09. Mai 2021 / 15:53 Uhr

3:0 bei Energie Cottbus! Babelsberg 03 zieht ins Landespokal-Finale ein

3:0 bei Energie Cottbus! Babelsberg 03 zieht ins Landespokal-Finale ein

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Babelsberger bejubeln den 1:0-Führungstreffer durch Sven Reimann.
Die Babelsberger bejubeln den 1:0-Führungstreffer durch Sven Reimann. © Steffen Beyer
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AOK-Landespokal: Der SV Babelsberg 03 setzt sich am Sonntagnachmittag im Halbfinale beim FC Energie Cottbus mit 3:0 durch und steht im Endspiel.

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Der SV Babelsberg 03 steht im Endspiel des Brandenburger AOK-Landespokals und trifft in diesem am 29. Mai wie im vergangenen Jahr auf den FSV Union Fürstenwalde. Die Babelsberger setzten sich am Sonntagnachmittag verdient mit 3:0 (1:0) beim FC Energie Cottbus durch. Sven Reimann (10. Minute), Lukas Wilton (67.) und David Danko (88.) erzielten die Treffer für die Mannschaft von Trainer Predrag Uzelac. Diese feierte nach mehr als einem halben Jahr den ersten Pflichtspielsieg, den ersten über den FCE seit dem 28. April 2017. „Wahnsinn. Ich habe in meinen vier Jahren bei Nulldrei noch nie gegen Cottbus gewonnen“, sagte Sven Reimann nach dem Erfolg der Babelsberger am Sonntagnachmittag im Stadion der Freundschaft.

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„Es hat einfach alles gepasst. Wir machen die Tore zu den richtigen Zeitpunkten und gewinnen hier absolut verdient“, so Reimann, der als Kassenwart dafür sorgen wollte, dass die erste Raststätte nach dem Stadion der Freundschaft zur Getränkeversorgung angesteuert wird. Im Endspiel gegen Union Fürstenwalde (3:1-Sieg im zweiten Halbfinale gegen den FSV 63 Luckenwalde) soll es jetzt auch endlich mit dem Titel klappen. „Ich habe mit Nulldrei jetzt zwei Endspiele verloren – aller guten Dinge sind drei und dieses Mal holen wir uns das Ding“, gab sich „Reime“ nach dem Galaauftritt seines Teams zufrieden.

In Bildern: Babelsberg 03 siegt mit 3:0 beim FC Energie Cottbus

Der SV Babelsberg 03 (weiße Trikots) siegt im Halbfinale des AOK-Landespokals mit 3:0 gegen Energie Cottbus. Tore: 0:1 Sven Reimann (11.), 0:2 Lukas Wilton (67.), 0:3 David Danko (88.). Zur Galerie
Der SV Babelsberg 03 (weiße Trikots) siegt im Halbfinale des AOK-Landespokals mit 3:0 gegen Energie Cottbus. Tore: 0:1 Sven Reimann (11.), 0:2 Lukas Wilton (67.), 0:3 David Danko (88.). © Steffen Beyer

Bei den Babelsbergern kehrte Marco Flügel nach überstandener Verletzung zwischen die Pfosten zurück. Dafür musste Justin Borchardt auf die Bank weichen. Bei Kapitän Philip Saalbach hatte es hingegen nicht für einen Platz im Kader gereicht. Ebenfalls verzichten musste Uzelac auf Marvin Gladrow (Steißbeinbruch), Leonard Koch (Aufbautraining nach Knorpelschaden), Manuel Härtel (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Frank Zille (Mittelfußbruch), Ahmed Dündar (Leistenprobleme), Franz Bobkiewicz (Nervenwurzelentzündung) und Paul Wegener (Fußverletzung). Mit Luis Biehl, Felix Pilger und Xaver Noah Ehrlich standen dafür gleich drei A-Junioren-Spieler im SVB-Kader, die zuletzt zwar schon einige Minuten in den Testspielen sammelten, aber noch nie in einem Pflichtspiel für die erste Mannschaft der Kiezkicker auf dem Platz standen.

Bei den Gastgebern stand auf der anderen Seite durchaus überraschend Jonas Böhmert in der Startelf. Der 17-Jährige spielt eigentlich noch für die A-Junioren der Lausitzer in der Bundesliga Nord/Nordost und kam in der ersten Mannschaft noch zu keinem Pflichtspieleinsatz.

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Eigentlich sollte das Duell der beiden Rekordpokalsieger (beide neun Titel) bereits im vergangenen November stattfinden - im Viertelfinale des AOK-Landespokals und im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion. Durch Corona und den seit Anfang November 2020 unterbrochenen Pflichtspielbetrieb entschied sich der Fußball-Landesverband vor wenigen Wochen allerdings dafür, den Wettbewerb mit den vier Regionalligisten Energie Cottbus, Babelsberg 03, Union Fürstenwalde und FSV Luckenwalde zu beenden. Die unterklassigen Teams vom Ludwigsfelder FC (Oberliga Süd), MSV Neuruppin, Frankonia Wernsdorf und 1. FC Frankfurt (alle Brandenburgliga) wurden dafür finanziell entschädigt.

Mit dem ersten echten Abschluss der Partie gingen die Gäste direkt in Führung. Nach einer Ecke von Tino Schmidt kam Reimann nach elf Minuten im Cottbuser Strafraum sträflich frei zum Kopfball und nickte ins rechte Eck des FCE-Kastens ein – ein Auftakt nach Maß für die Filmstädter, die in der Vergangenheit in Cottbus regelmäßig das Nachsehen hatten. Wenig später hatte Babelsbergs Linksverteidiger Lukas Wilton auf der anderen Seite mächtig Glück, dass sein Klärungsversuch nur an den Pfosten des eigenen Tores und nicht in diesem landete (13.). „Da hatte ich ein bisschen Glück. Ich wusste, dass hinter mir jemand lauert und musste volles Risiko reingehen“, erklärte der Linksfuß.

Lukas Wilton trifft per direktem Freistoß

Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs blieben klare Abschlüsse Mangelware. Die Cottbuser hatten defensiv vor allem mit den quirligen Robin Müller und Tobias Dombrowa ihre Probleme. Im Babelsberger Strafraum entstand Gefahr, wenn überhaupt, nach hohen Bällen. Insgesamt wirkten die Gäste einen Tick frischer und gefährlicher. So auch in Minute 39, als Innenverteidiger Marcus Hoffmann nach einem Standard am schnellsten schaltete, mit seinem Abschluss aber an Energie-Keeper Toni Stahl scheiterte.

In Bildern: Die Sieger des Brandenburger Landespokals seit 2003.

2003: Der damalige Verbandsligist Ludwigsfelder FC gewinnt am 4. Juni 2003 das Landespokalfinale mit 1:0 im heimischen Waldstadion gegen den Brandenburger SC Süd 05 (Oberliga). Siegtorschütze war vor 1100 Zuschauern Mike Jesse (28.). Als Landespokalsieger trifft der LFC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am 30. August 2003 auf den Bundesligisten Werder Bremen und verliert 1:9. Zur Galerie
2003: Der damalige Verbandsligist Ludwigsfelder FC gewinnt am 4. Juni 2003 das Landespokalfinale mit 1:0 im heimischen Waldstadion gegen den Brandenburger SC Süd 05 (Oberliga). Siegtorschütze war vor 1100 Zuschauern Mike Jesse (28.). Als Landespokalsieger trifft der LFC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am 30. August 2003 auf den Bundesligisten Werder Bremen und verliert 1:9. ©

Die Gastgeber kamen nach einem aus ihrer Sicht enttäuschenden ersten Durchgang durchaus schwungvoll aus der Pause. Felix Brügmann, der den FCE nach der Saison Richtung VSG Altglienicke verlässt, setzte einen Fallrückzieher zu hoch an (55.). Die beste Babelsberger Gelegenheit bot sich Schmidt nach einer Stunde Spielzeit. Nach einer Hereingabe von Müller von der rechten Seite, die Daniel Frahn noch knapp verpasste, traf der 27-Jährige aber nur den Pfosten und verpasste das mögliche 2:0 für die Kiezkicker.

Das besorgte in der 66. Minute Lukas Wilton per direktem Freistoß aus rund 18 Metern. Den verwandelte der Akteur mit der Rückennummer sieben ganz überlegt unter der Cottbuser Mauer hindurch ins kurze Eck des Energie-Kastens. „Das war schon so geplant. Ich habe gesehen, dass hinter der Mauer niemand liegt und sie bei einem Freistoß kurz davor hochgesprungen sind“, gab „Willi“ mit Blick auf seinen Treffer zu Protokoll. Rausgeholt hatte den Freistoß Robin Müller, der am Sonntagnachmittag einen ganz starken Auftritt hinlegte. Die Gastgeber versuchten anschließend noch einmal alles, brachten SVB-Schlussmann Flügel aber weiterhin nicht ernsthaft in Bedrängnis.

+++ Der Liveticker zum Nachlesen +++

Die Kiezkicker hingegen machten das weiter sehr diszipliniert, verpassten es offensiv aber, sich sogar mit einem möglichen dritten Tor zu belohnen - zumindest bis in die 88. Minute. In dieser setzte David Danko mit einem herrlichen Schlenzer in den rechten Winkel des Energie-Kastens den Schlusspunkt unter einem aus Nulldrei-Sicht perfekten Nachmittag. „Riesenkompliment an meine Jungs, die völlig verdient gewonnen haben und jetzt natürlich heiß auf die Revanche gegen Fürstenwalde und den DFB-Pokal sind“, freute sich SVB-Coach Uzelac nach der Partie und dürfte nichts dagegen gehabt haben, wenn der Raststätten-Plan von Sven Reimann in die Tat umgesetzt wurde.

FC Energie Cottbus: Stahl – Florian Brügmann (81. Rahn), Borgmann, Böhmert, Koch – Eisenhuth (61. N. Geisler), Erlbeck – Hasse (70. Stettin), Hofmann, Kujovic (46. Postelt) - Felix Brügmann.

SV Babelsberg 03: Flügel – J. Wilton, Lela, Hoffmann, L. Wilton – Müller (88. Rangelov), Danko, Reimann, Schmidt (90.+1 Biehl) – Dombrowa (78. Montcheu), Frahn (90.+1 Pilger).