24. April 2018 / 08:14 Uhr

RB Leipzigs Stürmer drei Spiele gesperrt: Saison-Aus für Emil Forsberg

RB Leipzigs Stürmer drei Spiele gesperrt: Saison-Aus für Emil Forsberg

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Emil Forsberg verlässt nach seiner roten Karte den Platz.
Emil Forsberg verlässt nach seiner roten Karte den Platz. © Christian Modla
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Der DFB kannte keine Gnade. Nach der Aktion im Spiel gegen Hoffenheim ist für den Schweden die Saison vorzeitig beendet.

Leipzig. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes, eine Art Staatsanwaltschaft des DFB, hat erst getagt und dann gesprochen. Gnade vor Recht für einen hochbegabten Schweden, der permanent auf die Socken bekommt? Verständnis für einen Fußballer, an dem im vorliegenden Fall ein anderer Fußballer wie eine Klette hing? Milde Zwei-Spiele-Strafe, weil die Klette trotz schwedischer Gefahren­abwehr nicht mal einen Kratzer abbekam und den verendenden Schwan spielte?

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RB Leipzig - TSG Hoffenheim (2:5) Zur Galerie
RB Leipzig - TSG Hoffenheim (2:5) ©

Nö. RB-Ass Emil Forsberg bekam für seine Befreiungsaktion gegen den Hoffenheimer Florian Grillitsch bei der 2:5-Pleite die volle Dröhnung: drei Spiele Sperre! Arithmetik des DFB: Zwei Spiele fürs Sonnabend-Vergehen plus ein Spiel als vorbestrafter Rotsünder. Im Dezember 2016 hatte Forsberg in München Philipp Lahm ungelenk umgesenst.

Der DFB hatte keine Luft an den Straftatbestand der Tätlichkeit gelassen (= sechs Spiele Sperre), je zwei Spiele wegen vorheriger Grillitsch-Provokation und minder schwerem Forsberg-Akt der Grausamkeit subtrahiert und München 2016 addiert.

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Weil RB in Mainz, gegen Wolfsburg und bei der Hertha nur noch drei Spiele ins Haus stehen, bedeutet die Strafe zugleich das Bun­desliga-Saison-Aus für den 26-Jährigen. Der schwedische Natio­nalspieler muss/kann sich ab sofort auf das Abschiedsspiel seines Kollegen Dominik Kaiser (13. Mai) und die WM in Russland vorbereiten.

Der Antrag des Kontrollausschusses wurde in der Chefetage der Roten Bullen unter Hinzuziehung des Sportrechtsexperten Christoph Schickhardt von allen Seiten betrachtet. Man kam zu dem Schluss, das beantragte Strafmaß zu akzeptieren und kein Einzel-Richter-Urteil von DFB-Sportgerichtsboss Hans E. Lorenz anzustrengen. Am Dienstag um 14 Uhr wusste Emil Forsberg, was Sache ist und twitterte: „Thanks for everything.“

Das war kein Dank an RB Leipzig oder die Fans, den man als Abschied für immer zu verstehen hat. Er dankte auch nicht seinem Berater, der ihm den AC Milan, Juve und/oder Barca zu Füßen gelegt hat. Nein, Forsberg zielte aus der Emotion heraus auf die Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt/Main, den Sitz des Deutschen Fußball-Bundes. Danke für alles! Beziehungsweise: Danke für nichts!


Nur mal so: Der Sportkamerad Franck Ribery hat sich in der Bundesliga schätzungsweise 34 Mal in Forsberg-Manier betätigt und kam in 247 Spielen ohne Rot davon. Forsberg muss unbedingt an seinem Bekanntheitsgrad arbeiten.

Der "Emil-Faktor"

Die Kunde aus Frankfurt/Main wirft RB-Cheftrainer Ralph Hasenhüttl nicht aus der Bahn. Der 50-Jährige war von einer – unausweich­lichen – Sperre von zwei Spielen aus­gegangen und hatte Emil Forsberg für das wichtige Spiel in Mainz (Sonntag, 15.30 Uhr) bereits ausgeplant.

Auf den Emil-Faktor hatte Hasenhüttl in dieser Saison eh weitgehend verzichten müssen.

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2015 Januar: Forsberg trainiert für RB (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2015 Januar: Forsberg trainiert für RB (@GEPA Pictures) ©

Emil Forsbergs Saison-Bilanz ist diese: 21 Bun­desliga-Spiele, zwei Tore, zwei Tor­vorlagen. Dazu kommen weitere fünf Spiele und zwei Tore in der Champions League sowie sechs Auftritte und zwei Tor-Vorlagen in der Europa League. Daten und Fakten eines Kickers, hinter dem (derzeit) ganz sicher nicht halb Europa her ist.

Zum Vergleich: In der rauschhaften Saison 2016/17 kam Forsberg in 30 Bundesligaspielen auf acht Tore und unglaubliche 22 (!) Torvorlagen. Womit der Super-Schwede und der E-Faktor geboren waren. Die Rechnung war 2017 eine einfache: Ohne Forsberg keine Champions League.

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Die Rechnung lautet 2018 genau so: Ohne (den wahren) Forsberg keine Champions League. Aber die Europa League soll es schon sein. Nächster Halt: Mainz am schönen Rhein.