28. Mai 2019 / 20:56 Uhr

Recken gewinnen finales Heimspiel gegen Leipzig – emotionale Spieler-Verabschiedung 

Recken gewinnen finales Heimspiel gegen Leipzig – emotionale Spieler-Verabschiedung 

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Morten Olsen steigt hoch.
Morten Olsen steigt hoch. © Florian Petrow
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5000 Zuschauer kamen in die Tui-Arena, um die Recken noch ein Mal in dieser Saison bei einem Heimspiel zu sehen. Häfner, Lehnhoff, Johannsen, Ziemer und Srsen liefen zum letzten Mal im grünen Trikot auf. 

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Ja, natürlich mussten die Bademäntel noch weg. Die Waspo-Spieler hatten gehofft, dass sie das Blankziehen irgendwie umschiffen könnten. Aber Spieler Tobi Preuß gab in der Tui-Arena am Dienstagabend den Fans die Steilvorlage. „Wenn es denn gewollt ist...“, sagte er in Hallenmikro. Die Zuschauer grölten, also entledigten sich die Wasserballer ihrer Kuschelkleidung und standen wie versprochen den Recken bei ihrem letzten Heimspiel der Saison beim Einlauf Spalier – nur in Badelatschen und Badehose. 

Im Januar hatten sie ihre Jux-Wette verloren, dass die Handballer kein Tor im Wasser gegen sie werfen würden. Die Recken trafen dreimal, also versprachen die Wasserballer im Gegenzug die halbnackte Einlaufaktion – natürlich auch, um auf das Final 8 der Champions League in der kommenden Woche im Stadionbad aufmerksam zu machen.

Bilder von der Challenge zwischen den Wasserballern von Waspo98 Hannover und den Handballern der TSV Hannover-Burgdorf

Ilija Brozovic von den Recken sucht die Lücke. Zur Galerie
Ilija Brozovic von den "Recken" sucht die Lücke. ©
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Die Fans in der Tui-Arena erfreuten sich an der kleinen Fleisch-Show – und sahen den knappen und umkämpften 30:28-Sieg der TSV Hannover-Burgdorf. Mehr als 5000 waren gekommen, um ihre Lieblinge das letzte Mal in Hannover zu sehen. Mindestens fünf Recken sehen sie in den grünen Trikots gar nicht mehr. Torwart Martin Ziemer (nach Berlin), Kapitän Kai Häfner (nach Melsungen), Domagoj Srsen (Ziel unbekannt) sowie die Recken-Ikonen Lars Lehnhoff und Torge Johannsen (beide Ziel unbekannt) sind nach der Saison weg.

Wie geht es mit Mait Patrail weiter?

Und mit Mait Patrail möglicherweise auch noch eines der markantesten Recken-Gesichter der letzten Jahre. Seit 2012 hält der Este die Knochen für die TSV hin. Seit Ende September fällt er jedoch wegen eines Kreuzbandrisses aus – und konnte sich nicht mehr für eine Vertragsverlängerung beweisen. Mittlerweile trainiert er schon wieder mit der Mannschaft, sein Knie ist stabil. Aber ein Angebot der Recken, die immer betonten, Patrails Reha-Schritte abwarten zu wollen, gab es bis heute nicht. „Ich würde sehr gerne hier bleiben“, sagt Patrail, aber weil er nicht ewig warten kann, sondiert er Alternativen. Denn von anderen Vereinen hat er Angebote vorliegen. Er nimmt die Zukunft selbst in die Hand. Stand jetzt, sieht es nach einem weiteren namhaften Abschied aus.

Dabei könnten die löchrigen Recken gerade seine Abwehrfähigkeiten gut gebrauchen. Patrail ist jedoch offensichtlich das nächste Opfer des radikalen Spar- und Verjüngungskurses der Recken unter Sportchef Sven-Sören Christophersen und Geschäftsführer Eike Korsen.

Patrail sah das Spiel von der Bank aus, ebenso der seit dem Melsungen-Spiel erneut verletzte Pavel Atman (Oberschenkelzerrung).

Lars Lehnhoff (Patellasehnenreizung) wärmte sich mit auf. Und Trainer Carlos Ortega brachte ihn eine Minute vor Schluss für ein Mini-Comeback beim Abschiedsheimspiel. Die Fans kreischten.

Bilder der Partie TSV Hannover Burgdorf – SC DHfK Leipzig

Die Spieler von Waspo 98 klatschen zum Einlaufen Beifall. Zur Galerie
Die Spieler von Waspo 98 klatschen zum Einlaufen Beifall. ©

Johannsen ließ sich verdient feiern

Von Beginn an spielte Johannsen und ließ sich bei seinen sechs Toren verdient feiern. Ziemer kam nach 17 Minuten für den enttäuschenden Urban Lesjak und wuchs noch einmal mit Glanztaten in seine Paraderolle. Und Häfner spielte ohnehin.

Morten Olsen war nach überstandener Gehirnerschütterung zurück auf der Platte und führte wieder Regie. Zur Pause lagen seine Recken 15:16 hinten. Für Leipzig ging es um nichts, für die Recken um die Ehre und einen ordentlichen Heimabschied. Auch im zweiten Durchgang blieb es spannend. Keiner konnte sich absetzen. Timo Kastening flog mit Rot vom Platz – eine übertriebene Entscheidung. 15 Minuten vor Schluss verwandelte sich die Halle in einen Hexenkessel. Die Fans standen die meiste Zeit nur noch – und peitschten ihr Team per Klatschpappen zum Sieg. Johannsen Treffer zum 27:24 (56.) war die Vorentscheidung. Neben Lehnhoff durfte auch Srsen für 30 Sekunden nochmal ran.

Und dann wurde es nochmal richtig emotional. Beim Siegertänzchen und bei der anschließenden Verabschiedung für Häfner, Lehnhoff, Johannsen, Ziemer und Srsen – feuchte Augen inklusive.

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