14. Oktober 2021 / 16:49 Uhr

RB Leipzigs Trainer Marsch vor dem Freiburg-Spiel: „Alles geben für den Sieg“

RB Leipzigs Trainer Marsch vor dem Freiburg-Spiel: „Alles geben für den Sieg“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Trainer Jesse Marsch will, dass sich sein Team gegen den SC Freiburg voll reinwirft.
RB Leipzigs Trainer Jesse Marsch will, dass sich sein Team gegen den SC Freiburg voll reinwirft. © Christian Modla
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Fortsetzung der (Mini-)Serie oder Rückschlag? RB Leipzig hat beim starken SC „Christian Streich“ Freiburg eine richtungsweisende Partie vor sich.

Leipzig. Es gibt hierzulande genau zwei Fußball-Vereine, denen (fast) alle alles Gute wünschen. Clubs, die sich in die Beletage gearbeitet und mit Hingabe festgebissen haben. Die Bodenhaftung und eine innige Beziehung zum Anhang leben. Erstens: Mainz 05. Das ist jener Verein, der RB 1:0 geschlagen und den Saisonstart verhunzt hat. Zweitens: Der Sonnabend-Gastgeber der Roten Bullen, der SC Freiburg.

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„Wir sind hochmotiviert“

Die früheren grauen Mäuse sind zu Farbtupfern der Bundesliga geworden, werden bei der Frage nach den Abstiegskandidaten längst nicht mehr zuvorderst genannt. Hier wie dort sind Mannschaften im Wortsinn unterwegs. Austeilend, einsteckend, aber nie aufsteckend. Schwer zu bespielende Teams, die einen Plan, Kraft, Selbstvertrauen und besondere Trainer haben. Bo Svensson, 42, macht den Mainzern Beine. Und der ewige Freiburger Christian Streich, 56, kreiert trotz regelmäßiger Verkäufe seiner Besten immer wieder einen stimmig-grimmigen Kader.

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Freiburg gegen RB (Sonnabend, 15.30 Uhr) ist das Duell des ungeschlagenen Vierten (15 Punkte) gegen den zuletzt eifrig punktenden Achten (zehn Zähler). Aus Leipziger Sicht ist es eine richtungsweisende Partie. Wenn die Männer von Jesse Marsch, 47, die jüngere Serie (drei Spiele, sieben Punkte, 10:1 Tore) ausbauen, kommt Thermik unter die Schwingen. Aufwinde, die vorm Spiel in Paris (Dienstag, 21 Uhr) und der Heimpartie gegen Fürth (23. Oktober, 15.30 Uhr) wertvolle Dienste leisten können. Marsch: „Das ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, wir wollen das Momentum in der Liga nutzen, werden alles geben für einen Sieg.“ Der SC Freiburg? „Sehr stabil, sehr klar und kompakt. Da wirkt vieles selbstverständlich.“ Marsch hält viel von seinem Kollegen Streich. „Er ist ein Supertrainer. Ich mag auch seine Pressekonferenzen.“

Der Fußballspieler Streich war technisch gut, aber lahm wie eine Ente. Wer den Trainer Streich folgen will, muss schnell im Kopf sein. Es gibt wenige Trainer, die in einen Satz so viel eigentlich Unvereinbares packen. Dreier-Kette, Weltpolitik, Ozonloch, sein Fahrrad, Wein und Käse mit der Gattin, den Umzug von der Dreisam ins Europa-Park-Stadion. „Wir sind hochmotiviert“, so Streich, „die Jungs freuen sich. Wir wollen im neuen Stadion sofort ankommen, das zusammen mit den Fans genießen. Ich hoffe, dass uns die Zuschauer von Anfang an helfen und uns wie immer nach vorn peitschen.“ 20.000 Fans sind zugelassen, knapp 1000 RB-Sympathisanten werden dabei sein.

Einstellung wichtiger als Aufstellung

RB, Herr Streich? „Wahnsinnsqualität, extreme Ballsicherheit, saumäßig viel Tempo, gehört zu den drei, vier Top-Mannschaften. Du musst wach und handlungsschnell sein, brutal fleißig und kreativ gegen den Ball arbeiten.“ Wer kann, wer darf bei den Rasenballern? Dani Olmo trainiert nach muskulärer Blessur wieder mit, ist aber eher weniger Thema für den Breisgau. Brian Brobbey hat sich bei der niederländischen U21 gezerrt, könnte gegen Fürth wieder ran.Marcel Halstenberg musste sich einem Schlüsselloch- Eingriff am rechten Knie unterziehen. Josko Gvardiol und Kevin Kampl sind nach leichten Infekten einsatzbereit. Gilt auch für  Nordi Mukiele und Christopher Nkunku, die Knöchelprobleme hatten. Abwehrchef Willi Orban hat eine Einsatz-Garantie des Coaches („Willi ist sicher“), Mohamed Simakan eine verklausulierte. „Mo spielt eine Super-Saison.“ Die Tendenz geht zur Dreier-Kette.

Marschs Frage aller Fragen: „Was sind unsere Stärken?“ Ball-Jagd, schnelles, vertikales Spiel in die Spitze. Das will er am Sonnabend sehen. Ausbaufähig und fehlerhaft ist das Spiel aus der Abwehr gegen hoch pressende Teams, zu denen auch der SC Freiburg gehört. Daraus abgeleitetes RB-Motto: Einfach und zweckmäßig spielen. Brottrockener Pragmatismus statt Anmut und Schönheit. Keine Querpässe oder Dribblings am eigenen Strafraum. Auf dem Index stehen auch Freiburger Freistöße in Tornähe. SC-Rastelli Vincenzo Grifo hat einen begnadeten rechten Fuß.


Die Einstellung ist in Freiburg wichtiger als die Aufstellung. Die RB-Stars müssen mindestens so viele Meter machen wie Streichs Europa-Park-Fighter. Sonst wird´s nix mit Thermik unter den Flügeln.