05. April 2020 / 12:35 Uhr

RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann: „Im Fußball weg von dem Ego-Denken“

RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann: „Im Fußball weg von dem Ego-Denken“

dpa
RBL-Trainer Nagelsmann weiß, dass in den jetzigen Krisenzeiten Egoismen in Fußball unangebracht sind.
RBL-Trainer Nagelsmann weiß, dass in den jetzigen Krisenzeiten Egoismen in Fußball unangebracht sind. © dpa-Zentralbild
Anzeige

RB-Coach Julian Nagelsmann blickt in der Coronavirus-Krise auch auf andere Wirtschaftszweige und sieht, wie es dort zu geht. Deshalb will der 32-jährige helfen.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann engagiert sich in der Corona-Krise in vielen sozialen Bereichen. Der 32-Jährige will die Probleme der Fußball-Bundesliga aber nicht überhöhen. „Ich habe viele Kumpels, die selbstständig sind. Wenn es bei denen vorbei ist, ist es in derselben Art und Weise für immer vorbei. Ich möchte da im Fußball weg von dem Ego-Denken. Es gibt viele Wirtschaftszweige, da geht es noch dramatischer zu“, sagte Nagelsmann in einem Interview der „Bild am Sonntag“.

DURCHKLICKEN: Einige Zahlen zur Offensive von RB Leipzig

Mit 3,66 <b>Torschussvorlagen</b> pro 90 Minuten liegt <b>Christopher Nkunku</b> laut Online-Portal www.ligainsider.de einsam an der Spitze der Bundesliga. Der hochgerechnete Minuten-Wert erlaubt eine bessere Vergleichbarkeit der Leistungen als Pro-Spiel-Statistiken und ist beispielsweise im US-Sport schon seit Jahren Teil von Analysen. Hinter Nkunku folgen Bayern-Profi Thomas Müller (3,06) und der Kölner Florian Kainz (2,62). Zweitbester RB-Kicker ist  <b>Marcel Sabitzer</b> mit 2,07 vorbereiteten Torschüssen vor  <b>Emil Forsberg</b> (1,70),  <b>Timo Werner</b> (1,38) und  <b>Marcel Halstenberg</b> (1,22) – ein starker Wert für einen Verteidiger. Zur Galerie
Mit 3,66 Torschussvorlagen pro 90 Minuten liegt Christopher Nkunku laut Online-Portal www.ligainsider.de einsam an der Spitze der Bundesliga. Der hochgerechnete Minuten-Wert erlaubt eine bessere Vergleichbarkeit der Leistungen als Pro-Spiel-Statistiken und ist beispielsweise im US-Sport schon seit Jahren Teil von Analysen. Hinter Nkunku folgen Bayern-Profi Thomas Müller (3,06) und der Kölner Florian Kainz (2,62). Zweitbester RB-Kicker ist  Marcel Sabitzer mit 2,07 vorbereiteten Torschüssen vor  Emil Forsberg (1,70),  Timo Werner (1,38) und  Marcel Halstenberg (1,22) – ein starker Wert für einen Verteidiger. ©

Daher versucht „Deutschlands Trainer des Jahres 2017“ zu helfen. „Ich versuche zu spenden, breit gestreut. Ich unterstütze zum Beispiel ein Projekt von Florian Neuhaus (Gladbacher Profi, d. Red.), wir kommen aus der gleichen Region“, so Nagelsmann. Bei seinem Verein RB läuft gerade die Kampagne #WIRALLE. „Wir helfen unter anderem sozialen Einrichtungen, da leiste ich auch meinen Beitrag“, sagte Nagelsmann.

Aus wirtschaftlicher Sicht hält Nagelsmann auch nichts von einer Transfersperre im Sommer. „Wir brauchen den Geldfluss im Fußball, eine gewisse Wirtschaftlichkeit“, sagte er. Zugleich denkt er an eine mögliche Verschiebung der Transferperiode, „vielleicht etwas kürzer oder später im Jahr. Letztlich gibt es einen Markt und es gibt Verträge. Daran ändert auch Corona nichts“, sagte Nagelsmann.

Mehr zu RB Leipzig

Auch wenn die Vereine in naher Zukunft finanziell keine Höhenflüge erleben werden, sieht das beim gebürtigen Landsberger zumindest physisch anders aus: Der Ex-1899-Coach arbeitet weiter an einem Pilotenschein. „Den habe ich schon in Hoffenheim angefangen. Das ist wahnsinnig interessant. Die Aerodynamik, Aufbau eines Flugzeugs, die Funksprüche – das erweitert einfach den Horizont. Im Ultraleicht-Bau könnte in Zukunft viel über Elektromobilität laufen. Das macht die Sache zusätzlich reizvoll“, sagte der Cheftrainer im Interview.

Abheben wie einige Profis der Branche will er aber nicht. „Ich werde mir auf jeden Fall keinen Jet kaufen, um auf Sylt einen Kaffee zu trinken“, sagte Nagelsmann und betonte: „Es geht vor allem um die ultraleichten Flieger und die Möglichkeiten, die dahinterstecken. Wann ich aber das erste Mal abhebe, ist völlig offen. Prüfungen habe ich noch nicht absolviert.“ gefa (mit Kastner, dpa)