20. Februar 2020 / 06:30 Uhr

DFB-Youngster Karim Adeyemi über Vergleiche mit Erling Haaland und seinen Karriere-Plan bei RB Salzburg

DFB-Youngster Karim Adeyemi über Vergleiche mit Erling Haaland und seinen Karriere-Plan bei RB Salzburg

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Karim Adeyemi gehört seit Januar zum Profi-Kader von Red Bull Salzburg. Der deutsche Nachwuchs-Stürmer empfing SPORTBUZZER-Reporter Roman Gerth im Trainingszentrum der Roten Bullen unweit der Salzburger Arena (kleines Foto).
Karim Adeyemi gehört seit Januar zum Profi-Kader von Red Bull Salzburg. Der deutsche Nachwuchs-Stürmer empfing SPORTBUZZER-Reporter Roman Gerth im Trainingszentrum der Roten Bullen unweit der Salzburger Arena (kleines Foto). © imago images / Inpho Photography
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Der deutsche Jugend-Nationalspieler Karim Adeyemi gehört seit Januar zum Profikader von Red Bull Salzburg. Vor dem Duell mit Eintracht Frankfurt in der Europa League spricht der 18-Jährige über die Rolle als möglicher Nachfolger von Erling Haaland, das DFB-Team und Social Media.

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Mit einem Einsatz bei Red Bull Salzburg in der Rückrunde hat es bislang noch nicht geklappt für Karim Adeyemi. Im Pokal reichte es immerhin für einen Platz auf der Bank. Der 18 Jahre alte deutsche Jugend-Nationalspieler rückte im Winter vom Förderteam FC Liefering aus der zweiten österreichischen Liga in den Erstliga-Kader der Salzburger. Mit dem SPORTBUZZER spricht Adeyemi über das schwere Erbe von Erling Haaland bei den Roten Bullen – und erklärt, warum er sich für einen neuen Vertrag in Salzburg statt eines Wechsels zum FC Barcelona entschieden hat.

SPORTBUZZER: Herr Adeyemi, seit Januar sind Sie bei den Profis von Red Bull Salzburg dabei, haben das Winter-Trainingslager mitgemacht. Was hat Ihr Trainer Jesse Marsch danach zu Ihnen gesagt?

Karim Adeyemi (18): Ich glaube, mir hat das Trainingslager gut geholfen, die Mannschaft noch besser kennenzulernen und mich zurechtzufinden. Es war eine wirklich schöne, aber auch intensive Zeit. Wir haben ein Gespräch gehabt. Ich habe ihm gesagt, dass ich sehr froh bin, dass ich jetzt für den FC Red Bull Salzburg spielen kann und voll motiviert für die neuen Aufgaben bin. Er meinte, ich solle genau so weiterarbeiten wie bisher. Wie es dann weitergeht, werden wir sehen. Aber ich fühle mich bereit und werde weiter Vollgas geben.

Erling Haaland hat zuletzt in Salzburg als Toptorjäger für Furore gesorgt und hat beim BVB voll eingeschlagen. Inwiefern sehen Sie sich als sein Nachfolger?

Ich verspüre auf jeden Fall keinen Druck, was das angeht. Und vergleichen will ich mich mit ihm auch nicht. Ich bin ich und er ist er. Ich versuche, hier mein Bestes zu geben und die Chancen zu nutzen, die sich mir hier bieten. Dabei möchte ich aber möglichst locker bleiben.

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Erling Haaland, Emre Can, Krzysztof Piatek und Dani Olmo (v.l.) spielen künftig in der Bundesliga. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf die Wintertransfers der Vereine. ©

Bislang haben Sie beim FC Liefering, dem Kooperationsteam der Salzburger, in der 2. Liga gespielt. Schon mit 16 Jahren spielten Sie gegen deutlich ältere und erfahrene Spieler. Wie ist es Ihnen es als sehr junger Akteur dort ergangen?

Ich konnte mich früh mit älteren Spielern messen und musste mich im Erwachsenen-Fußball beweisen. Das ist natürlich was ganz anderes als in der Jugend. Und darauf konnte mich in den vergangenen Monaten dann sehr gut einstellen. Parallel habe ich ja auch noch mit der U17 in der Youth League gespielt.

Hintergrund der Frage: In Deutschland soll die Altersgrenze womöglich nach unten geöffnet werden, um Talente wie Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund schneller an den Profifußball zu gewöhnen. Was halten Sie davon?

Mir selbst hat es sehr geholfen. Dadurch konnte ich schon früher etwas reifer spielen, wusste mich durchzusetzen. Daher ist es nie falsch, schon als junger Spieler gegen Ältere zu spielen. Ich finde es sinnvoll, so früh wie möglich oben anzuklopfen. Das wird jedem in der Entwicklung helfen, auch um zu sehen, wo man selbst steht.

Adeyemi: "Natürlich will ich irgendwann in einer Topliga spielen"

Sie haben in Salzburg nun den nächsten Schritt gemacht: Sie verlängerten Ihren Vertrag langfristig – trotz Angebote großer Vereine wie dem FC Barcelona …

Ich versuche auch da, einfach cool zu bleiben und mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Ich habe mich für einen neuen Vertrag entschieden, weil ich mich hier gut aufgehoben und am richtigen Platz fühle. Es macht mich stolz, dass mir ein neuer Vertrag angeboten wurde. Und mein nächstes Ziel und mein nächster großer Traum ist jetzt, in der Europa League zu spielen. Dann wäre ich überglücklich.

Dennoch träumen Sie sicher davon, für einen großen Klub zu spielen. Gibt es ein Wunschziel?

Natürlich will ich irgendwann in einer Topliga spielen und mich gegen die Allerbesten beweisen. Einen Lieblingsverein habe ich allerdings nicht, zu dem ich unbedingt möchte. Letztlich muss ich mich dort wohlfühlen und mir ist auch wichtig, dass sich meine Familie wohlfühlt. Aber ganz oben mitzuspielen ist natürlich mein Ziel. Das ist hier in Salzburg aktuell auf jeden Fall gegeben.

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Im Verein läuft es sportlich bisher gut, Sie stehen vor einer spannenden Rückrunde im Verein. Für die deutsche U17 haben Sie auch schon gespielt. Haben Sie einen Plan, wann es mit der A-Nationalmannschaft klappen soll?

Jeder Spieler arbeitet darauf hin, für sein Land nominiert zu werden und mit der Nationalmannschaft aufzulaufen, auch bei der Europameisterschaft und Weltmeisterschaft dabei zu sein. Dafür muss ich mich im Verein weiter gut präsentieren. Und wenn Joachim Löw mich anruft und einladen will, habe ich da natürlich kein Problem damit. (lacht)

„Adeyemi schießt Salzburg zum Europa-League-Titel“ oder „Löw nominiert Adeyemi überraschend für die EM 2020“ – welche Überschrift würden Sie lieber lesen?

(Denkt lange nach) Puh, das ist nun wirklich schwer zu beantworten. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich es schon gerne lesen, meinem Team zu einem Titel zu verhelfen. Aber wenn ich bis zum Sommer solch gute Leistungen zeige, dann könnte der zweite Schritt ja sein, dass Jogi Löw auf mich aufmerksam wird und ich bald für die Nationalmannschaft spiele. (lacht)

Karim Adeyemi (rechts) unterhält sich auf dem Trainingsgelände von Red Bull Salzburg mit SPORTBUZZER-Reporter Roman Gerth.
Karim Adeyemi (rechts) unterhält sich auf dem Trainingsgelände von Red Bull Salzburg mit SPORTBUZZER-Reporter Roman Gerth. © SPORTBUZZER
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Wie ist Ihr Verhältnis zu Instagram, Facebook und Co. – gibt es vom Verein eine Vorgabe, wie die Spieler damit umgehen sollen?

Ich finde es nicht schlimm, wenn man mal sein Trikot postet oder Ähnliches. In gewisser Weise ist man ja stolz auf das, was man erreicht hat. Ich würde jetzt nicht protzen, das wäre falsch. Es ist aber aus meiner Sicht kein Problem, wenn man es nicht übertreibt. Wichtig ist aber, dass mich das nicht vom Wesentlichen ablenkt.

Ist das kein großes Problem in einem Team mit vielen jungen Spielern?

Nein, ich glaube, eher das Gegenteil ist der Fall. Als junger Spieler ist man bestenfalls eher vorsichtiger, um keinen Ärger zu bekommen. Die meisten sind dann klug genug, nicht zu viel oder das Falsche zu posten.