13. Februar 2020 / 14:32 Uhr

Erneut ein Recke: Timo Kastening zum "Kretzsche des Monats" gewählt

Erneut ein Recke: Timo Kastening zum "Kretzsche des Monats" gewählt

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kastening zum „Kretzsche des Monats“ gewählt.
Kastening zum „Kretzsche des Monats“ gewählt. © imago images/Camera 4
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Erneut geht der "Kretzsche des Monats" an einen Recken. Diesmal darf sich Timo Kastening  über den Sieg bei der Publikumswahl freuen. Wie die Trophäe aussieht, weiß er zwar nicht, aber einen Ehrenplatz hat der Rechtsaußen der TSV Hannover-Burgdorf schon im Kopf.

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Der „Kretzsche des Monats“ trägt in dieser Saison meistens ein Recken-Trikot. Schon zum dritten Mal geht diese Auszeichnung für den auffälligsten Spieler der Handball-Bundesliga an die TSV Hannover-Burgdorf: September-Sieger war Morten Olsen, die Oktober-Abstimmung gewann Mait Patrail – und für Dezember/Januar geht der Preis des Bezahlfernsehsenders Sky an Timo Kastening.

Eine Unterbrechung brachte nur das November-Votum. Da wanderte die Trophäe, die nach Handball-Legende und Sky-Experte Stefan Kretzschmar benannt ist, nach Ludwigshafen in die Hände von Eulen-Profi Jerome Müller.

Kastening vor Superstar Duvnjak

„Es ist schon eine Ehre, bei einer Publikumswahl zu gewinnen“, sagte Kastening. Für ihn votierten mehr Sky-Zuschauer als für Domagoj Duvnjak (THW Kiel), Superstar der Kroaten und wertvollster Spieler der EM. Zugleich stellte der 24-Jährige eine kleine Frage: „Ich weiß gar nicht, wie der Preis aussieht.“ Helfen könnten die Klubkollegen Olsen und Patrail, in deren Zuhause die Trophäe mit dem Handballer in Wurfauslage schon steht. Einen Ehrenplatz für den „Kretzsche des Monats“ hat Kastening schon im Sinn – „im alten Kinderzimmer bei meinen Medaillen“, sagte der zweimalige Jugend-Europameister und WM-Dritte mit der deutschen U21-Auswahl.

Die Laufbahn von Timo Kastening in Bildern

Timo Kastening wechselt als Jugendspieler 2008 vom TSV Barsinghausen in den Recken-Nachwuchs. Dieses Bild zeigt ihn 2011. Zur Galerie
Timo Kastening wechselt als Jugendspieler 2008 vom TSV Barsinghausen in den Recken-Nachwuchs. Dieses Bild zeigt ihn 2011. ©
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Die Geschichte hinter der Rückennummer

Der Titel „Kretzsche des Monats“ passt zum blitzschnellen Blondschopf auch wegen seiner Rückennummer 73 – Kretzschmars Geburtsjahr. „Die Zahl steht seit 2008 auf meinem Trikot“ erzählte Kastening. Damals, vor zwölf Jahren, trugen alle Burgdorfer Teams von der ersten Mannschaft bis zur C-Jugend das gleiche Trikot. „Die Herren hatten den Erstzugriff, für uns in der C-Jugend blieben nur die Nummern 65 bis 80. Da habe ich die 73 gewählt, diese Zahl hatte ja eine Relevanz wegen Kretzschmar.“

Jetzt hat Kastening selbst einen Namen im deutschen Handball – ungeachtet der „Wortfindungsstörungen“ eines Ex-Bundestrainers. Er wurde als EM-Entdeckung gefeiert, als Spieler des Tages in der Partie gegen Weißrussland ausgezeichnet sowie in die Mannschaft der Hauptrunde berufen.

"Wir müssen fokussiert bleiben"

Kastening strebt bei allem Stolz über solche Wertschätzung eher nach Zählbarem auf dem Parkett. „Wir sind mit drei Punkten gut ins neue Jahr gestartet, auch wenn wir spielerisch nicht überzeugt haben“, sagte er über die Lage bei den Recken, die als Tabellendritter Kurs auf den Europacup nehmen. Kastening sieht daher die zweiwöchige Wettkampfpause seines Teams mit gemischten Gefühlen. „Wir hatten in der Liga und bei der EM hohe Belastungen, es tut uns gut, einmal durchzuschnaufen“, sagte er, ergänzte aber: „Wir müssen fokussiert bleiben.“ Er selbst nahm nach einem gebrauchten Tag gegen Kiel schon in Magdeburg (13 Tore) und gegen Ludwigshafen (acht Treffer) wieder Fahrt auf.

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Kastening wünscht sich die Olympiateilnahme

Besonders freut er sich auf das Pokal-Final-Four in Hamburg: „Ich wünsche mir, dass wir wie 2018 ins Endspiel kommen.“ Dass er und die Kollegen ausgerechnet die MT Melsungen im Halbfinale stoppen müssen – jenen Klub, für den der Rechtsaußen ab Juli auflaufen wird –, spielt keine Rolle. „Ich setze mich hundert Prozent für Hannover ein“, betonte Kastening.

In den Blick nimmt Kastening auch die Olympiateilnahme. „Der Weg dorthin wird schwer für uns, wir haben superschwere Gegner in der Qualifikation mit Schweden und Slowenien“, sagte er. „Ich hoffe aber, dass wir beim Turnier in Berlin unseren Heimvorteil nutzen können.“ Er selbst steht im Fokus des neuen Bundestrainers Alfred Gislason. „Ein sehr erfahrener Trainer mit Aura“, sagte Kastening. „Er hat mich schon angerufen.“

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