18. Mai 2020 / 08:11 Uhr

Nächster Reformantrag für dritte Liga, Abbruch-Befürworter in der Kritik

Nächster Reformantrag für dritte Liga, Abbruch-Befürworter in der Kritik

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Magdeburger Stadion darf bis zum 27. Mai kein Mannschaftstraining und kein Geisterspiel stattfinden.
Im Magdeburger Stadion darf bis zum 27. Mai kein Mannschaftstraining und kein Geisterspiel stattfinden. © Imago Images/Schroedter
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Während über eine Aufstockung diskutiert wird, rügt Tom Eilers, der Chef des Drittliga-Ausschusses, Vereine, die nicht weiterspielen wollen.

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Leipzig. Die 3. Fußball-Liga soll mittelfristig auf 22 Teilnehmer aufgestockt und allen Regionalliga-Meistern der direkte Aufstieg ermöglicht werden. Diesen Antrag wollen die Landesverbände aus Sachsen und Thüringen beim Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes am 25. Mai einbringen. Am Freitag hatten sich beide Verbände mit den Drittliga-Managern vom 1. FC Magdeburg, dem Halleschen FC, Carl Zeiss Jena und dem FSV Zwickau zusammengeschaltet.

Dabei wurde über die Themen des DFB-Bundestages diskutiert. Die Clubs bekräftigten ihren Willen, die aktuelle Saison abzubrechen. Zudem stellten die Vereine ihre Zukunftsmodelle für die Liga vor. „Das ist eine sehr gute Idee, die aus Magdeburg und Jena kam, welche wir gern beim DFB-Bundestag als Antrag einbringen. Besonders die Idee, dass endlich alle Meister der Regionalliga ab 2021 aufsteigen, ist längst überfällig“, sagte Hermann Winkler, Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes.

Liga Drei mit 24 Teams?

In dieser Saison soll es keine Absteiger geben, die Clubs auf den Plätzen eins und zwei sollen in die 2. Liga aufsteigen, aus der zwei Absteiger kommen. Aus den Regionalligen gibt es vier Aufsteiger. Die Staffelsieger der Regionalligen Nord, Südwest und Bayern steigen direkt auf, die Meister von Nordost und West müssen den Vierten in zwei Relegationsspielen ermitteln. Ein Szenario ist, dass in den Entscheidungsspielen der 1. FC Lok Leipzig auf den SC Verl trifft.

In der Saison 2020/21 würde die 3. Liga dann mit 24 Mannschaften spielen. Ein Modell aus Magdeburg sieht vor, dass 2020/21 sieben Clubs absteigen und fünf aufsteigen. Jena schlägt vor, dass zunächst sechs absteigen und vier aufsteigen. In beiden Szenarien soll die 3. Liga ab der Spielzeit 2021/22 dann 22 Clubs umfassen, wovon fünf absteigen.

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Verlängerung der Saison „selbst eingebrockt“

Die vier Ostclubs wünschen sich allesamt einen Saisonabbruch. In der sich gerade etwas beruhigenden Debatte über die Fortsetzung der Liga wirft nun deren Ausschuss-Chef einigen Vereinen eine bewusste Hinhalte-Taktik vor.

Dem MDR sagte Tom Eilers, dass es sich die Clubs die mögliche Verlängerung der Saison bis in den Juli „selbst eingebrockt“ hätten. Der DFB hatte seine Statuten bereits dahingehend angepasst, dass die Saison auch über den 30. Juni hinaus laufen könnte. „Aus meiner Sicht ist das bewusst so gewesen, dass einige Clubs sagen, wir können noch nicht wieder anfangen, dies und jenes klappt nicht, wir können dies und jenes nicht“, sagte der Jurist in der Sendung „Sport im Osten“.

„Äußerst unsolidarisch“

Am Freitag hatte der DFB bekanntgegeben, dass der geplante Neustart der 3. Liga am 26. Mai nicht haltbar sei, da noch nicht alle Mannschaften ins volle Training einsteigen konnten. Denn in Sachsen-Anhalt (bis 27. Mai) und Thüringen (bis 5. Juni) sind vorerst Mannschaftstraining und Wettkämpfe von den Behörden verboten worden. Das betrifft den 1. FC Magdeburg, den Halleschen FC und Carl Zeiss Jena.

Vor allem das Hygienekonzept wurde als Hindernis der Clubs angegeben, die die Spielzeit vorzeitig beenden wollen. Eilers, Präsidiumsmitglied von Zweitligist Darmstadt, betonte, dass allen Drittligisten ausreichend Geld zur Verfügung gestellt worden sei und dass es eher am Fleiß mangele. „Im Moment ist es äußerst unsolidarisch, was einige Clubs hier machen, die den Willen der Mehrheit bewusst ignorieren und untergraben. Das ist persönlich ein Skandal, muss ich sagen, und das führt dazu, dass die Liga selber sich extremst schlecht verkauft.“