23. Januar 2020 / 10:26 Uhr

Recken-Star Morten Olsen über möglichen Titelgewinn: "Größter Traum meines Lebens"

Recken-Star Morten Olsen über möglichen Titelgewinn: "Größter Traum meines Lebens"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hat mit den Recken in seiner letzten Saison noch viel vor: Spielmacher Morten Olsen.
Hat mit den Recken in seiner letzten Saison noch viel vor: Spielmacher Morten Olsen. © imago images / Eibner / Petrow
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Weltklassehandballer Morten Olsen wurde am Montagabend bei der Sportgala der „Neuen Presse“ als Hannovers Sportler des Jahres ausgezeichnet. Der Star der TSV Hannover-Burgdorf erzählt im Interview, was er in seiner letzten Saison bei den Recken noch vorhat.

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Morten Olsen, die Recken stehen im Pokal-Final-Four und sind Bundesliga-Zweiter. Wie realistisch ist ein Titel?

Ich finde schon, dass das realistisch ist. Aber natürlich schwierig. Wir müssen wahrscheinlich noch besser spielen als in der Hinrunde. Aber wir sind nach 20 Spieltagen auch nur einen Punkt hinter Kiel. Da müssen wir irgendwas gut gemacht haben. In diesem Jahr verlieren die Topteams auch ihre Spiele, du kannst vielleicht mit minus 13 oder 14 Punkten Meister werden. Es ist nicht unmöglich für uns, einen Titel zu gewinnen!

Einen schöneren Abschied aus Hannover kann es nicht geben, oder?

Das wäre der größte Traum meines Lebens, mit Hannover was zu gewinnen. Das muss ich wirklich sagen. Ich habe so viel Zeit hier verbracht. Ich bin vor zehn Jahren hergekommen, da erinnere ich mich noch gut dran. Ich stand auf dem Hauptbahnhof mit zwei Taschen und hatte keine Ahnung, wo meine Wohnung war. Ich kannte nur die Adresse, aber in welche Richtung ich gehen muss: keine Ahnung. (lacht) Jetzt, zehn Jahre später, ist es mein letztes Jahr. Wir sind Tabellenzweiter. Das ist schon ein Traum. Wenn wir was gewinnen können – einen richtigen Titel, den ersten auch – das wäre dann wirklich ein krasser Traum.

Das sind die zehn besten Torschützen der TSV Hannover-Burgdorf in der Saison 2019/20 (Stand: 14.03.2020)

Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) Zur Galerie
Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) ©

Ihre Recken-Kollegen betonen regelmäßig, wie gut die Stimmung im Team ist. Das sei auch ein Grund für den Erfolg in dieser Saison. Berichten Sie mal: Was ist anders als sonst?

Es ist wirklich ein bisschen anders. Wir haben viele junge Spieler, die gut und hart trainieren und immer was lernen wollen. Und ein paar ältere Spieler, die vielleicht etwas ruhiger sind … und eher weniger trainieren wollen. (Olsen schaut Mait Patrail an und lacht) Nein, nein. Wir haben einfach Spaß und können alle gut miteinander. Wir sitzen gerne auch nach Training oder Spiel mal zusammen und trinken ein Bier, haben Spaß, essen miteinander, feiern auch mal. Die Stimmung ist einfach überragend.

Vor der Saison war nicht abzusehen, dass es so gut laufen würde. Auch der Abschied von Kapitän Kai Häfner hätte schwer wiegen können – jetzt läuft es für Ihre Recken besser denn je. Hat der Abgang Platz geschaffen für Sie, um sich mehr entfalten zu können?

Das stimmt schon. Kai ist nicht mehr da, da bin ich automatisch mehr im Mittelpunkt. Kai schießt unfassbar viel, diese Würfe muss man jetzt verteilen. Da habe ich ein paar mehr abbekommen. (lacht) Die letzten Jahre hat Kai fast immer überragend gespielt, war ein wichtiger Spieler und hat viele Tore geworfen. Wenn er so gut gespielt hat, war ich ja auch zufrieden damit. Es geht darum, wie man als Mannschaft gewinnt. Am Ende denke ich nur daran.

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Ist das jetzt der beste Morten Olsen, den es je gab?

Ich weiß nicht, ob es der beste ist. Aber es ist ein anderer Morten Olsen. Ich glaube, ich kann im Moment alles machen: Direkt werfen, wenn wir es brauchen – oder meine Mitspieler in eine gute Position spielen. Die Saison ist natürlich etwas Besonderes für mich, das letzte Jahr. Wir haben viele junge Spieler und ich wusste, dass ich große Verantwortung übernehmen muss. Das habe ich gemacht. Schön, dass es klappt.

Handball-Ikone Stefan Kretzschmar hat Sie zuletzt den „besten Spieler der Liga” genannt. Wie gut tut so ein Kompliment?

Ich bin natürlich stolz, dass er so was sagt. Das ist eine große Ehre. Ich weiß aber nicht, ob ich der beste in der Bundesliga bin, und darüber will ich gar nicht sprechen. Wir sind Zweiter, da muss ja immer jemand gut gespielt haben. Für mich ist die Mannschaft der „beste Spieler”, wir spielen überragend zusammen, machen das gut. Ohne all die anderen Jungs schaffe ich auch nichts.

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