28. Mai 2019 / 18:05 Uhr

Recken-Streit: Arena-Besitzer Papenburg glaubt nicht an außergerichtliche Lösung

Recken-Streit: Arena-Besitzer Papenburg glaubt nicht an außergerichtliche Lösung

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sprechen nicht mehr miteinander: Recken-Geschäftsführer Eike Korsen (l.) und Arena-Besitzer Günter Papenburg.
Sprechen nicht mehr miteinander: Recken-Geschäftsführer Eike Korsen (l.) und Arena-Besitzer Günter Papenburg. © Florian Petrow/Rainer Dreose
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Diesen Streit können offenbar nur noch Richter klären: Die Fronten zwischen Arena-Besitzer Günter Papenburg und den Bundesliga-Handballern der TSV Hannover-Burgdorf bleiben verhärtet. Es geht um verlorenes Vertrauen  und ausbleibende Zahlungen.

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Beim letzten Recken-Heimspiel der Saison in seiner Halle ist Günter Papenburg nicht dabei. Der Arena-Eigner hat tatsächlich Wichtigeres zu tun. Der Baulöwe begleitet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf dessen zweitägigem Staatsbesuch in Usbekistan. Papenburg gehört zur umfangreichen Wirtschaftsdelegation, die Steinmeier nach Zentralasien mitnahm. Zurück geht es erst Mittwoch, an Papenburgs 80. Geburtstag. Groß gefeiert wird am Sonnabend. Natürlich in der Tui-Arena – mit 6000 geladenen Gästen und Showstar Helene Fischer.

Bundespräsident, Usbekistan, 80. Geburtstag, Helene Fischer – da wirkt das Problem, das Papenburg aktuell mit den Recken hat, eher wie eine lästige Fliege. Doch einfach wegwischen lässt es sich nicht. Zu lange schwelt schon der Streit um die Finanzen zwischen Papenburg und der TSV Hannover-Burgdorf. Die jüngsten Versuche, die Angelegenheit außergerichtlich zu klären, klappten nicht.

Gericht gewährt weiteren Fristaufschub

Nach einem erneuten Fristaufschub haben beide Parteien noch mal etwa eineinhalb Wochen Zeit, sich zu einigen. Wenn nicht, muss das Landgericht Verden entscheiden. Papenburg geht auf Nachfrage davon aus, „dass die Entscheidung wahrscheinlich vor Gericht fällt“.

Darum geht es im Arena-Streit

Er sieht nach wie vor die Recken am Zug. Papenburg fordert weiter den kompletten Einblick in die steuerrelevante Recken-Bilanz. Sein Deal mit den Recken sah vor, Lücken zu schließen, falls die TSV zu wenig für den 6,5-Millionen-Euro-Etat erwirtschaften würde. Die Recken verlangen für die Saison 2017/2018 einen Ausgleich von 400 000 Euro. Papenburg würde zahlen, will aber absolute Gewissheit über die Richtigkeit der Forderung. Die Unterlagen, die ihm die Recken zum Einblick gaben – den unabhängig geprüften Jahresabschluss – reichen ihm, warum auch immer, nicht. „Das kann ja nicht sein. Wenn ich eine Bürgschaft gebe, will ich auch die Möglichkeit haben, in sämtliche Unterlagen zu schauen“, sagte er und betonte nochmals, zahlen zu wollen, wenn alles stimme.

Papenburg will alle Recken-Spiele in der Arena

Das Verhältnis beider Seiten ist erheblich gestört und besonders von Papenburgs Seite von tiefem Misstrauen begleitet – ob nun begründet oder nicht. Seine Anwälte werfen den Recken sogar Vertragsbruch vor, weil sie nicht alle Spiele in der Tui-Arena austragen. Das ist jedoch insofern Quatsch, weil es terminlich so gut wie unmöglich wäre.

Kommt es zum totalen Bruch? Müssen die Recken raus aus der Arena? War es gestern sogar das letzte Spiel überhaupt in der Multifunktionshalle? „Nein“, sagt Papenburg, „im Gegenteil. Ich will ja, dass alle Spiele dort stattfinden.“

Der Bauunternehmer wirkt nachdenklich. Und mit Blick auf die Entwicklung, auch der sportlichen, sagt er: „Alles traurig.“

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