28. April 2021 / 08:20 Uhr

Reaktionen aus Nordsachsen zum Nagelsmann-Abgang: "Zu zeitig" oder doch der "logische Weg"?

Reaktionen aus Nordsachsen zum Nagelsmann-Abgang: "Zu zeitig" oder doch der "logische Weg"?

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Wird RB Leipzig verlasse: Julian Nagelsmann. Tilo Ohlig und Mike Geppert haben dazu ihre eigene Meinung.
Wird RB Leipzig verlassen: Julian Nagelsmann. Tilo Ohlig und Mike Geppert haben dazu ihre eigene Meinung. © dpa / Alexander Prautzsch
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RB Leipzigs Cheftrainer Julian Nagelsmann verlässt den Bundesliga-Club und zieht weiter zum Spitzenreiter nach München. Das Echo aus Nordsachsen zum anstehenden Trainerwechsel ist verständnisvoll. Zur horrenden Ablösesumme des scheidenden Bullen-Coaches finden die Trainerkollegen klare Worte. 

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Nordsachsen. Jetzt isser weg und RB ist wieder allein, allein. Der Wechsel von Erfolgstrainer Julian Nagelsmann zum FC Bayern München beschäftigt auch Nordsachsens Amateure. Angesichts der unterschiedlichen Fußball-Planeten, auf denen sie leben, kann sich Mike Geppert einen Kalauer zum Einstieg nicht verkneifen. „Ich habe RB abgesagt, ich kann keine Fremdsprachen“, sagt der Übungsleiter von Siebtligist FSV Krostitz, um dann zum eigentlichen Thema vorzustoßen: „Es war schon irgendwo klar, dass er geht. Für mich ist es zu zeitig, er hätte lieber noch zwei, drei Jahre warten sollen. Aber es gab eben auch keine andere Möglichkeit für beide Seiten.“

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Tilo Ohlig vom ESV Delitzsch findet dagegen, Nagelsmann habe den „logischen Weg“ eingeschlagen. „Er ist jung und doch schon erfahren, auch für die Bayern eine gute Lösung mit Zukunft.“ Die Münchner frohlocken, was aber passiert mit den Leipzigern? „Nicht viel“, glaubt Ohlig. „RB hat immer etwas in der Hinterhand. Trainer Jesse Marsch wird aus Salzburg kommen. Er vertritt dieselbe Philosophie und hat mit Salzburg auch Champions League-Erfahrung gesammelt.“ Auch Geppert sieht in Marsch den designierten Nachfolger an der Seitenlinie und die Bullen „sehr gut vorbereitet“. Mit ein paar Einschränkungen: „Es kann natürlich sein, dass nun auch einige Spieler den nächsten Schritt gehen, wenn die richtigen Angebote da sind.“

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Zur kolportierten Ablöse findet Geppert klare Worte: „30 Millionen sind ein Wahnsinn, das verstehe ich nicht. Und viele andere, die zusehen müssen, wo sie bleiben, noch viel weniger.“ Profifußball hat mit normalem gesellschaftlichen Leben eben so gut wie nichts gemein. Tilo Ohlig erkennt in der Wechsel-Entscheidung, wie sie gerade mehrere Bundesliga-Trainer getroffen haben, aber noch einen anderen Aspekt. „Es ist legitim, dass sie aus ihrem Vertrag raus wollen, wenn sie sich anderswo sportlich weiterentwickeln können. Was hast du als Verein davon, wenn du den Trainer unter allen Umständen hältst?“