12. November 2020 / 14:32 Uhr

RB Leipzig und der FC Goa: Markteroberung ja, ein neuer Red-Bull-Club nein

RB Leipzig und der FC Goa: Markteroberung ja, ein neuer Red-Bull-Club nein

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig und der FC Goa gehen künftig gemeinsame Wege.
RB Leipzig und der FC Goa gehen künftig gemeinsame Wege. © Getty Images
Anzeige

RB Leipzig erweitert sein internationales Engagement und kooperiert in Zukunft mit dem indischen Super-League-Club FC Goa. Die Messestädter wollen nicht nur sich selbst, sondern auch die Bundesliga in Indien promoten und gemeinsam Fußballtalente ausbilden. Ob der Eine oder Andere den Sprung ins deutsche Fußball-Oberhaus schafft?

Leipzig/Goa. Zwei Jahre lang war die Partnerschaft zwischen RB Leipzig dem Indischen Super-League-Club FC Goa in der Mache. Am Donnerstag war es dann soweit. Der Bundesligist trat mit der Kooperation an die Öffentlichkeit, und überraschte Viele. „Das ist kein Projekt, dass mal eben so entstanden ist. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, dass wir uns auch international engagieren müssen, sagte RB-Vorstandschef und -Geschäftsführer Oliver Mintzlaff bei der eigens einberufenen Medienrunde. Im Fokus stehen dabei zunächst einmal der Nachwuchs und der Austausch von Know-How. Aber aus der Partnerschaft, die vorerst bis zum 30. Juni 2023 befristet ist, erhoffen sich die Roten Bullen auch,"Fußstapfen zu hinterlassen, die zu mehr als nur Fußballcamps führen". Dabei steht ein finanzieller Ertrag aber für keinen der Beteiligten nicht im Vordergrund.

Anzeige

Vieles kann, Wenig muss

Durchaus im Blickpunkt steht dagegen das Interesse der Leipziger, die Bundesliga in Indien stärker am Markt zu positionieren. „Dort haben die englische Premier League und die eigene Super League einen höheren Stellenwert als die Bundesliga. Aber das Interesse am deutschen Fußball steigt auch dort.“ Beim Liga-Gipfel am Mittwoch "haben wir auch vorgeführt, dass die internationalen TV-Einnahmen rückläufig sind. Wir müssen das Produkt Bundesliga auch international transportieren und jeder Schritt, den ein Verein tun kann, ist ein wichtiger Schritt.“ Die Partnerschaft mit dem FC Goa ist auch in diesem Sinn entstanden. „Wir haben jetzt die richtige Größe, sind in der Bundesliga angekommen und haben unsere Stärke auch international gezeigt“, sagte Mintzlaff. „Wir wollen ein erfolgreiches Projekt schaffen und dabei verantwortlich mit unseren Ressourcen umgehen.“

Mehr zu RB Leipzig

Die Vertragslaufzeit von drei Jahren sei deshalb eine gute Dauer, um die Ziele auf einem vernünftigen Niveau aufzubauen, so der Geschäftsführer. Dazu zählten nicht nur fußballerische Ausbildung, Markterschließung und Brand Awareness, sondern auch der Ausbau der digitalen Reichweite. Die drei Jahre seien aber auch nicht in Stein gemeißelt, denn: „Wenn man irgendwann zu der Erkenntnis kommt, dass man die Ziele nicht erreicht hat, dann ist das eben so.“ Deshalb sei weder eine frühzeitige Verlängerung der Partnerschaft, noch ein frühzeitiges Ende auszuschließen.

Kooperation lässt Träume wahr werden

Eine Übernahme des FC Goa ins Red-Bull-Fußball-Netzwerk ist nicht geplant, versicherte der 45-Jährige. „Das kann man ausschließen. Red Bull hat Clubs in Brasilien und in New York und ist mit dem Portfolio zufrieden.“ An einen indischen Spieler in der Bundesliga denkt man auch nur am Rande. Ausgeschlossen sei aber nichts. „Ralf Rangnick meinte mal zu mir, dass er es nicht erleben würde, das ein indischer Spieler ein Bundesliga-Profi wird. Ich glaube nicht, dass sich das so einfach sagen lässt“, meint Mintzlaff. Immerhin habe Indien 1,4 Milliarden Einwohner.

Der FC Goa ist in dieser Hinsicht ebenfalls optimistisch. Sie sei ein wichtiges Zeichen für indische Fußballer, dass ihre Träume auch in Erfüllung gehen können. „In den letzten zehn Jahren hat RB Leipzig gezeigt, was für Transformationen im Fußball möglich sind“, sagte Akshay Tandon, Miteigentümer und Präsident des FC Goa. Dabei geht es mit der Zusammenarbeit aufgrund der Corona-Pandemie zunächst nur digital los. Aber auch darüber sei man beim Super-League-Club glücklich und gespannt. „In den nächsten Jahren werden wir hoffentlich viele erfolgreiche, junge Fußballer aus Indien sehen, die vielleicht auch in der Bundesliga spielen“, so Tandon.