22. November 2021 / 16:59 Uhr

Reaktionen aus dem Leipziger Land zur Handball-Zwangspause: "Können nicht weitermachen wie bisher"

Reaktionen aus dem Leipziger Land zur Handball-Zwangspause: "Können nicht weitermachen wie bisher"

Roger Dietze
Leipziger Volkszeitung
Für die Leisniger Handballer (hier gegen Taucha) läuft es bis zum Abbruch in der Bezirksklasse blendend.
Für die Leisniger Handballer (hier gegen Taucha) läuft es bis zum Abbruch in der Bezirksklasse blendend. © Sven Bartsch
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Der Handball-Spielbetrieb liegt seit vergangener Woche wegen Corona wieder auf Eis – die regionalen Vereine äußern Verständnis und tragen die Unterbrechung mit Fassung. Wir haben Stimmen gesammelt.

Sachsen. Auch im sächsischen Handball-Amateurbereich sind mittlerweile der Meisterschaft und Pokal in allen Spielklassen auf unbestimmte Zeit unterbrochen worden. Bis auf den Nachwuchsbereich bis 16 Jahre ist davon auch der Trainingsbetrieb betroffen.

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In den Vereinen zwischen Waldheim und Naunhof wird die Entscheidung ausnahmslos mitgetragen. „Wir beugen uns den Notwendigkeiten und schätzen klare Regelungen“, so der Präsident des BSC Victoria Naunhof, Peter Porsch. Die getroffene Entscheidung bringe aber selbstredend massive Einschränkungen für die aktive Freizeitgestaltung mit sich. Zwar diene grundsätzlich die sportliche Betätigung der Gesunderhaltung von Körper und Geist, die Ansteckungsgefahr durch enge körperliche Kontakte gerade im Handballsport sei aber groß. Außerdem könnten strenge Zugangsregelungen für die Zuschauer und Zuschauerinnen von den Vereinen nur schwer bis gar nicht ausreichend kontrolliert werden. „So bedauerlich es auch sein mag, die Aussetzung des Spielbetriebes dient dem Erhalt der Gesundheit von Sportlern und Publikum und damit auch der Eindämmung der Pandemie.“

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So sieht man es auch beim Bornaer HV 09. „Wir Vereine tragen schließlich eine gesellschaftliche Mitverantwortung“, bezieht der Vorstandsvorsitzende Roberto Massing klar Stellung. Und betont, dass die Saison ausdrücklich nicht abgebrochen worden sei, um in Abhängigkeit von der Pandemielage eine Wertung unter Umständen doch noch zu gewährleisten. Massing geht aber davon aus, dass Spiel- und Trainingsbetrieb, so sie denn noch einmal in der laufenden Saison aufgenommen werden sollten, dann nur auf Basis der 2G-Regelung ablaufen werden. „Auch wir müssten dann nach Lage der Dinge den einen oder anderen Spieler vorübergehend ausschließen, aber mir persönlich erscheint dies in der aktuellen Situation der einzig gangbare Weg zu sein.“

Auch beim VfL Waldheim 54 trägt man die Entscheidung des Verbandes mit. „Vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens besitzt der Schutz der Spieler absoluten Vorrang“, so der Trainer des Herren-Verbandsliga-Teams, Manuel Kirpal. Dieser hat aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass zumindest eine einfache Runde gespielt und die Saison damit gewertet werden kann. Ebenso hofft er, dass seine Spieler im Lockdown hinsichtlich des Erhaltes ihrer Grundfitness nicht gänzlich untätig bleiben werden. „Was genau und wie viel jeder einzelne aber tut, das ist aber nicht kontrollierbar“, so Kirpal.

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War unausweichlich

Frank Geißler, seines Zeichens Abteilungsleiter Handball beim SV Leisnig 90, hofft mit Blick auf die Spieler seiner Bezirksklassen-Mannschaft, dass diese diesbezüglich möglichst viel tun. Denn die Mannschaft steht aktuell ungeschlagen an der Tabellenspitze und hat den Aufstieg fest im Visier. „Deshalb drücken wir natürlich die Daumen, dass Corona zumindest eine einfache Runde zulässt und damit die Meisterschaft gewertet wird, sodass wir in der nächsten Saison endlich in der Bezirksliga werden antreten können“, so Geißler.

Dass der Spiel- und Trainingsbetrieb ruhe, sei unausweichlich gewesen. „Die Krankenhäuser füllen sich, und da können wir nicht einfach weitermachen wie bisher.“ Er hoffe aber, dass sich die Situation alsbald wieder soweit entspannt, dass ein Trainings- und Spielbetrieb für geimpfte und genesene und zugleich negativ getestete Sportler möglich sein wird. „Wir hatten auch einige Ungeimpfte in unserer Männermannschaft, von denen wir einige zur Spritze überreden konnten, um in den letzten Wochen überhaupt spielfähig zu sein“, so der Leisniger Abteilungsleiter.

„Komplett richtige Entscheidung“

Für den Präsidenten der HSG Neudorf-Döbeln war die Entscheidung des sächsischen Handball-Verbandes überfällig. „Eine einheitliche Lösung hätte aus meiner Sicht schon eher getroffen werden müssen, der zuletzt betriebene Abspracheaufwand mit den gegnerischen Vereinen wäre nicht mehr länger durchzuhalten gewesen“, so Steffen Händler.

Auch der Vorsitzende des Handballvereins Böhlen, Martin Melzer, trägt die Verbandsentscheidung voll und ganz mit. „Sie ist aus unserer Sicht die komplett richtige Entscheidung.“ Man betreibe Handball schließlich als Hobby, und deshalb besitze die Gesundheit aller Akteure oberste Priorität.

Robert Heistermann, Handball-Abteilungsleiter beim SV Regis-Breitingen, hadert indes damit, dass auch der Spielbetrieb im Nachwuchsbereich unterbrochen wurde. „Es ist nun schon die zweite Saison, in der Kinder und Jugendlichen zeitweise in der Ausübung ihres Hobbys gehindert werden. Dabei sind sie es doch, die unsere Zukunft sind“, gibt Heistermann zu bedenken. Der Regiser Handball-Abteilungsleiter hätte es sich deshalb gewünscht, dass auch der Spielbetrieb im Nachwuchsbereich mit geimpften Übungsleitern hätte aufrecht erhalten werden können.

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