09. Februar 2022 / 15:40 Uhr

RB Leipzigs Trainer Tedesco über Gegner Köln: "Alles, was sie machen, ist stimmig“

RB Leipzigs Trainer Tedesco über Gegner Köln: "Alles, was sie machen, ist stimmig“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco und Köln-Coach Baumgart stehen sich am Wochenende gegenüber.
RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco und Köln-Coach Baumgart stehen sich am Wochenende gegenüber. © Getty Images/SPORTBUZZER-Montage
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Platz sechs, ein Punkt vor Leipzig: RB-Coach Domenico Tedesco warnt vor den bärenstarken Kölnern und freut sich über Steffen Baumgarts Rückkehr auf die Effzeh-Bank.

Leipzig. Die gute Nachricht für den 1. FC Köln, Steffen Baumgart nebst Baumgarts Lieben auf zwei und vier Beinen vorneweg: Der Cheftrainer des Effzeh hat die Quarantäne verlassen, sitzt beim Beinahe-Spitzenspiel RB Leipzig (7./31 Punkte) gegen Köln (6./32) am Freitag in Leipzig von 20.30 Uhr an auf der Bank, malträtiert nicht mehr die heimische Couch, Frau, Kinder und Hund. So geschehen und viral gegangen während des Kölner Heimspiels gegen Freiburg (1:0).

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„Wir möchten weiter von hinten rausspielen“

RB-Coach Domenico Tedesco: „Mich freut es, dass der Coach dabei ist und keinen schweren Verlauf hatte. Ich habe es in Moskau erlebt, wie schwierig es ist, nicht am Spielfeldrang mitfiebern zu dürfen.“ Die beiden Spielen ohne DT auf der Bank wurden von Spartak Moskau übrigens gewonnen.

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Köln, Herr Tedesco? „Sehr kompakt, aggressiv. Alles, was sie machen, ist sehr stimmig. Sie spielen eine super Saison, das hat nichts mit Zufall zu tun. Sie pressen hoch, setzen den Gegner unter Strom. Ihnen ist relativ egal, gegen wen sie spielen. Sie schlagen extrem viele Flanken, deren Abnehmer Anthony Modeste ist.“ Der Mittelstürmer blick auf 14 Saisontore und lauert unter anderem auf die Hereingaben des Kölner Flanken-Gottes Benno Schmitz, der von 2016 bis 2018 bei RB Leipzig 18 Mal in der Bundesliga spielte. „Flanken verhindern ist ein spannendes Thema“, sagt Tedesco mit Blick auf diese spezielle Effzeh-Statistik: Satte 82 Prozent der Kölner Abschlüsse resultieren aus Flanken. Also: Body rein, nicht flanken lassen.

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Tedesco will vom eigenen gepflegten Spiel aus der Abwehr nicht abrücken. „Wir möchten weiter von hinten rausspielen.“ Wenn das nicht geht, der Gegner im Nacken sitzt und brutal presst, müsse man auch mal den etwas längeren risikoarmen Ball spielen. „Dieses Momentum haben wir in München in zwei, drei Situationen verpasst.“ Beispielsweise bei den Gegentoren zum 0:1 und 2:3.

Eine zentrale Frage aus Leipziger Sicht vorm 22. Spieltag: Wie offensiv darf´s/muss es gegen die selbstgewissen Kölner sein? Klar ist: Die zur Verteilung stehenden drei Punkte sind für die Roten Bullen beim Kampf um die Champions League von extremer Wichtigkeit, ein Dreier würde die Rasenballer zumindest über Nacht auf Platz vier hieven.

„Das Fußball-Gefühl kehrt zurück“

Dass Tedesco die Edel-Techniker Dani Olmo, Emil Forsberg, Christopher Nkunku und Dominik Szoboszlai im Quartett auflaufen lässt, wäre nur dann eine Möglichkeit, wenn RB A: mit zwölf, dreizehn Spielern auflaufen darf oder B: ein, zwei der genannten Herren in der Abwehrkette fungieren. Mohamed Simakan kehrt in den Kader zurück, könnte statt Lukas Klostermann verteidigen. Der Nationalspieler wiederum könnte von innen auf die rechte Seite rücken.

Tedesco über die Qual der Wahl: „Wir haben jetzt viele Optionen, sind darüber sehr glücklich. Es sind fast alle fit, jeder ist zu Recht hier. Wir stellen uns vor jedem Spiel die Frage: Was braucht es gegen den jeweiligen Gegner?“ Rotation? Ja, aber nicht um der Rotation Willen. „Wenn jemand einen Flow hat, nehmen wir den nicht raus.“ Wer mal nicht in der Startelf stehe, müsse bereit sein und liefern, wenn er rein kommt. „Am Ende geht es um die Mannschaft.“

Die Red-Bull-Arena öffnet zwei Stunden vor Spielbeginn ihre Pforten, um einen entspannten Zugang zu ermöglichen. Auf dem Plaste-Schemel muss keine Maske getragen werden. Es gibt Bier und Wurst. Um mit Lukas Klostermann zu sprechen: „Das Fußball-Gefühl kehrt zurück.“