03. Februar 2019 / 14:14 Uhr

RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick: „Timo hätte ausgesorgt“

RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick: „Timo hätte ausgesorgt“

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Ralf Rangnick
RB Leipzigs Coach Ralf Rangnich stand bei "Wontorra" Rede und Antwort. © imago
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Ralf Rangnick war am Sonntagvormittag in der TV-Sendung "Wontorra – der Fußball-Talk" auf Sky zu Gast. Der Trainer von RB Leipzig sprach über Timo Werners Vertragsangebot, Ziele für die Saison und die Zukunft mit Julian Nagelsmann.

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Bereits nach dem Rückrundenauftakt gegen Borussia Dortmund sollte RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick in der TV-Sendung "Wontorra – der Fußball-Talk" auf Sky zu Gast sein, verpasste seinen Auftritt aber aus terminlichen Gründen. Am Sonntagvormittag holte der 60-Jährige seinen Besuch nach und stellte sich den Fragen von Gastgeber Jörg Wontorra. Wir haben Rangnicks wichtigste Aussagen zusammengefasst.

Zum Sieg gegen Hannover 96

Rangnick: "Die Vorbereitung war anders als sonst. Wir wussten nicht so genau, was auf uns zukommt. Aber die Jungs haben das gut gemacht. Es war wichtig jetzt nachzulegen."

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Das war ein Klassenunterschied: RB Leipzig siegt hochverdient mit 3:0 bei Hannover 96. ©
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Zu knappen Abseits-Entscheidungen

"Ich finde, wenn selbst der Videoschiedsrichter vier Mal hinschauen muss, sollte man für den Angreifer entscheiden. Es ist ein Prozess, in dem wir uns befinden. Für die Betroffenen ist das schwer. Aber ich bin ein Befürworter des Videobeweises. Er macht den Fußball gerechter."

Zur Stimmung in einem breit aufgestellten Kader

"Du musst ein gesundes Mittelmaß finden. Ich denke, du brauchst 18 bis 20 gleichwertige Spieler. Wenn das alles Nationalspieler sind, wie beim FC Bayern, und jeder den Anspruch hat, zu spielen, ist es natürlich schwieriger zu moderieren."

Zum Trend, junge Engländer nach Deutschland zu holen

"Der Grund liegt für mich auf der Hand. Die jungen Spieler kommen alle von den sechs englischen Spitzenklubs und haben dort keine Chance zu spielen. In Deutschland haben sie diese Möglichkeit. Wir haben bei Ademola Lookman gute Erfahrungen gemacht und versuchen das jetzt auch mit Emile Smith Rowe."

Mehr zu RB Leipzig

Die Fußballausbildung in Deutschland

"Wir haben eine Phase, in der es in der Breite nicht mehr so viele junge Topspieler in Deutschland gibt. Aber ich sehe uns da in den nächsten sieben, acht Jahren auch in der Nationalmannschaft noch gut aufgestellt. Wir sollten das nicht zu kritisch sehen. Es gibt immer wieder Phasen. Spanien hat da dominiert. Dann war es mal Deutschland. Jetzt sind es die Engländer und die Franzosen."

Das Titelrennen

"Ich sehe Dortmund klar im Vorteil. Es sind aber noch 14 Partien. Die musst du erst mal spielen. Aber BVB ist mein Favorit auf den Titel."

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Diego Demme (RB Leipzig): Wir haben 90 Minuten überragend gegen den Ball gespielt. So gewinnt man ein Auswärtsspiel. Wir haben keinen gefährlichen Torschuss zugelassen. Nach vorn haben wir immer gute Lösungen gefunden und gute Aktionen herausgespielt. Zur Galerie
Diego Demme (RB Leipzig): "Wir haben 90 Minuten überragend gegen den Ball gespielt. So gewinnt man ein Auswärtsspiel. Wir haben keinen gefährlichen Torschuss zugelassen. Nach vorn haben wir immer gute Lösungen gefunden und gute Aktionen herausgespielt." ©

Die Transfers von Borussia Dortmund

"Es war oft so, dass wir da im gleichen Teich gefischt haben. Da ist es schwierig. Sowohl wirtschaftlich als auch von den restlichen Möglichkeiten, die Dortmund hat. Da geht ein junger Spieler eher mal zum BVB. Aber du musst ihn erstmal finden und da wird in Dortmund eine großartige Arbeit gemacht."

Über das Ziel Champions League

"Wir würden gern nächstes Jahr wieder Champions League spielen. Das war von Anfang an das Ziel. Dem haben wir auch die Europa League untergeordnet."

Zum Ausscheiden aus der Europa League

"Wir haben einen kleinen und jungen Kader. Zu glauben, dass wir in allen drei Wettbewerben eine gute Rolle spielen können, ohne zu rotieren, ist naiv. Die finanzielle Diskrepanz zwischen Champions League und Europa League ist außerdem immer noch zu groß. Für viele ist es eher Fluch als Segen, auch weil man immer am Donnerstag spielt. Der 1. FC Köln wäre meiner Meinung nach zum Beispiel ohne die Europa League noch in der Bundesliga. Trotzdem, wenn du mitspielst, willst du weiterkommen."

Zu Timo Werners Zukunft

"Wir versuchen, ihn zu halten. Timo weiß, dass er bei Fans, Trainerstab und im Kader sehr beliebt ist. Er hat sich bei uns zu einem der spannendsten Bundesligastürmer entwickelt. Er ist aber auch ein Spieler, der die Zuwendung spüren muss. Und die hat er bei uns. Eine Deadline gibt es nicht, aber wir haben ihm gesagt, dass wir zeitnah eine Entscheidung wollen. Spätestens zum Ende der Saison müssen wir es wissen. Dass wir in ein letztes Vertragsjahr gehen und den Vertrag auslaufen lassen, halte ich für unwahrscheinlich."

Timo Werners Top Ten: Meine besten Stürmer aller Zeiten

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In Timo Werners Stürmerauswahl tummeln sich deutsche Größen und internationale Prominenz. ©

Zum Vertragsangebot für Werner

"Wir sind mit unserem Angebot absolut an unsere machbaren Grenzen gegangen. Dass er woanders mehr verdienen kann, glaube ich auch. Aber auch mit einer Unterschrift unter unseren Vertrag würde er für sein Leben ausgesorgt haben. Es ist alles besprochen, alles geklärt. Und jetzt warten wir ab."

Zur Bilanz als Trainer von RB

"Wir sind in der Bundesliga absolut im Soll. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir Naby Keita noch nicht direkt ersetzen konnten und den Ausfall von Emil Forsberg kompensieren mussten. Das machen die Jungs sehr gut."

Zur Doppelrolle als Sportdirektor und Trainer

"Der Fokus liegt auf der Trainerrolle. Beim Sportdirektor-Job hab ich viele Dinge delegiert und ruhen lassen."

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(1) Peter Gulacsi: Musste in Düsseldorf keinen einzige Ball abwehren. Bekommt im ersten Durchgang nix auf die Hütte. Bleibt angeschlagen in der Kabine. Note 2.
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(1) Peter Gulacsi: Musste in Düsseldorf keinen einzige Ball abwehren. Bekommt im ersten Durchgang nix auf die Hütte. Bleibt angeschlagen in der Kabine. Note 2. ©
LESENSWERT

Wie sich die Erfahrung des Burnouts auswirkt

"Es braucht auch mal eine Auszeit. Man muss auch mal das Handy ausmachen. Diese Erkenntnis hat meine Vorgeschichte mit dem Burnout bewirkt. Hätte ich mir vor sieben Jahren noch nicht vorstellen können. Das hat was mit Achtsamkeit zu tun. Ein Körper verzeiht mit 60 Jahren auch weniger als mit 40."

Zur Zusammenarbeit mit Julian Nagelsmann

"Der Trainer ist der Chef im Tagesgeschäft Fußball. Das wird dann Julian Nagelsmann sein. Er ist unser absoluter Wunschtrainer. Er hatte viele Angebote und hat sich nicht ohne Grund für uns entschieden. Ich sehe in der Zusammenarbeit viel mehr Chancen als Risiken, auch wenn wir kontrovers diskutieren werden."

In der Rubrik "Was wäre wenn" sagte Rangnick am Ende der Sendung unter anderem, dass er gern mal den Dalai Lama interviewen würde. Außerdem wünscht sich der 60-Jährige die Möglichkeit, während des Spiels mit seinen Spielern zu sprechen – ähnlich wie in der Auszeit beim Handball. Neben Rangnick waren Sky-Experte und Ex-Profi Jan Aage Fjörtoft, Freddie Röckenhaus (Süddeutsche Zeitung), Lars Wallrodt (Sportchef Bild am Sonntag) und Yannick Erkenbrecher (Sky) in der Runde dabei.

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