen Mitgliedsbeitrag, der in etwa der Summe entspricht, die ein OFC-Mitglied für die Dauerkarte einspart“, erklärt Herfurth. „Die Mitglieder müssen Lust haben und aktiv sein. Alle zwei Jahre schauen wir auf die Bilanz aller, denn wir wollen gerne, dass sich alle beteiligen.“

Den ReBellen liegt ein Thema ganz besonders am Herzen und das ist die Arbeit mit den jugendlichen Fans. „Wir haben schon immer unsere Kinder zum Fußball mitgebracht und sie ins Vereinsleben integriert“, so Herfurth. Ihre eigene Tochter sei seit ihrem zehnten Lebensjahr dabei, mittlerweile ist sie 16 Jahre alt. „Sie hat nun nicht mehr so den Drang, mit uns im Stadion zu stehen“, sagt die Mutter.

Jugendliche stärker binden

Insbesondere bei dieser Altersgruppe – zwischen 14 und 18 Jahren – bestehe Nachholbedarf, sagt Herfurth. „Meine Tochter will eben auch mit ihren Leuten zum Fußball gehen. Die muss man aber auch irgendwie begeistern und halten können. Bis zum 14. Lebensjahr gibt es Bullis Bande. Danach werden erst Fans ab dem 18. Lebensjahr wirklich ernst genommen. Die dazwischen, die in der Pubertät sind und bei denen keiner eigentlich weiß, was er will, müsste man festhalten.“ Auf diese Altersgruppe gehe niemand zu, sagt sie.

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Herfurth engagiert sich nicht nur in ihrem eigenen Fanclub für das Thema, sondern auch im Fanverband Leipzig. Mit der Jugendarbeit dort beschäftigt sie sich zusammen mit dem Vorsitzenden des Beirates, Holger Miersch, seit gut zwei Jahren. „Im März 2020, bevor die Pandemie begann, haben wir zum letzten Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg einen Bus für die Jugendlichen organisiert. Ich bin damals als Begleitperson mitgefahren. Das Fanprojekt war auch mit dabei. Schließlich waren das minderjährige Personen. Sie brauchten eine Einverständniserklärung von ihren Eltern. Diese jungen Leute waren das erste Mal alleine unterwegs. Die Eltern mussten im Auto neben dem Bus herfahren“, erinnert sich Herfurth.

ReBellen sind immer dabei

Auf der Busfahrt gab es für die jungen Anhänger dann Würstchen und Salat. „Das war für die ein ganz besonderes Erlebnis“, so Herfurth. Die Pandemie habe dem Projekt, das mit eben dieser Fahrt starten sollte, einen Dämpfer verpasst. In den nun mehr als 14 Monaten konnte das Unterfangen nicht ausgeweitet werden. Herfurth bedauert vor allem, dass vom Verein selbst nicht viel kommt. „Die Fanbetreuung hat nicht so viele Ideen hervorgebracht, was sich da machen ließe. Aber wir müssen trotzdem daran weiterarbeiten.“

Doch nicht nur da sind die ReBellen aktiv. „Wenn der OFC-Weihnachtsmarkt stattfand, hat immer mindestens einer von uns dort mitgearbeitet.“ Die Mitglieder seien immer gerne bei den verschiedensten Aktionen dabei, wenn Hilfe benötigt wird. „Wir haben mal ein Kinderheim unterstützt, haben ein Laufrad und ein Trampolin geholt und Hochbeete angepflanzt. Mindestens einmal im Jahr versuchen wir, ein soziales Projekt zu unterstützen“, sagt Herfurth. Das müssen dann auch nicht die Aktionen sein, die RB Leipzig selbst unterstützt. Herfurth ist irgendwie immer an allem beteiligt. „Vielleicht ist es ja gerade das, was die anderen mitzieht, wenn ich mit gutem Beispiel vorangehe. Aber es sind eben immer ReBellen dabei.“