18. März 2018 / 21:51 Uhr

RB Leipzigs Sportdirektor Rangnick über Hasenhüttl: „Unser Verhältnis ist so wie am ersten Tag, absolut top“

RB Leipzigs Sportdirektor Rangnick über Hasenhüttl: „Unser Verhältnis ist so wie am ersten Tag, absolut top“

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick ist mit der Leistung des Teams gegen den FC Bayern München sehr zufrieden.
RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick ist mit der Leistung des Teams gegen den FC Bayern München sehr zufrieden. © 2018 Getty Images
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Nach dem verdienten 2:1-Sieg gegen die Bayern sprach RB-Sportdirektor Ralf Rangnick in der Mixedzone des Stadions über das neue 3-4-3-System, sein Verhältnis zu Trainer Ralph Hasenhüttl und die Ziele für den Rest der Saison.

Im fünften Anlauf das erste Mal die Bayern geschlagen. Was war diesmal anders?

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„Es war an der Zeit, wir waren ja schon zweimal kurz davor, die Bayern zu schlagen. Heute war es so verdient wie noch nie. Wir hatten mit Ausnahme der ersten zehn Minuten in der neuen Grundordnung, mit der wir genau einmal trainiert haben, das Spiel eigentlich in allen Bereichen im Griff. Das Torschussverhältnis zur Halbzeit war 13:1 für uns. Wenn man bedenkt, dass wir in der Nacht zum Freitag erst um 4 Uhr im Bett waren, ist die Leistung umso höher einzuschätzen.“

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Endlich hat es geklappt: RB Leipzig bezwingt Rekordmeister FC Bayern München in der proppevollen Red-Bull-Arena mit 2:1. Zur Galerie
Endlich hat es geklappt: RB Leipzig bezwingt Rekordmeister FC Bayern München in der proppevollen Red-Bull-Arena mit 2:1. © Getty Images

Ist es etwas überraschend, dass man die Bayern mit einem taktischen Kniff, einem neuen 3-4-3-System, so überrumpeln kann, dass es ein Spiel lang so gut funktioniert?

„Ich weiß nicht, ob wir sie überrascht haben. Aber es hat sich einfach gezeigt, dass die Vorgehensweise genau die richtige war. Nämlich ständig Druck zu machen, nicht einfach nur abwartend zu spielen. Das ist in der Regel gegen Bayern kein guter Matchplan. So wie wir es heute gemacht haben, haben wir enorm viel für unser eigenes Selbstvertrauen tun können. Das einzige, was die Mannschaft noch hätte besser machen können, sie hätte noch ein paar Tore mehr schießen können, sodass das Spiel frühzeitig entschieden gewesen wäre.“

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(32) Peter Gulacsi: Lässt nur einen rein gegen die Bayern - das ist eine 1! ©

Was hat denn die Inspiration für das neue System geliefert?

„Die Frage müssen sie dem Trainer stellen, von mir kam die Idee nicht. Der Trainer hat mir bereits am Freitag gesagt, dass es in die Richtung geht und für mich war das absolut nachvollziehbar. Wir diskutieren ja auch immer mal wieder drüber, weil wir die Spielertypen dazu haben. Heute ist kein Spieler herauszuheben, aber was mich sehr angenehm überrascht hat war, wie Bruma diese doch durchaus defensiv anspruchsvolle Rolle gemeistert hat.“

Am Freitag hat Trainer Ralph Hasenhüttl mehrfach Kritik an dem Druck von außen und den Ansprüchen trotz Doppelbelastung geäußert. Wie haben Sie das verstanden?

„Ich habe mit ihm darüber nicht gesprochen. Ich kann nur nochmal sagen, unser persönliches Verhältnis ist so wie am ersten Tag, nämlich absolut top. Wenn sie jetzt fragen, ob ich mich selber damit angesprochen gefühlt habe, sage ich nein. Er hat heute vor dem Spiel nochmal gesagt, dass es allgemein gemeint war und da kann ich ihn absolut verstehen. Ich war selber lang genug Trainer. Es gab ja jetzt schon mehrfach die Frage, schafft die Mannschaft wirklich beides, die Ziele international zu erreichen, in der Europa League weiter zu kommen und gleichzeitig in der Bundesliga die Ziele zu erreichen. Eine bessere Antwort als heute konnte sie doch gar nicht geben. Wenn man bedenkt, dass Bayern ein eigentlich unbedeutendes Spiel am Mittwoch bereits um 18 Uhr in Istanbul hatte und wir mit Mühe und Not Freitag früh um 4 Uhr im Bett und heute trotzdem die deutlich frischere Mannschaft waren, damit ist alles beantwortet. Ich kann die Sichtweise vom Trainer nachvollziehen. Persönlich habe ich dafür absolutes Verständnis. Das wir grundsätzlich trotzdem ehrgeizig sind, er genauso wie ich, das ist doch vollkommen logisch.“

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Also wäre es für Sie am Ende der Saison auch okay, Fünfter oder Sechster zu werden?

„Das kann ich jetzt noch nicht beantworten. Jetzt sind wir erstmal wieder dabei. Mit dem heutigen Ergebnis und womöglich einem Auswärtssieg in Hannover, bei allem Respekt, aber den trauen wir uns schon zu, wenn die Mannschaft so auftritt wie heute. Wenn wir in Hannover gewinnen, dann sieht die Situation zumindest Richtung Platz vier schon wieder ganz anders aus. Was sollen wir auch sagen, wir wollen nur Siebenter oder Achter werden? Auch zu Beginn der Rückrundenvorbereitung wurde intern gegenüber der Mannschaft gesagt, wir wollen das Maximale herausholen aus dieser Saison. Wer daheim Bayern München schlägt, warum soll der nicht auch gegen jeden anderen Gegner gewinnen können?“

In wie weit ist dieser Erfolg ein Prestigesieg?

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Stefan Ilsanker (RB Leipzig): Dieser Sieg tut unglaublich gut. Wir haben bis zu letzten Sekunde gefightet und gezeigt, wie viel Herz in unserer Mannschaft steckt. Das Publikum war Wahnsinn! Genau dafür steht RB Leipzig. Dafür steht diese Stadt. Ein Riesen-Danke für diesen Support! Zur Galerie
Stefan Ilsanker (RB Leipzig): "Dieser Sieg tut unglaublich gut. Wir haben bis zu letzten Sekunde gefightet und gezeigt, wie viel Herz in unserer Mannschaft steckt. Das Publikum war Wahnsinn! Genau dafür steht RB Leipzig. Dafür steht diese Stadt. Ein Riesen-Danke für diesen Support!" ©

„Gegen Bayern haben noch nicht so viele gewonnen, seitdem Jupp Heynckes dort Trainer ist. Genau genommen außer uns nur Gladbach. Das ist schon vier Monate her. Von daher kann die Mannschaft schon stolz darauf sein, so ein Spiel zu gewinnen und dann auch noch so verdient.“

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