14. September 2020 / 17:41 Uhr

RB Leipzigs Sturmduo Poulsen-Hwang harmoniert - Zuschauer-Rückkehr bestimmt die Diskussion

RB Leipzigs Sturmduo Poulsen-Hwang harmoniert - Zuschauer-Rückkehr bestimmt die Diskussion

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
HwangPoulsen
Im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg verstanden sich Poulsen und Hwang blind. © Getty Images
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Die Stadien füllen sich immer mehr und viele Vereine haben schon die Freigabe am ersten Bundesliga-Spieltag vor Fans auflaufen zu dürfen. Auch im DFB-Pokal feuern die Zuschauer ihre Teams schon lautstark an. In genau diesem Pokal-Wettbewerb spielen Yussuf Poulsen und Hee-chan Hwang sehr gut zusammen und lassen den schmerzlichen Abgang von Timo Werner ein wenig vergessen.

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Leipzig. Der Eindruck der glückseligen Fans im DFB-Pokal von Rostock über Magdeburg, Chemnitz bis Dresden wirkt gerade nach – und bringt auch der DFL und ihren Profiligen vor dem Start am Freitag erheblichen Rückenwind. Es ist bei weitem nicht nur Vorreiter RB Leipzig, der die Freigabe der Stadt für 8500 Zuschauer am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Mainz 05 erhalten hat.

Auch der Bremer Senat erlaubte dem SV Werder, sein erstes Saison-Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC vor 8500 Zuschauern austragen zu dürfen. Eintracht Frankfurt (6500 Besucher) und der 1. FC Union Berlin (5000) erhielten ebenfalls grünes Licht für eine Teil-Zulassung.

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Und selbst in Köln und Dortmund will die Landesregierung heute eine Entscheidung fürs Wochenende treffen – Zielrichtung sind auch hier 5000 bis sogar 10. 000 Zuschauer. Kleinere Brötchen backen der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg, die vor 500 Besuchern spielen werden. Doch auch dort ist die Zeit der Geisterspiele vorbei.

Kritik von Andreas Rettig wirkt deplatziert

Bund und Länder streben ganz offensichtlich schneller als bisher geplant eine einheitliche Lösung für die Fan-Rückkehr in die Fußball-Stadien an. Die Chefs der Staatskanzleien wollen am Dienstag erneut darüber beraten.

Im Rostocker Ostseestadion, wo der Drittligist Hansa den Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart empfing, waren im Pokal 7500 Fans zugelassen. Auf dem gesamten Gelände war das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht, auf den Rängen galten Abstandsregeln. Im Internet verbreitete Videos zeigen, dass diese nicht immer eingehalten wurden. Dennoch: „Es hat Spaß gemacht, wieder eine echte Stadionatmosphäre zu erleben“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat.

Da mittlerweile überall so viel Bewegung in der Diskussion über die Fan-Rückkehr vorhanden ist, wirkt die Kritik von Ex-DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ziemlich deplatziert. Er hatte RB einen Alleingang und Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen. Die Roten Bullen sind nicht nur wegen der Rückkehr der Fans guter Dinge. Auch die Angriffsleistung in Nürnberg zum Start der Saison nach Timo Werner und Patrik Schick gibt Anlass zu Optimismus.

Poulsen mit 19 Torbeteiligungen im Pokal

Erstes Spiel, erstes Tor. Ich freue mich sehr“, sagte der Südkoreaner Hee-chan Hwang nach dem 3:0 im Pokal glücklich. In Salzburg war er in den vergangenen Jahren zu einem gefährlichen Angreifer gereift. Mit Werner eint ihn die Schnelligkeit und der Zug zum Tor. Anders als Werner aber ist er wegen seiner Stämmigkeit auch im Strafraum ein Gefahrenherd. Und das ohne Spielpraxis. „Mein letztes Spiel war vor zwei Monaten. Eigentlich hätte ich gern ein Testspiel gehabt. Aber ich habe fleißig mit dem Trainerteam und meinen neuen Kollegen trainiert, das haben wir heute super umgesetzt“, sagte Hwang.

Auffällig war, dass er sofort mit dem Dänen Yussuf Poulsen harmonierte. „Mister Pokal“ kommt in 19 Pokal-Einsätzen für die Leipziger auf nunmehr 19 Torbeteiligungen – eine überragende Quote. Trainer Julian Nagelsmann sah, was er sehen wollte. „Hwang hat sich Selbstvertrauen geholt. Auch das Zusammenspiel mit Yussuf passte. Ich habe immer gesagt, dass wir Timo nicht eins zu eins ersetzen können, sondern dass es auf viele Schultern verteilt werden muss.“

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Hwang, Poulsen – und vielleicht noch Alexander Sörloth für den RB-Sturm? Das Angebot für den 24-Jährigen ist nun offiziell. Sörloth sei ein „guter Spieler“, das Interesse an ihm „kein Geheimnis, trotzdem gestalten sich die Verhandlungen komplex“, erläuterte Nagelsmann. Deshalb sei die Sache „sehr sehr kompliziert“. Sörloth spielte zuletzt für Trabzonspor in der Türkei.

Mit Gerald Fritsche