27. September 2020 / 21:15 Uhr

Regen-Renntag in Seidnitz wird abgebrochen

Regen-Renntag in Seidnitz wird abgebrochen

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Pferde waren nach dem zweiten Start nicht mehr auf der Bahn, sondern nur noch die Rennleitung. Das Ergebnis: Abbruch.
Pferde waren nach dem zweiten Start nicht mehr auf der Bahn, sondern nur noch die Rennleitung. Das Ergebnis: Abbruch. © imago images/Galoppfoto
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Ausgerechnet beim Zuschauer-Debüt zieht die Rennleitung nach zwei Prüfungen die Notbremse. Sieben Starts fallen ins Wasser.

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Dresden. Die Wettervorhersagen ließen schon nicht viel Gutes ahnen. Stundenlanger Dauerregen ging über Sachsen nieder. Am Ende kam es sogar noch schlimmer als befürchtet. Der fünfte Renntag auf der Galopprennbahn in Dresden-Seidnitz war bereits nach zwei Rennen wieder beendet – die restlichen sieben Starts fielen buchstäblich ins Wasser. Denn als die Reiter am Sonnabend nach der zweiten Prüfung aus dem Sattel stiegen, signalisierten sie, dass das Geläuf gefährlich glatt und rutschig sei. Sofort begaben sich Rennleitung, einige Jockeys, Trainer und die Verantwortlichen des Dresdner Rennvereins auf die Bahn. Keine zehn Minuten später folgte der Abbruch.

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Steffen Runki, Sprecher der Rennleitung, erklärte: „Aufgrund des seit 16 Stunden andauernden starken Regenfälle hat nach zwei Rennen die Hälfte der Reiter darauf hingewiesen, dass es auf diesem Geläuf zu gefährlich wird, weiter Rennen zu veranstalten. Nach der Begehung haben wir einstimmig beschlossen, die folgenden Rennen nicht mehr durchzuführen.“ Jockey Eduardo Pedroza fand die Absage korrekt: „Die Entscheidung ist nachvollziehbar, denn die Pfützen werden immer größer und das Wasser läuft nicht ab. In ein knietiefes Loch zu treten, ist einfach lebensgefährlich“, so der erfahrene Reiter.

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Jockey-Sprecher Alexander Pietsch, der extra wegen zwei Rennen aus Köln in seine alte Heimat gereist war, sah das ebenso: „Klar ist es ärgerlich, wenn man die weite Reise umsonst gemacht hat. Aber zum Schutz der Reiter und Pferde geht es nicht anders. Nach wochenlanger Trockenheit konnte die Bahn das Wasser nicht so schnell aufnehmen.“ Sein Kollege Martin Seidl bestätigte: „Es ist zu gefährlich. Wir wären mit keinem guten Gefühl mehr in den Sattel gestiegen.“

Natürlich betrübte Rennvereins-Präsident Michael Becker der Abbruch des Renntages, der erstmals in dieser Saison mit Zuschauern durchgeführt werden konnte: „Das ist schon sehr traurig. Doch die Gesundheit von Mensch und Tier steht im Vordergrund. Leider ist der finanzielle Schaden für uns schon enorm und es tut mir auch leid für die vielen Leute, die diesen Renntag wochenlang aufopferungsvoll vorbereitet haben.“

Dabei hatte der Renntag aus Dresdner Sicht noch sehr erfolgreich begonnen. Im ersten Rennen setzte sich Favorit Novika aus dem Stall von Lokalmatadorin Claudia Barsig souverän durch. Im zweiten Rennen schlug Stefan Richters Auckland dem Top-Favoriten Lascalo ein Schnippchen, siegte nach einem spannenden Schluss-Spurt hauchdünn. Und der Seidnitzer Trainer durfte sich sogar noch über den dritten Platz des Stallgefährten Key to Success freuen. Damit geht dieser kurze Renntag mit einer einhundertprozentigen Siegquote Dresdner Pferde in die Annalen ein. Der Umsatz nach diesen beiden Rennen betrug am Ende nur 35.544,02 Euro.