08. Dezember 2019 / 11:21 Uhr

Plan für neue Welt-Liga: UEFA-Präsident Ceferin schießt gegen Real Madrid - "Verrückte Vorstellung"

Plan für neue Welt-Liga: UEFA-Präsident Ceferin schießt gegen Real Madrid - "Verrückte Vorstellung"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
So soll es bleiben: UEFA-Präsident hat nichts für die kolportierten Pläne von Real Madrid übrig.
So soll es bleiben: UEFA-Präsident hat nichts für die kolportierten Pläne von Real Madrid übrig. © 2019 Getty Images
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Real Madrid plant einem Medienbericht zufolge die Einführung eines Konkurrenz-Wettbewerbs zur Champions League. UEFA-Boss Aleksander Ceferin hat sich nun zu diesen Spekulationen geäußert - und deutliche Kritik an dem Vorhaben geäußert.

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Champions-League-Rekordsieger Real Madrid will laut Financial Times einen weltweiten Konkurrenz-Wettbewerb zur Königsklasse des europäischen Fußballs aufbauen. Die Zeitung berichtete am Donnerstagabend unter Hinweis auf nicht namentlich genannte Gewährsleute, dass Real-Präsident Florentino Perez mit dem Finanzunternehmen CVC Capital Partners Gespräche über einen weltumspannenden Klubwettbewerb, der jährlich ausgetragen werden soll, geführt habe.

Ceferin: "Glücklicherweise gibt es noch gesunden Menschenverstand"

Die Reaktion von UEFA-Präsident Alexander Ceferin zu dieser Idee ließ nicht lange auf sich warten. "Es ist kaum vorstellbar, sich einen egoistischeren Plan auszudenken", ätzte der Slowene. Er kann sich eine Umsetzung nicht vorstellen. „Glücklicherweise gibt es immer noch zu viel gesunden Menschenverstand im Spiel, als dass diese Art von verrückter Vorstellung erfolgreich sein könnte", sagte Ceferin.

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Die Meinung des 52-Jährigen zu den Plänen, die Real haben soll, ist also eindeutig. Das Modell für die Welt-Liga bestehe dem Medienbericht zufolge aus zwei Ligen mit je 20 Mannschaften. Dabei sein könnten die acht Gründungsvereine der Welt-Klubvereinigung WFCA sein, zu deren Präsident Perez im vergangenen Monat gewählt worden war. Dazu gehören Real, AC Mailand, Auckland City (Neuseeland), Boca Juniors und River Plate (beide Argentinien), Club America (Mexiko), Guangzhou Evergrande (China), Mazembe (DR Kongo). Die Bundesliga ist bislang nicht vertreten. Nach Angaben der Financial Times hat Real auf Anfrage keinen Kommentar zu den Informationen abgegeben.

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Die UEFA sah sich in der Vergangenheit schon mit ähnlichen Vorschlägen konfrontiert. Es wurde über eine Super League mit den Top-Klubs diskutiert, die außerhalb des nationalen Wettbewerbs ausgetragen werden solle. Darauf reagierte der Verband mit einem Reform-Vorschlag für die Champions League, die aber wiederum für mächtig Gegenwind bei einige Liga-Vertretern sorgte.

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"Wir wurden mit einem konkreten Projekt konfrontiert, das die UEFA in Kooperation mit einer kleinen Gruppe von reichen und mächtigen europäischen Klubs erstellt hat und das die europäischen Klub-Wettbewerbe nach 2024 in einer Weise reformieren würde, die nationale Wettbewerbe zerstören und die sportliche wie finanzielle Stabilität einer großen Mehrheit der Mannschaften in Europa gefährden würde", sagte beispielsweise Spaniens Liga-Präsident Javier Tebas.