18. August 2021 / 21:00 Uhr

RB Leipzigs Trainer Marsch vor Stuttgart-Spiel zuversichtlich: „Sind bereit!“

RB Leipzigs Trainer Marsch vor Stuttgart-Spiel zuversichtlich: „Sind bereit!“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - JULY 23: Head coach Jesse Marsch of RB Leipzig looks on during the pre-season friendly match between RB Leipzig and HSC Montpellier at RB Leipzig training ground on July 23, 2021 in Leipzig, Germany. (Photo by Ronny Hartmann/Getty Images)
RBL-Coach Jesse Marsch rechnet mit einer sehr guten Leistung seines Teams gegen Stuttgart. © Ronny Hartmann/Getty Images/2021 Getty Images
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Jesse Marsch zweifelt nach dem 0:1 in Mainz und vorm Duell gegen Stuttgart keine Sekunde am großen Ganzen. Gegen den VfB soll den Anhängern von RB Leipzig ein überragender Abend geboten werden.

Leipzig. Bevor wir uns dem nervenzerfetzenden Duell der US-amerikanischen Bundesliga-Trainer Jesse Marsch (47/RB Leipzig) und Pellegrino Matarazzo (44/VfB Stuttgart) widmen (Freitag, 20.30 Uhr, Red-Bull-Arena), ein aufschlussreicher Blick in den Rückspiegel. Nach Mainz. Zur 0:1-Pleite der Roten Bullen. Der FSV Mainz 05 feierte via Twitter und Co. noch Tage danach die Strafraum-Rettungstat von Niklas Tauer in der 29. Minute gegen Christopher Nkunku. „NIIIIIIKLAS TAAAAAAAUER! Wie wir ausgerastet sind! Die Grätsche des Jahres!“

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Sagen wir es so: Da war sehr viel Nkunku-Bein und irgendwie auch Ball dabei. Wie das so ist, wenn man im Tiefflug angerauscht kommt. Und man liegt nicht falsch in der Annahme, dass Tauer für diese Aktion im Mittelfeld gelb gesehen hätte. Kein Roter Bulle hat sich in der 29. Minute beim Schiri beschwert, sich beispielsweise nach einem Elfmeter erkundigt.

Ansteckende Unbeugsamkeit

An dieser Stelle kommt Marcel Sabitzer ins Spiel. Der RB-Kapitän, der in Mainz zunächst auf der Bank saß, wäre in der 29. Minute todsicher zum Referee gespurtet, hätte ihn angemacht, wäre ihm bis in die 30. Minute wild gestikulierend hinterhergelaufen.

Ja, das hätte den Unparteiischen eher weniger umgestimmt, wäre aber Signal in Sachen Wehrhaftigkeit und Halali gewesen. Die Botschaft des 28-jährigen Österreichers an die Seinen hätte so oder so ähnlich gelautet: „Männer, wir stehen hier rum wie der Ochse vorm Berg. Jetzt wird nicht mehr geangelt! Jetzt wird gerudert! An die Riemen!“

Der ewige Grantler Sabitzer (nach kleiner Blessur fit) ist auch und vor allem wegen seiner deftigen Art und ansteckenden Unbeugsamkeit wichtig für RB. Marsch über seinen Kapitän: Er kann spielen, versteht viele Themen, die elementar sind, verkörpert Mentalität und Siegeswillen. „Es ist immer ein Vorteil, wenn Sabi dabei ist.“

Personal-Update

Galligkeit, böse Blicke, Tiraden gegen Schiris, Mitspieler, Gegenspieler, Gott und die Welt sind zuweilen wichtiger als Hacke, Spitze, eins, zwei drei. Siehe das Mainz-Spiel. Gut möglich, dass der Auftakt bei den RB-Bossen dazu geführt hat, die Personalie Sabitzer neu zu bewerten. Für schlappe 15 Millionen Euro zu den Bayern? Nö, dann lieber nix zu Weihnachten.


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RB Leipzig hat am Sonntag gegen aufopferungsvoll kämpfende Mainzer mit 0:1 verloren. Zur Galerie
RB Leipzig hat am Sonntag gegen aufopferungsvoll kämpfende Mainzer mit 0:1 verloren. ©

Wer kann, wer darf gegen den Tabellenführer ran? Alexander Sörloth ist gesundet, dürfte aber nur eine kleine Einsatzchance haben. Die von EM-Star Yussuf Poulsen ist größer. Und weil Sabitzer das Mittelfeld bevorzugt mit seinem Spezi Konrad Laimer beackert, könnte der Duracell-Hase ins Team rücken. Wie auch Lukas Klostermann. Fehlen werden Benny Henrichs, Marcel Halstenberg (beide angeschlagen) sowie Olympia-Silbermedaillen-Gewinner Dani Olmo.

Keinen Bückling machen

Die Mainz-Partie ist durchleuchtet. Marsch liefert die Headline: „Ein schlechter Tag von uns.“ Die Unterzeile kommt auch vom Trainer: „Uns hat die totale Power gefehlt.“ Ohne Power geht im hochintensiven RB-Spiel nix. Klar ist: Marsch lässt härter trainieren als Julian Nagelsmann. Die Anpassung braucht Zeit, die 30 Mainzer Hitzegrade, der zeitige Rückstand und die Beton-Abwehr der emotional aufgepumpten Nullfünfer kamen erschwerend hinzu. „Das alles ist für Freitag keine Ausrede“, sagt Marsch. „Unsere Spieler werden fitter und stärker. Wir sind bereit, brauchen eine sehr gute Leistung.“

Der von Marschs US-amerikanischem Landsmann Pellegrino Matarazzo trainierte VfB hat Greuther Fürth 5:1 demontiert, wird in Leipzig keinen Bückling machen. Ein anderes Spiel als in Mainz? Eines mit mehr Räumen und weniger langen Bällen? Nix Genaues weiß man nicht. Marsch nennt Matarazzo nebst Team „sehr clever“, will dem eigenen Anhang dennoch „einen überragenden Abend“ bieten. 21.000 der 23.500 Tickets sind an Mann und Frau gebracht.