18. November 2020 / 15:34 Uhr

"Reaktion zeigen": Wolfsburgs Frauen schwören sich auf Frankfurt ein

"Reaktion zeigen": Wolfsburgs Frauen schwören sich auf Frankfurt ein

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Schwören sich auf Frankfurt ein: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg.
Schwören sich auf Frankfurt ein: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Mit 1:4 waren die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am Wochenende beim FC Bayern unter die Räder gekommen. Am Freitag geht's aber schon weiter, mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt - und da will das Team von Trainer Stephan Lerch eine Reaktion zeigen.

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1:4 beim FC Bayern München, fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben die Niederlage im Top-Spiel abgehakt und konnten in der abschließenden Analyse wichtige Erkenntnisse gewinnen. "Wir haben bereits am Montag die Analyse mit der Mannschaft gemacht", so Trainer Stephan Lerch. Man habe die Partie schnell aufgearbeitet, "damit wir es dann auch mit dieser Besprechung abhaken konnten und nun nach vorne blicken. Bis zum nächsten Spiel ist ja auch nicht viel Zeit." Das steht am Freitag (19.15 Uhr, live auf Eurosport) an.

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Welche Schlüsse hat der VfL denn aus der Pleite gezogen? "Bis ins Mittelfeld hin konnten wir es gegen Bayern gut lösen, aber das Spiel ins letzte Drittel, in den Rücken der Abwehr zu kommen, ist uns an diesem Tag zu selten gelungen", so Lerch. Das könne in anderen Spielen auch mal reichen, aber gegen so einen Gegner eben nicht. "Auch bei den Gegentoren haben wir fleißig mitgewirkt und uns individuell nicht gut verhalten. Ob es beim ersten das Zweikampfverhalten oder vor dem zweiten die Entstehung ist - das müssen wir in solchen Spielen besser machen", betont der Coach und fordert, dass auf jeder einzelnen Position die nötige Qualität abgerufen wird.

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Am Freitag soll gegen Frankfurt eine Reaktion her. "Wir haben uns nach der Besprechung noch einmal ein Stück weit eingeschworen und gesagt, dass wir eine Reaktion zeigen wollen. Damit meine ich jetzt nicht, dass wir sie aus dem Stadion schießen müssen", so Lerch. Die Eintracht sei "auch eine starke Mannschaft, die gute Qualität im Kader hat, aber aktuell vielleicht ein bisschen hinter den Erwartungen bleibt." Eintracht Frankfurt ist derzeit mit einer Ausbeute von 14 Zählern Tabellenfünfter und bräuchte einen Sieg, um den Anschluss an die oberen Plätze zu halten. Und deswegen, so Lerch, ist es auch "für sie kein einfaches Spiel bei uns. Aber letztendlich müssen wir auf uns schauen. Wir wollen zurück in die Erfolgsspur und das motiviert extra!"

An der angespannten Kadersituation ändert sich vor dem Liga-Duell nichts, mit Ewa Pajor (Knie-OP), Pauline Bremer (Kreuzbandriss) und Alexandra Popp (Kapselriss im Fuß) fehlen dem VfL weiter wichtige Optionen für die Offensive und fürs Zentrum - weitere Ausfälle kommen aber nicht dazu. Fridolina Rolfö, die gegen Bayern 45 Minuten spielte und direkt Gefahr ausstrahlen konnte, ist nun wieder eine Option für die Startelf. "Wir haben sie behutsam herangeführt nach ihrer Gehirnerschütterung. Sie ist jetzt so weit, dass sie durchaus wieder beginnen kann", findet Lerch. "Ob es für 90 Minuten reicht, weiß ich nicht, aber man kann wieder mit ihr rechnen."

Und auch Top-Transfer Shanice van de Sanden, die gemeinsam mit Karina Saevik erst Mitte September zum VfL gewechselt war, stand bisher nur beim 1:1 gegen den SC Freiburg in der Liga von Beginn auf dem Platz, ist auf einem guten Weg. "Wir haben weiter eine gute Konkurrenzsituation im Kader, jede Spielerin muss sich zeigen", sagt Lerch. Nach dem Kreuzbandriss von Bremer rückte Saevik als Stürmerin mehr in den Fokus. Auch mit van de Sanden ist der Coach einverstanden. Lerch: "Shanice macht das gut und war aus privaten Gründen vor kurzem ein paar Tage raus. Sie ist noch nicht bei hundert Prozent, da müssen wir sie hinbringen. Dennoch ist sie durchaus immer eine Option für die Startelf."

Ebenfalls erfreulich: In der Abwehrreihe kann der VfL bald wieder auf Sara Doorsoun zählen, die sich im Champions-League-Finale gegen Lyon Ende August eine Innenband-Verletzung im linken Knie zugezogen hatte. Lerch: "Sie trainiert mit der Mannschaft und ist auf einem guten Weg. Das Frankfurt-Spiel kommt aber wohl noch zu früh für sie." Festlegen wollte der Trainer sich da aber noch nicht. Fest steht: "In der Länderspielpause kann sie die letzten fehlenden Prozent aufholen."

Pokalspiel steigt an Nikolaus

Unterdessen hat der DFB das Pokal-Achtelfinale zeitgenau terminiert. Die Wolfsburgerinnen empfangen den MSV Duisburg am 6. Dezember um 14 Uhr. Eine Übertragung auf Wölfe-TV ist geplant. In der Liga waren beide Teams Mitte Oktober aufeinandergetroffen, damals setzte sich der VfL klar mit 5:2 durch.