05. März 2020 / 09:11 Uhr

RB Leipzigs U19-Kapitän Jäkel: "Wenn ich den Durchbruch schaffe, wäre es eine große Sache"

RB Leipzigs U19-Kapitän Jäkel: "Wenn ich den Durchbruch schaffe, wäre es eine große Sache"

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Frederik Jäkel
Mit der U19 von RB spielt Frederik Jäkel aktuell schon sehr erfolgreichen Fußball. Doch sein Ziel ist es, dies auch in der ersten Liga bei den Profis zu machen. © gepa
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Frederik Jäkel ist Kapitän der U19 von RB Leipzig und auch in der Junioren-Nationalmannschaft ein echter Leistungsträger. Am vergangenen Wochenende stand der 18-Jährige erstmals im Profi-Kader des Bundesliga-Zweiten.

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Leipzig. Die U19 von RB Leipzig hat nach einem enttäuschenden achten Platz in der Vorrunde der Junioren-Bundesliga (Staffel Nord/Nordost), dem Aus im DFB-Pokal und in der Uefa Youth League wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Nach der Winterpause ist die Bilanz der Elf von Alexander Blessin nach Siegen gegen den Chemnitzer FC (7:0), Energie Cottbus (3:0), Hannover 96 (2:0), den Niendorfer TSV (5:0) und Union Berlin (3:0) noch makellos. Am Sonntag (11 Uhr) gastieren die auf Platz vier gekletterten Jungbullen bei Holstein Kiel.

Lizenzspielervertrag bis 2022

Der Aufschwung hat auch mit Kapitän Frederik Jäkel zu tun. Der 18 Jahre alte Innenverteidiger, der aus Dommitzsch bei Torgau stammt, zählt zu den Stützen der RBL-Junioren. Auch wenn er in der Rückrunde verletzungsbedingt erst zweimal zum Einsatz kam. „Freddy ist sehr zweikampf- und vor allem kopfballstark, hat ein gutes Spielverständnis und bringt eine super Mentalität mit“, sagt Trainer Alexander Blessin. „Er saugt alles an Infos und Hinweisen auf und versucht, diese so schnell und gut wie möglich umzusetzen. Freddy hat sich in den letzten drei Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und sich alles hart erarbeitet.“

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RB Leipzig hat im Kampf um die Meisterschaft zwei Punkte verschenkt. Die Nagelsmann-Elf kam gegen Bayer 04 Leverkusen nicht über 1:1-Unentschieden hinaus. ©

Die harte Arbeit wurde im vergangenen Jahr mit einem Lizenzspielervertrag bis 2022 belohnt. Der deutsche U19-Nationalspieler (7 Länderspiele) hat schon häufiger mit der ersten Elf trainiert und auch die komplette Sommervorbereitung inklusive Freundschaftsspielen mitgenommen. Am vergangenen Wochenende gehörte er beim 1:1 (1:1) gegen Bayer Leverkusen erstmals dem Profi-Kader an. Die frohe Botschaft überbrachte ihm Co-Trainer Robert Klauß drei Tage vorher. „Das war natürlich ein besonderer Moment für mich“, sagt Jäkel. „Und dann am Sonntag einfach mal reinzuschnuppern, wie die Abläufe an einem Bundesliga-Spieltag sind und mit der Profi-Mannschaft in der Kabine zu sitzen, sich warm zu machen, war ein großartiges Gefühl.“

Auch mit dem Kochen klappt`s

Als sportliche Vorbilder nennt Jäkel Rafael Varane von Real Madrid und Liverpool-Verteidiger Virgil van Dijk. In Leipzig will er sich von Ibrahima Konaté und Dayot Upamecano, die kaum älter als er selbst sind, noch viel abschauen. In der Handlungschnelligkeit sieht er das größte Potenzial für Verbesserungen, um im Profibereich selbst den Durchbruch zu schaffen. Auch in der Spieleröffnung gibt es noch Reserven. „Dort hat Freddy aber schon deutliche Entwicklungsschritte genommen“, lobt sein Trainer. Auch bei ruhenden Bällen will Jäkel (ein Saisontor) noch zulegen. „Bei Standards muss ich eigentlich noch gefährlicher sein bei meiner Körpergröße und meinen körperlichen Voraussetzungen“, sagt der 1,93-Meter-Mann selbstkritisch.

Schon seit der U13 läuft der Teenager mit dem Kurzhaarschnitt für RB Leipzig auf. Inzwischen bezog er seine erste eigene Wohnung in der Messestadt. Bei Ordnung und der Essenszubereitung gebe es keine Schwierigkeiten, erklärt er grinsend. „Nudeln mit Tomatensauce geht immer.“ Aus dem Glas? Nein, natürlich selbstgemacht! Seine Mutter habe ihm die Grundlagen des Küchen-Einmaleins näher gebracht.

Dani Olmo, Frederik Jäkel und Ademola Lookman nach dem Spiel der Bundesliga-Profis gegen Leverkusen auf dem Rasen.
Dani Olmo, Frederik Jäkel und Ademola Lookman nach dem Spiel der Bundesliga-Profis gegen Leverkusen auf dem Rasen. © GEPA pictures

Nicht nur im kulinarischen Bereich hat sich der Verteidiger in den letzten Jahren weiterentwickelt, auch charakterlich und sportlich. Coach Blessin nennt ihn fleißig, höflich und sehr reflektiert. „Freddy ist ein Führungsspieler. Viele Mitspieler orientieren sich an ihm.“ Außerhalb des Platzes gilt Jäkel eher als ruhiger Typ, der gerne mal ein Buch in die Hand nimmt. Zuletzt war es eine Biografie über den verstorbenen Basketball-Star Kobe Bryant.

Durchbruch wäre eine große Sache

„Aber auf dem Platz kommt schon mal eine klare Ansage, wenn es nicht so läuft, damit die Spieler wach werden“, sagt der U19-Kapitän. Die einen – wie seinen Kumpel und DFB-Teamkollegen Malik Talabidi – könne er „auch mal ein bisschen härter anpacken“. Bei anderen geht er behutsamer vor. Blessin wünscht sich von seinem Schützling, dass er noch mehr Verantwortung auf dem Platz übernimmt. „Er muss noch mehr vorangehen und seine Mitspieler mitreißen“, sagt der 46-Jährige. Wäre ja auch seltsam, wenn es bei einem 18-Jährigen keine Stellschrauben geben würde, an denen gedreht werden muss.

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Die ersten kleinen Schritte zu den Profis hat das Eigengewächs zurückgelegt – und das soll nicht das Ende des Weges sein. „Natürlich ist es mein Traum, mal mit der ersten Mannschaft in der Red-Bull-Arena aufzulaufen“, sagt Jäkel. „Ich komme aus der Region. Wenn ich den Durchbruch schaffen könnte, wäre es eine große Sache für mich.“ Der Profifußball – ob in Leipzig oder bei einem anderen Verein – scheint in greifbarer Nähe. Im Sommer steht aber erstmal die Europameisterschaft mit der U19-Nationalmannschaft in Nordirland an, sofern die Qualifikation gelingt. Nicht nur im Nachwuchs von RB Leipzig, auch für DFB-Coach Guido Streichsbier ist Frederik Jäkel eine wichtige Stütze.