27. Mai 2021 / 09:27 Uhr

"Völlig unverständlich": Real, Juventus und Barcelona reagieren empört auf UEFA-Verfahren

"Völlig unverständlich": Real, Juventus und Barcelona reagieren empört auf UEFA-Verfahren

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Real Madrid, Juventus Turin und der FC Barcelona bieten der UEFA die Stirn.
Real Madrid, Juventus Turin und der FC Barcelona bieten der UEFA die Stirn. © IMAGO/Pius Koller (Montage)
Anzeige

Die Spannungen zwischen der UEFA und den drei Super-League-Mitbegründern Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin spitzen sich zu. Nachdem der Verband ein Disziplinarverfahren gegen das Trio eingeleitete hatte, reagierten die Klubs nun mit einem erneuten Statement – und übten deutliche Kritik.

Anzeige

Die drei verbliebenen Gründerklubs der Super League haben empört auf die Eröffnung eines UEFA-Disziplinarverfahrens reagiert. Dies sei ein "direkter Angriff" auf die Rechtsstaatlichkeit, teilten Real Madrid, der FC Barcelona (beide Spanien) und Juventus Turin (Italien) am Mittwochabend mit. Die Vereine schrieben, ihre klare Ablehnung gegen den großen Druck der UEFA gegen "drei der wichtigsten Institutionen in der Geschichte des Fußballs" zum Ausdruck bringen zu wollen.

Anzeige

Die UEFA hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass man ab sofort offiziell gegen die drei verbliebenen Mitbegründer der Super League vorgeht. So wurde ein Disziplinarverfahren gegen die Klubs eingeleitet. Zuvor hatte die Ethik- und Disziplinarkommission des Verbandes wegen möglicher Verstöße gegen die rechtlichen Rahmenbedingungen der UEFA Untersuchungen gegen das Trio aus Spanien und Italien geführt.

Sowohl die beiden spanischen Klubs als auch Italiens Rekordmeister deklarierten das Vorgehen der UEFA in dem gemeinsamen Statement als "völlig unverständlich". Zugleich untergrabe das Handeln der UEFA "die Rechtsstaatlichkeit, die wir Bürger der Europäischen Union demokratisch aufgebaut haben." Eine Annäherung beider Parteien ist aktuell nicht in Sicht. Vielmehr bekräftigten die Klubs ihren Standpunkt und gingen weiter auf Konfrontationskurs. "Barca, Juve und Madrid werden keinerlei Zwang oder unerträglichem Druck nachgeben", so die klare Ansage. "Entweder modernisieren wir den Fußball oder wir werden Zeuge seines unvermeidlichen Ruins."

Super-League-Trio setzt auf gerichtliche Unterstützung

Real, Barcelona und Juventus berufen sich auf die Rückendeckung eines Gerichts in Madrid. Das Handelsgericht Nummer 17 in Madrid will vor dem Europäischen Gerichtshof klären lassen, ob die FIFA und die UEFA Monopolstellungen innehaben, die gegen EU-Recht verstoßen. Dasselbe Gericht hatte Ende April Sanktionen der Verbände gegen die Gründerklubs untersagt.

Im Vorfeld des UEFA-Kongresses Ende April, auf dem eine Reform der Champions League ab 2024 beschlossen wurde, hatten insgesamt zwölf europäische Spitzenklubs die Gründung einer Super League mit potenziellen Milliardeneinnahmen angekündigt. Weder aus der Bundesliga noch aus der der französischen Ligue 1 hatten sich Klubs angeschlossen. Nach heftigen Protesten aus nationalen Ligen, aus Verbänden sowie von zahlreichen Fangruppen wandten sich nur gut 48 Stunden später neun Klubs von dem Projekt ab.