27. Juni 2020 / 08:42 Uhr

RB Leipzigs Rekorde für die Ewigkeit: Werner und Frahn auf einem Thron

RB Leipzigs Rekorde für die Ewigkeit: Werner und Frahn auf einem Thron

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Timo Werner könnte Daniel Frahn vom RB-internen Torjäger-Thron stürzen.
Timo Werner könnte Daniel Frahn vom RB-internen Torjäger-Thron stürzen. © GEPA Pictures
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Der ehemalige RB-Spieler Daniel Frahn hat eine  - bisher - unerreichbare Glanzleistung aufgestellt – 93 Tore für RB Leipzig. So dachte er zumindest. RB-Stürmer Timo Werner, der im Juli zum FC Chelsea auf die Insel wechselt, reiht sich nun ein.

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Leipzig. RB-Thema des finalen Bundesliga-Auftritts beim FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr): Tiger aus dem Tank lassen, drei Punkte holen, Platz drei und den dazugehörigen Anteil aus dem Topf der TV-Vermarktung sichern. Zwischen Platz drei und vier liegen über zwei Millionen Euro. Dafür könnte man sich in der kommenden Saison den englischen Star Timo Werner leisten. Für roundabout (ungefähr) neuneinhalb Wochen.

Womit wir beim emotional über allem schwebenden Aspekt des nachmittags in der WWK-Arena wären. Timo Werner schlüpft am Samstag letztmals ins figurbetonte Trikot der Rasenballer. Bisherige Bilanz des schwäbischen Experten für vorbereitende und abschließende Handlungen: 158 Pflichtspiele, 40 Torvorlagen, 93 Tore. Wenn der 24-Jährige gegen den FC Augsburg trifft, holt sich der junge Mann, der diverse Rekorde sein eigen nennt, eine weitere Bestmarke: die des Rekordtorschützen von RB Leipzig.

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In der Saison 2009/10 war <b>Lars Müller</b> mit 17 Vorlagen Spitzenreiter im Team. Zwei Saisons war der Linksverteidiger unumstrittener Leistungssträger bei RBL, dann verließ er Leipzig. Inzwischen ist Müller Trainer in seiner Heimatstadt beim Werner SC. Zur Galerie
In der Saison 2009/10 war Lars Müller mit 17 Vorlagen Spitzenreiter im Team. Zwei Saisons war der Linksverteidiger unumstrittener Leistungssträger bei RBL, dann verließ er Leipzig. Inzwischen ist Müller Trainer in seiner Heimatstadt beim Werner SC. ©

Aktuell teilt sich Werner den Thron mit Capitano Daniel Frahn, der von 2010 bis 2015 für RB aktiv war und mit seinen 93 Toren eigentlich einen Rekord für die Ewigkeit hinterlassen hatte. Familienvater Frahn, 32, spielt wieder für seinen SV Babelsberg und wünscht Werner, der zu Chelsea London wechselt, grundsätzlich alles Gute. Ein Törchen in Augsburg? „Muss jetzt nicht unbedingt sein. Ich würde schon ganz gerne weiter in einem Atemzug mit Timo genannt werden, wenn es um den Rekordschützen geht.“

Als sich Frahn 2015 beruflich verändern musste, war er davon ausgegangen, dass seine 93 Tore unerreicht bleiben. 2016 kam Timo Werner. Und der traf im Strafraum nicht nur alte Bekannte, blieb auch in Zeiten schneller Club-Wechsel stattliche vier Jahre. „Timo hat in Leipzig einen Riesenschritt gemacht“, sagt Frahn, der gemeinsam mit den RB-Legenden Henrik Ernst und Christian Müller das Eiscafe La Luna in den Höfen am Brühl betreibt. „Schade, dass er die Bundesliga und Leipzig verlässt, so eine Lücke ist kaum zu schließen.“

RB fehlen Stammkräfte

Frahn, bekennender Bayern-Fan: „Nach München hätte Timo nicht so gut gepasst. Ich hatte ihn eigentlich bei Kloppo erwartet, aber Chelsea ist auch eine sensationelle Adresse.“ Was er gerne von Werner gehabt hätte? Dessen Turbo-Antritt. „Wenn ich so schnell wie Timo gewesen wäre, würde ich heute noch für RB spielen.“ Hinter Werner und Frahn rangiert Yussuf Poulsen mit 57 Toren. Es folgen Marcel Sabitzer (43) und Emil Forsberg (38).

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Werner & RB fanden im Sommer 2016 zueinander. Der 20-jährige Stuttgarter kostet zehn Millionen Euro plus Nebengeräusche. Ursprünglich standen über 15 Millionen Euro Ablöse in der Tiefe des Raumes. Die RB-Einkäufer Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff waren nicht bereit, den in Branchenkreisen irrlichternden Red-Bull-Aufschlag zu zahlen.

Augsburg gegen RB also. RB-Coach Julian Nagelsmann muss auf die angeschlagenen Stammkräfte Marcel Sabitzer und Yussuf Poulsen verzichten. Auch Konrad Laimer dürfte nach Infekt geschont werden. FCA-Coach Heiko Herrlich? Hat ausreichend Zahnpasta im Haus und ist von wilder Entschlossenheit. „Wir wissen, was da für eine Qualität auf uns zukommt. Aber Augsburg hat es schon einmal geschafft, hier gegen Leipzig zu gewinnen. Das muss unser Ziel sein.“ 2017 siegte Augsburg 1:0. Es war auch das Duell des Palmen-Wedlers Daniel Baier gegen Herrn Hasenhüttl.

In der Sendung „Doppelpass“ auf Sport1 sind am Sonntag ab 11 Uhr die Klub-Bosse Oliver Mintzlaff (Leipzig) und Hans-Joachim Watzke (Dortmund) zu Gast