06. Dezember 2019 / 16:24 Uhr

RB und Stadt Leipzig ehren Antifaschisten Werner Seelenbinder

RB und Stadt Leipzig ehren Antifaschisten Werner Seelenbinder

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Die Gedenktafel für Werner Seelenbiner im Empfangsbereich des Hauptgebäudes der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur in der Jahnallee 59.
Die Gedenktafel für Werner Seelenbiner im Empfangsbereich des Hauptgebäudes der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur in der Jahnallee 59.
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Am Samstag um 15.30 Uhr wird das Duell zwischen RB Leipzig und der TSG 1899 Hoffenheim angepfiffen. Vor dem Bundesliga-Spiel rückt der Fußball jedoch in den Hintergrund, wenn um 13 Uhr am sanierten Glockenturm an der Red-Bull-Arena eine historische Gedenktafel für den antifaschistischen Ringer Werner Seelenbinder eingeweiht wird.

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Leipzig. Vor dem Bundesliga-Fußballspiel RB Leipzig gegen TSG Hoffenheim findet am Sonnabend um 13 Uhr eine kleine Feierstunde mit durchaus großer Bedeutung statt. Der 1959 erbaute rund 40 Meter hohe Glockenturm an der Red-Bull-Arena erstrahlt in neuer Pracht. Dazu wird die Ehrentafel des antifaschistischen Ringers Werner Seelenbinder völlig restauriert wieder an ihrer alten Stelle angebracht. Seit ihrer Wiederentdeckung bei der letzten Sanierung des Turms vor rund zehn Jahren war die Tafel im Besitz des Sportmuseums.

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An der Feierstunde nehmen von Seiten RB Leipzigs Ulrich Wolter, Director of Operations, vom Museum für Leipziger Stadtgeschichte Dr. Anselm Hartinger sowie Christopher Zenker, Stadtrat und Vorsitzender des Fachausschusses Sport, teil. „Ich freue mich, dass RB Leipzig sehr aufgeschlossen unser Vorhaben unterstützt hat“, sagte Dr. Ansgar Scholz vom Kulturamt Leipzig. Werner Seelenbinder war mehrfacher deutscher Meister und Olympiavierter 1936. Wettkämpfe nutzte er für den Kampf gegen das Nazi-Regime. So verweigerte er beispielsweise bei seinem ersten deutschen Meistertitel 1933 den Hitlergruß. Weil sich der Ringer an einer Widerstandsgruppe beteiligte, wurde er im Jahr 1942 festgenommen, am 5. September 1944 zum Tode verurteilt und wenig später, am 24. Oktober 1944, im Zuchthaus Brandenburg durch das Fallbeil ermordet. Seit 2008 ist Seelenbinder Mitglied in der Hall of Fame des deutschen Sports.

Manne Hönel/anzi

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