05. Juni 2018 / 07:54 Uhr

RB Leipzigs U17 Coach Blessin: Feuer in den Augen verrät alles

RB Leipzigs U17 Coach Blessin: Feuer in den Augen verrät alles

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Im Stadion von Hannover 96 feiern die B-Junioren von RB den Bundesliga-Staffelsieg. Es folgte eine ausgelassene Busfahrt. 
Im Stadion von Hannover 96 feiern die B-Junioren von RB den Bundesliga-Staffelsieg. Es folgte eine ausgelassene Busfahrt.  © RB Leipzig
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Die U17-Junioren von RB treffen im Bundesliga-Halbfinale auf den FC Bayern. Wir haben vor dem Duell mit Trainer Alexander Blessin gesprochen. 

Leipzig. Mit dem 2:0 am Sonntag in Hannover sicherte sich die B-Jugend von RB Leipzig den Titel in der Bundesliga Nord/Nordost und steht im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Morgen (17 Uhr) trifft RB in München auf die Bayern. Das Rückspiel findet am Sonntag (14.30 Uhr) am Leipziger Cottaweg statt. Meistertrainer Alexander Blessin (45) bewertet die Saison und gibt Ausblick auf die beiden Partien gegen die Bayern.

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Wie feiern 16-jährige Leistungssportler einen Titel, wenn drei Tage später ein Halbfinale ansteht?

Unsere Busfahrt war sehr ausgelassen. Es lastete vorher ein enormer Druck auf uns. Letzlich haben die Jungs das mit Bravour gelöst und verdient die Meisterschaft nach Sachsen geholt. Ausgelassen heißt aber auch, jeder weiß, unsere Reise ist noch nicht zu Ende. Die Stimmung im Bus war sehr gut, die Jungs konnten Musik auflegen, die sonst im Mannschaftsbus nicht läuft. Nach der Ankunft am Cottaweg habe ich alle zusammengenommen und ihnen klar gemacht: Mit dem Zubettgehen beginnt die Vorbereitung auf die Bayern. Das Feuer in den Augen hat mir gezeigt: Jeder hat es verstanden und verinnerlicht.

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War der Erfolg absehbar?

Uns war klar, dass wir gemeinsam mit vier anderen Teams zu den Spitzenteams der Liga gehören. Bei so einer starken Konkurrenz ist die Meisterschaft nicht planbar. Dazu gehören viele kleine Mosaiksteine und zum richtigen Zeitpunkt auch ein wenig Glück. Es gab im Saisonverlauf zwei Schlüsselphasen. Zum einen war es der Auftakt mit drei Topspielen in acht Tagen, bei denen wir sechs Punkte geholt haben. Dann der Beginn der Rückrunde im Dezember. Wieder gelang uns ein Auftakt nach Maß mit Siegen gegen Wolfsburg und Hertha.

Welche Tiefpunkte gab es?

Niederlagen gehören zu jeder Entwicklung dazu. Daraus gilt es zu lernen. Wir haben uns unsere spielerische und kämpferische Auszeit Ende September im Spiel bei Union Berlin geleistet. Im Ernst: Das hat mich richtig geärgert. Bei der 1:3-Niederlage sind wir überheblich aufgetreten und haben verdient einen Schuss vor dem Bug bekommen. Solche Spiele entscheiden in der Regel die Meisterschaft. Zum Glück aber und insbesondere mit extremen Willen und hoher Konzentration haben wir uns nach dieser Niederlage erholt und sind dann auch bis heute nie wieder in diese Lethargie verfallen. Die Jungs haben schnell gelernt, das macht mich stolz.

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Sind die Bayern auch in der U17 die „großen Bayern“?

Das werden zwei Spiele auf Augenhöhe sein. In der Vorbereitung haben wir 0:0 und 1:1 gespielt. Es gibt also keinen Favoriten. Wir betrachten beide Partien als Einzelspiele. Wir schauen auf uns, auf unsere Stärken und entwickeln den Matchplan entsprechend unserer Philosophie. Natürlich beschäftigen wir uns auch mit dem Gegner. Ich sehe da kein Taktieren. Unsere Stärke ist unser Teamspirit, die Ausgeglichenheit des Kaders und unsere Philosophie. Wenn wir diese umgesetzt bekommen, ist alles möglich.


Spielen Sie in Bestbesetzung?

Wir gehen mit der Topelf ins Spiel. Fehlen wird uns verletzungsbedingt nach wie vor unser Winterzugang Mads Bidstrup. Er konnte erst ein Punktspiel für uns bestreiten, das ist tragisch. Wie das Team das weggesteckt hat, ist sensationell. Wir werden an Mads noch viel Freude haben, davon bin ich überzeugt. Wir haben auch ohne ihn eine starke Elf. Wir stellen die beste Abwehr mit den wenigsten Gegentoren und den zweitbesten Sturm.

Auf welchen Gegenspieler muss ihr Team besonders achten?

Darum geht es nicht so sehr. Natürlich ist Oliver Batista Meier eines der Toptalente im 2001er-Jahrgang in Deutschland. Aber auch er kann alleine kein Spiel gewinnen.

Ist der Staffelsieg der bisher größte Erfolg Ihrer Trainerkarriere?

Definitiv. Als Co-Trainer unter Achim Beierlorzer stand ich mit der U17 von RB vor drei Jahren schon einmal in einem DM-Halbfinale. Damals sind wir an Dortmund gescheitert. Wir wären sehr stolz, wenn das Finale um die U17-DM in der kommenden Woche am Cottaweg stattfindet. Jetzt kommen nach einer langen Saison die Bonus-Spiele. Wir werden sehen, wohin unsere Reise noch geht. Wir sind bereit und werden morgen alles raushauen, was im Tank ist.

Frank Schober/Bjarne Johannsen-Schmidt