13. Januar 2022 / 13:48 Uhr

Re-Start am Samstag: So sind die heimischen Handball-Oberligisten drauf!

Re-Start am Samstag: So sind die heimischen Handball-Oberligisten drauf!

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Re-Start am Samstag: Für den VfB Fallersleben (l. Bild, l.) und den MTV Vorsfelde (r. Bild, am Ball) stehen Punktspiele an.
Re-Start am Samstag: Für den VfB Fallersleben (l. Bild, l.) und den MTV Vorsfelde (r. Bild, am Ball) stehen Punktspiele an. © Michael Plümer/Roland Hermstein
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Re-Start am Samstag: Die heimischen Oberligisten VfB Fallersleben und MTV Vorsfelde sind heiß auf die Rückkehr aufs Handball-Parkett. Wie es ihnen in der Corona-bedingt verlängerten Winterpause ergangen ist und was sie sich von der Rückkehr in den Spielbetrieb erhoffen, verraten die Trainer im Sportbuzzer.

Sie waren gegen die früher gestartete Winterpause, doch sie akzeptierten klaglos, dass es anders kam - die Handball-Oberligisten VfB Fallersleben und MTV Vorsfelde nutzten nun die Zeit, um sich auf den Re-Start am Samstag vorzubereiten.

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Beide Teams sind heiß. Vorsfelde freut sich auf ein Heimspiel, für den VfB ist es fast eins. Bleibt nur die Frage: Wie lange kann diesmal gespielt werden?

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VfB Fallersleben

Nein, das hat Mike Knobbe in seiner langen Karriere noch nicht erlebt: Am Samstag (18 Uhr) steht für seinen VfB und ihn bei den HF Helmstedt-Büddenstedt das fünfte Auswärtsspiel in Folge an. Danach folgt direkt das sechste beim TV Stadtoldendorf. Heimrecht-Tausch und Spieltags-Verlegungen sorgen für den kuriosen Spielplan.


Genervt ist der Klub von der Reiserei nicht. Kein Wunder: Der November verlief für Fallersleben golden, die jüngsten drei Auswärtspartien wurden gewonnen. "Wenn wir noch zwei Punkte aus den nächsten beiden Spielen mitnehmen, gern schon etwas aus Helmstedt, wäre das nicht schlecht", so Knobbe. "Weil es das erste Spiel im neuen Jahr ist, dazu ein kleines Derby."

Der VfB trainierte bis vor Weihnachten durch, dann gab's Hausaufgaben für die Spieler, ehe das Teamtraining am 4. Januar wieder aufgenommen wurde. Was er aber nach einem guten Drittel der Saison schon sagen kann: "Wir sind über die Zeit schon ein Stück weit zusammengewachsen. Vom Charakter her passt das." Auch die Stimmung sei gut geblieben.

Und auch wenn der Coach krankheitsbedingt nicht auf den kompletten Kader zurückgreifen kann, freut er sich auf die Partie In Helmstedt - im Vergleich zu den vorherigen Reisen ja fast ein kleines Heimspiel, Knobbe rechnet auch mit einigen VfB-Fans in der Halle. "Aber es wäre schön, wenn man das mal wieder zu Hause hat. Das gewohnte Umfeld fehlt schon."

Beim VfB hat sich einiges getan. "Trotz der schwierigen Situation haben wir deutlich bessere Zuschauerzahlen als vor Jahren, es gibt mittlerweile einen Fanklub - und man wird auch im Umland wahrgenommen, läuft nicht mehr nebenher." Auch das sei eine Auszeichnung für die Leistung, die die Handballer abrufen. Vor allem in Zeiten, in denen die Vereine sportlichen Erfolg trotz Corona erzielen müssen. Knobbe: "Es gibt immer wieder neue Situationen, auf die man sich einstellen muss. Das ist für alle schwierig, es wird sich zeigen, wer damit am besten zurechtkommt."

MTV Vorsfelde

Mit einem 36:26 gegen den TV Jahn Duderstadt hatte Vorsfelde seinen kleinen Negativlauf (zwei Niederlagen in Folge) gerade gestoppt, da kam die ligaweite Vollbremsung. Die Mehrheit der Klubs war mit Blick auf die 2G-plus-Regelung in Corona-Zeiten für den Stopp. Vorsfelde hätte gern weitergespielt. "Man hat innerlich damit gerechnet, dass die Saison unterbrochen wird. Dass dann im Dezember die demokratische Entscheidung getroffen wurde, geht in Ordnung. Es geht ja um die Gesundheit aller", so MTV-Trainer Daniel Heimann. "Immerhin sind wir ja schon weiter als im letzten Jahr." In der Vorsaison hatte Vorsfelde beim Abbruch drei Spiele auf dem Konto, jetzt sind es schon neun Partien.

Am Samstag (18.30 Uhr) soll gegen Schlusslicht HV Barsinghausen das zehnte hinzukommen. "Wir gehen davon aus, dass gespielt wird, bereiten uns mit einer regulären Trainingswoche vor. Aber wie die Erfahrung zeigt, kann bis zum Spiel noch viel passieren." Vorsfelde geht gut vorbereitet in den Re-Start. "Wir hatten den Vorteil, dass wir weiter trainieren konnten, haben uns in der Athletik ordentlich aufgestellt, bis kurz vor Weihnachten gemeinsam weitertrainiert."

Im neuen Jahr ist der MTV seit dem 3. Januar am Ball. "Wir haben den Fokus jetzt darauf gelegt, das, was wir uns an Kraft in den Beinen erarbeitet haben, jetzt auch handballerisch umzusetzen." Die verlängerte Winterpause nutzte der Coach, um mit neuen Übungen andere Reize zu setzen. In normalen Trainingswochen "mag ich nicht so viele Veränderungen. Aber jetzt konnte ich mich ein bisschen auslassen".

Gegen das Schlusslicht kann Heimann fast aus dem Vollem schöpfen, nur Thomas Krüger ist privat verhindert. "Die Jungs sind gut drauf, wir freuen uns aufs Spiel und unsere Zuschauer."

Vier Spieltage bis zur Wertung

Der Handball - als Indoor-Sportart - ist in Corona-Zeiten arg gebeutelt. Die vergangene Oberliga-Saison wurde abgebrochen, die Spielzeit davor nicht mit Quotientenregelung gewertet. Das Schicksal eines erneuten Abbruchs könnte aber bald abgewendet sein. Um zumindest eine erneute Wertung nach Quotientenregel möglich zu machen, fehlt nicht mehr viel. In der HVN-Spielordnung heißt es: "Dafür muss im Erwachsenenbereich, bei einem Spielmodus mit Hin- und Rückrunde, jede Mannschaft mindestens die Hälfte ihrer Spiele in dieser Saison gespielt haben." Dazu fehlen noch vier Spiele.

"Wenn es nur eine Einfach-Runde gäbe, könnten wir schon über den Klassenerhalt reden", sagt Mike Knobbe, Coach des VfB Fallersleben mit einem Augenzwinkern. Aber auch ihm wäre eine komplette Saison lieber. "Bis Juni haben wir Zeit." Nur falls keine Halbserie gespielt werden kann, werde die Saison laut Spielordnung "nicht gewertet" und es werden "keine Auf- und Absteiger sowie Sieger ermittelt".