07. April 2021 / 07:59 Uhr

RB Leipzigs Poulsen genießt die Herausforderungen in der Messestadt

RB Leipzigs Poulsen genießt die Herausforderungen in der Messestadt

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Für Yussuf Poulsen ist das Thema RB Leipzig längst nicht durch - er fühlt sich in der Messestadt pudelwohl.
Für Yussuf Poulsen ist das Thema "RB Leipzig" längst nicht durch - er fühlt sich in der Messestadt pudelwohl. © Getty Images
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Ob es nun die Leistung auf dem Fußballfeld oder zu Hause ist: Leipzig bietet Yussuf Poulsen viele Herausforderungen an. Manchmal ist das der nächste Bundesliga-Gegner, manchmal ist es das Vatersein. Das Leben in der Messestadt ist für ihn sehr spannend.

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Leipzig. Er ist mittlerweile schon so lange bei RB Leipzig, dass viele das Team gar nicht ohne ihn kennen: Yussuf Poulsen, 26, Leistungsträger, Identifikationsfigur und verantwortlich für Tore. In Leipzig hat der Däne seine zweite Heimat gefunden, fühlt sich hier so wohl, dass er aktuell nicht einmal an einen Wechsel denkt.

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Leipzig: Zweite Heimat

Trotzdem hängt sein Herz an seiner Heimatstadt Kopenhagen, wo er nach seiner sportlichen Karriere wieder hinziehen will, wie er dem DFL-Magazin im Interview verriet. „Dänemark, wo meine Mutter Lene herkommt, ist meine Heimat, und mein Herz gehört Kopenhagen, einer der schönsten Städte der Welt mit einer sehr hohen Lebensqualität. Ich bin dort auch so gern, weil Kopenhagen in puncto Modernität vielen anderen Metropolen voraus ist“, so Poulsen.

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<b>A - Abwehrspieler:</b> In der Jugendmannschaft von BK Skjold in Kopenhagen begann Poulsen im Jahr 2000 das Fußballspielen – als Abwehrspieler. Erst später setzte ihn sein Trainer im Sturm ein. Rückblickend eine weise Entscheidung. Zur Galerie
A - Abwehrspieler: In der Jugendmannschaft von BK Skjold in Kopenhagen begann Poulsen im Jahr 2000 das Fußballspielen – als Abwehrspieler. Erst später setzte ihn sein Trainer im Sturm ein. Rückblickend eine weise Entscheidung. ©

Aber auch in Tansania, wo sein früh verstorbener Vater herkommt, sei der Stürmer gerne. „Meine Verwandten dort sind ein Teil von mir. Ich war im Alter von zwei Jahren mit meiner Familie das erste Mal in Tansania und auch in den Jahren danach regelmäßig zu Besuch in dem Ort, in dem mein Vater aufgewachsen ist.“ Das Land in Afrika sei wie eine andere Welt und das Leben dort sei für Europäer kaum vorstellbar, so der Däne. „Wenn man diese Bilder aus Afrika vor Augen hat, bekommt man eine ganz andere Perspektive beim Blick auf das eigene Leben. Ich finde, wir dürfen sehr dankbar dafür sein, dass es uns so gut geht.“

Ihm persönlich gehe es in Leipzig sehr gut, nicht nur im Verein, sondern auch in der Messestadt: „Hier warten immer neue Herausforderungen, und deswegen ist das Leben als Profi von RB Leipzig sehr abwechslungsreich. Ich lebe dazu sehr gern in dieser schönen, jungen Stadt, die ich inzwischen auch als meine zweite Heimat empfinde.“ Sein Vertrag läuft bis 2024. Bleibt er bei RB Leipzig, wird er bis dahin elf Jahre in den Reihen der Roten Bullen gespielt haben, hätte wahrscheinlich auch die Möglichkeit das Dutzend voll zu machen. Kommen Wechselgedanken auf? „Im Moment nicht. Dafür ist das Leben hier zu spannend bei all dem, was für RB Leipzig möglich ist.“

„Mal sehen, was da noch möglich ist“

Eine weitere Herausforderungen ist sein Sohn Shihe, der den Namen seines Großvaters trägt. „In Tansania ist es Tradition, dass Söhne oder Töchter nach dem Vornamen ihres Opas oder ihrer Oma benannt werden. Diese Tradition führe ich gern weiter“, so der dänische Nationalspieler, der auf seinem rot-weißen Nationaltrikot den Nachnamen seines Vaters Yurary trägt. „Wenn man nach einem schlechten Tag nach Hause kommt und Shihe lachen sieht, denkt man nicht mehr zurück, sondern freut sich über das gemeinsame Glück“, so Poulsen.

Nach seiner Profi-Karriere könne sich der Däne vorstellen, eine Auszeit vom Fußball zu nehmen, „ohne meine Liebe zu diesem Spiel zu verlieren.“ Was danach beruflich auf ihn zukomme, sei noch völlig offen. Darum muss sich der 26-Jährige aktuell keine Gedanken machen. Mit RB geht es in einem hervorragenden Tempo voran. Und auch wenn es nach der 0:1-Niederlage gegen die Bayern schlechter um die Chancen auf den Titel steht, ist er theoretisch noch drin: „Mal sehen, was da noch möglich ist. Es gibt in Deutschland jedenfalls nur wenige andere Clubs, die Ziele wie wir vor Augen haben und realisieren können.“

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Er selbst hatte sich in der Partie gegen den Rekordmeister verletzt, musste kurz nach seiner Einwechslung wieder vom Platz. Am Dienstag gab es von RB eine kleine Entwarnung: Keine strukturelle Muskelverletzung. Dennoch werde er zunächst individuell trainieren. Das Spiel gegen Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) wird er wohl verpassen.