13. Dezember 2019 / 07:50 Uhr

RB Leipzigs Willi Orban: „Habe dem Trainer gezeigt, dass ich kein Blinder bin“

RB Leipzigs Willi Orban: „Habe dem Trainer gezeigt, dass ich kein Blinder bin“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Fußball: Bundesliga, Bayern München - Borussia Dortmund, 28. Spieltag am 08.04.2017 in der Allianz Arena in München (Bayern). Sokratis (l) und Marcel Schmelzer von Dortmund diskutieren nach Spielende miteinander. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Abwehrchef und Kapitän Willi Orban gehört zu den Dauerbrennern bei RB. © GEPA pictures
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Der verletzte RB-Kapitän Willi Orban spricht im SPORTBUZZER-Interview über Julian Nagelsmann, sein Comeback und mehr Sein als Schein.

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Leipzig. Er fährt ein kleines Auto, trägt keine Designer-Klamotten, feiert Weihnachten und Silvester im heimischen Kaiserslautern bei der Familie. Willi Orban ist wahrscheinlich der normalste und freundlichste Fußball-Profi seit Fritz Walter und Horst Eckl. Bis zum 30. Oktober, dem 6:1 in Wolfsburg und einer Blessur im linken Knie spielte der RB-Kapitän, 27, die Saison seines Lebens, überraschte selbst Julian Nagelsmann. Nach einem Schlüssellocheingriff (Arthroskopie) im linken Orbanschen Knie arbeitet der Abwehrchef(152 Pflichtspiele für RB) an seinem Comeback.

Wie ist das werte Befinden, Herr Orban?

Alles okay. Die Reha läuft gut, ich bin jeden Tag fünf, sechs Stunden am Cottaweg und dort in besten Händen.

Bis zum Trainingsauftakt am 6. Januar dürfte es eng werden.

Wir werden nichts überstürzen, wollen auf keinen Fall den Erfolg des Eingriffs und der Reha gefährden. Der Februar ist eher ein realistisches Ziel für den Einstieg ins Mannschaftstraining.

Ihre Kollegen reihen Erfolg an Erfolg. Hilft das ein wenig über den Frust des Nichtdabeiseins?

Mitspielen und Mithelfen ist natürlich erfüllender und schöner. Ich vermisse es, gegen die Kugel zu treten, die Kabine, den Wettkampf, die Anspannung, das Adrenalin. Aber es macht wirklich Spaß, den Jungs zuzuschauen. Wir sind auf einem guten Weg, sind dabei den nächsten Schritt zu tun, kreieren viele Chancen. Und alle arbeiten auch nach hinten mit.

Fotogalerie: Willi Orban bei RB Leipzig

2015 Juli: Orban spielt für RB (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2015 Juli: Orban spielt für RB (@GEPA Pictures) ©
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Lohn der zehrenden Exzerzitien unter Julian Nagelsmann?

Der Trainer ist ein Guter, hat wirklich was drauf und vermittelt das auch gut. Das Training auf dem Platz und vorm Videorecorder ist anspruchsvoll für den Kopf. Und es ist wirkungsvoll.

Im Sportstudio sprach Nagelsmann vom lockenden Ballbesitz. Können Sie das erklären?

Der Trainer zeigt uns, wo wir wann zu stehen und zu passen haben, wie wir den Gegner bespielen, freie Räume provozieren und finden. Mehr wird nicht verraten.

Die Ballzirkulation vorm eigenen Kasten und im Mittelfeld birgt Gefahren. No risk no fun?

Ganz ohne Risiko geht es bei unserem Ansatz nicht. Wenn alle konzentriert und selbstbewusst sind, ein gutes Positionsspiel und einen guten ersten Kontakt haben, ist die Fehlerquote entsprechend gering.

Ihr Kollege Timo Werner trifft aus allen Lagen.

Unser Spiel kommt Timo entgegen. Er ist mehr drin im Spiel, hat immer zwei, drei, vier Top-Chancen, ist schwerer zu greifen, leitet Angriffe ein, legt Tore auf.

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Stimmt es, dass der Coach Werner nahe gelegt hat, an seinem linken Fuß zu feilen?

Ja, und zwar mit Erfolg. Die Flanke auf Emils Kopf gegen Benfica - das war weltklasse! Und das mit links.

In die Lücke, die Sie und Ibrahima Konaté hinterlassen haben, ist Stefan Ilsanker gesprungen. Überrascht Sie Ilsankers Renaissance?

Nein, Ilse ist das beste Beispiel, wie wichtig Professionalität und Mentalität sind. Auf ihn ist Verlass, da weiß man, was man bekommt.

Gladbach, RB, BVB, Bayer, Bayern und Schalke machen den Meisterkampf unter sich aus. Wer hat die Nase vorn?

Wie alle wissen, haben die Bayern den besten Kader.

DURCHKLICKEN: Sie sind für ihre Nationalteams im Einsatz

Emil Forsberg (Schweden) Zur Galerie
Emil Forsberg (Schweden) ©

Das mündet aber nicht immer im Titel. Siehe 2011 und 2012, als der BVB die Schale reckte.

Sehen Sie, die Spannung im Titelkampf ist also doppelt da. Und wir wollen diese Spannung mit unseren Leistungen möglichst hoch halten.

Bis zu Ihrer Verletzung absolvierten Sie jede Spielminute und überraschten mit Ihren Leistungen sogar Nagelsmann.

Ich verteidige nicht so spektakulär wie Dayot oder Ibrahima, habe dem Trainer aber gezeigt, dass ich kein Blinder bin.

Unterstatement auf dem Platz und außerhalb. Sie fahren einen Kleinwagen, Herr Orban.

Damit bin ich trotz des L-RB-Nummernschildes undercover unterwegs. Kein Mensch glaubt, dass ich Spieler bin. Mein Motto ist insgesamt: Mehr Sein als Schein.

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