02. April 2021 / 15:41 Uhr

RB Leipzigs OFCs: Wie die Mega-Bullen zu ihrem Namen kamen

RB Leipzigs OFCs: Wie die Mega-Bullen zu ihrem Namen kamen

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Die Stammkneipe der Mega-Bullen, die Mega Bar in der Gohliser Straße, ist derzeit geschlossen. Aber sie war bei der Fanclub-Gründung maßgeblich an der Namensgebung beteiligt. 
Die Stammkneipe der Mega-Bullen, die Mega Bar in der Gohliser Straße, ist derzeit geschlossen. Aber sie war bei der Fanclub-Gründung maßgeblich an der Namensgebung beteiligt.  © Dirk Knofe
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Der SPORTBUZZER stellt in einer Serie die Offiziellen Fanclubs von RB Leipzig vor. In der neunten Folge erzählen Alexander Götze und Susanne Odenthal von den Mega-Bullen, wie schwierig der Namensfindungsprozess für einen Fanclub ist und was sie sich in der Pandemie so einfallen lassen.

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Leipzig. Um einen Verein zu gründen, braucht man mindestens sieben Personen. „Wir waren neun“, sagt Alexander Götze, erster Vorsitzender der Mega-Bullen. „Gegründet haben wir uns am 22. Januar 2017. Wir haben den Gedanken etwa ein halbes Jahr in einem bestimmten Gründungskreis entwickelt, um aus einer fixen Idee den Fanclub ins Leben zu rufen“, erzählt er. Ganz ursprünglich ist diese fixe Idee nämlich aus einer WhatsApp-Gruppe heraus entstanden, die dazu diente, sich im B-Sektor vor dem Spiel zu organisieren, sodass man auf ähnliche Plätze kommt. „Diese Leute haben sich auch privat außerhalb des Stadions getroffen, haben auch mal Fußball in der Kneipe geschaut."

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Komplizierte Formalitäten

Susanne Odenthal ist für die Medienarbeit bei den Mega-Bullen zuständig. „Ganz viele unserer Mitglieder sind von Beginn an dabei und nicht erst seitdem RB im Zentralstadion spielt“, sagt sie. Auch Götze bestätigt: „Wir haben überlegt, dass es endlich mal sein muss, dass wir uns organisieren. Wir sind schon jahrelang RB-Fans, teilweise seit der fünften Liga und waren auch im Stadion. Wir haben zunächst überlegt, ob wir vielleicht einem Fanclub beitreten. Aber dann sind wir zum Schluss gekommen, dass wir fast schon ein eigener Fanclub sind.“

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Odenthal erinnert sich noch daran, wie sich Alexander Götze für die Gründung des Fanclubs eingesetzt hat. „Es war ihm eine ganz große Herzensangelegenheit, dass er unbedingt einen eigenen Fanclub hat. Mir waren die Formalitäten zwischenzeitlich zu kompliziert, ich habe da eine Weile lang den Mehrwert nicht gesehen.“ Zunächst mussten sie sich nämlich bezüglich der ganzen Prozeduren einlesen. Einen Verein zu gründen, ist kein Kinderspiel. Aber eben diese Formalitäten, wie beispielsweise der Entwurf einer Satzung, liefen dann relativ reibungslos.

Kompliziert wurde es bei der Namensfindung. „Das Konzept wäre fast am Namen gescheitert“, erinnert sich Götze und lacht dabei. Auch Susanne Odenthal muss bei der Erinnerung laut auflachen. „Wir haben es auf verschiedene Weise versucht, mit Vorschlägen und Abstimmungen. Aber keiner der Vorschläge war wirklich mehrheitsfähig.“ Der Name ist letztlich aus der Stammkneipe der Mega-Bullen entstanden, denn das ist die Mega-Bar in der Gohliser Straße. Daraus entwickelten sich dann lustige Geschichten, wie Odenthal erzählt: „Als wir im Stadion mal herumgefragt haben, ob jemand in die Mega-Bar mitkommen will, haben die meisten dann gefragt: ‚Was? Ihr habt schon eine eigene Fanclub-Kneipe?“

Die Idee mit dem "Wandertrikot"

Seit dem 21. September 2018 sind die Mega-Bullen OFC von RB Leipzig. Der Wunsch, offizieller Fanclub zu werden, war groß. „Viele von uns haben Dauerkarten und sind versorgt. Aber viele eben auch nicht. Und vielen unserer Mitglieder war es wichtig, dass sie etwas leichter an Tickets kommen können“, erklärt Susanne Odenthal. Aber weil das natürlich nicht der einzige Grund sein darf, haben sich die Mega-Bullen überlegt, welche Richtung sie einschlagen wollen. „Wir sind nicht so viele, haben 25 Mitglieder. Deshalb können wir keinen Massenauflauf oder eine Wahnsinns-Choreo auf die Beine stellen. Deshalb haben wir uns für soziale Projekte entschieden.“ Sie arbeiten mit einem Kinderhilfsprojekt zusammen und gehen mit den Kindern jeweils einmal in der Hin- und in der Rückrunde ins Stadion. „Wir übernehmen die Kosten für den Eintritt und die Currywurst und machen uns dann mit ihnen einen schönen Spieltag“, erzählt Odenthal. „Uns kommt es darauf an, dass die Kinder mal so ein Spiel im Stadion erleben.“

Durch die Corona-Pandemie ist das aber nicht mehr möglich. Denn Fans im Stadion sind nicht erlaubt. Aber nicht nur das ist bei den Mega-Bullen in der Krise zum Erliegen gekommen. „Wir hatten auf unserer Webseite beispielsweise regelmäßig eine Kolumne von einem unserer Mitglieder. In der Pandemie ist sie etwas eingeschlafen“, bedauert Götze die Entwicklung. Weil sie das nicht auf sich sitzen lassen möchten, sind die Mega-Bullen kreativ geworden. „Wir haben ein Wandertrikot. Das wird zu jedem Spiel von dem einen zum anderen Mitglied transportiert, damit man sich zumindest im kleinen Kreis ‚Halloʻ sagen kann“, erzählt Susanne Odenthal von der innovativen Idee. „Dann zieht der, der es aktuell hat, das Trikot vor dem Spiel an und postet ein Selfie mit seinem Tipp oder einem Spruch in unsere WhatsApp-Gruppe.“ Mittlerweile sind sie schon im zweiten Durchgang damit, so Alexander Götze.

Weitere Teile der OFC-Serie

Zwischendurch, als im vergangenen Sommer und Herbst die Corona-Schutzmaßnahmen gelockert wurden, konnten die Mega-Bullen wieder ein bisschen Miteinander genießen. „Wir haben uns selbst damals im Rahmen des Möglichen in der Kneipe getroffen“, so Odenthal. Und auch jetzt versuchen die Mega-Bullen, ein bisschen Gemeinschaft zu generieren. „Manchmal treffen wir uns corona-konform zum Fußballschauen, also maximal zwei Haushalte und nicht mehr als fünf Personen“, sagt Götze. Die Stimmung im Stadion ersetzt das dennoch nicht.