12. Juni 2021 / 15:02 Uhr

Aufstiegstraum zum Greifen nah! Havelse gewinnt in letzter Sekunde in Schweinfurt

Aufstiegstraum zum Greifen nah! Havelse gewinnt in letzter Sekunde in Schweinfurt

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Pure Ekstase: Havelse-Kapitän Tobias Fölster brüllt nach seinem Last-second-Siegtreffer seine ganze Freude heraus.
Pure Ekstase: Havelse-Kapitän Tobias Fölster brüllt nach seinem Last-second-Siegtreffer seine ganze Freude heraus. © Debbie Jayne Kinsey
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In letzter Sekunde! Der TSV Havelse hat im Relegations-Hinspiel beim 1. FC Schweinfurt 05 den ersten Schritt in Richtung Drittliga-Aufstieg gemacht. Mit der letzten Aktion schoss Kapitän Tobias Fölster die Havelser zum 1:0-Sieg. Damit hat die Zimmermann-Elf eine Top-Ausgangsposition für das Rückspiel.

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Der Traum vom Aufstieg lebt - mehr denn je! Ein Freistoßtreffer von Tobias Fölster in der vierten Minute der Nachspielzeit hat das Tor zur 3. Liga für den TSV Havelse ganz weit geöffnet. Mit etwas Glück, aber auch verdient, gewann der TSV Havelse das erste Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga beim 1. FC Schweinfurt mit 1:0 (0:0) und kann nun im Rückspiel in Havelse am 12. Juni den Einzug in den Profifußball klarmachen.

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Immer, wenn es darauf ankommt, sei seine Mannschaft bislang auch da gewesen, hatte der Havelser Trainer Jan Zimmermann vor dem Spiel gesagt. Und so war es auch dieses Mal. Von Beginn an ging sein Team engagiert und konzentriert ans Werk, dass die Havelser in Schweinfurt ihr erstes Pflichtspiel nach mehr als sieben Monaten Zwangspause machten, war dem TSV-Team nicht anzumerken.

Bilder vom Relegations-Hinspiel des TSV Havelse beim 1. FC Schweinfurt 05

Havelses Kapitän Tobias Fölster im Kopfballduell mit Schweinfurts David Grözinger. Zur Galerie
Havelses Kapitän Tobias Fölster im Kopfballduell mit Schweinfurts David Grözinger. ©

Havelse kauft Schweinfurt den Schneid ab

Es war ein wirklich guter Auftakt, den die Niedersachsen da gegen den Bayern-Meister hinlegten, zum perfekten Start fehlte den Gästen nur ein wenig Glück. Nach dem zweiten Havelser Eckball in der zweiten Minute konnte der Schweinfurter Torwart Luis Zwick den Kopfball von Kevin Schumacher gerade noch entschärfen. Danach landete der Ball bei Tobias Fölster, dessen Kopfball FC-Stürmer Adam Jabiri auf der Torlinie klärte.

Und die Havelser ließen nicht locker. Mit enormer Laufbereitschaft, Leidenschaft und viel Tempo in ihren Aktionen kauften sie dem Bayern-Meister den Schneid ab und kamen immer wieder zu guten Chancen. Nach einem Freistoß von Leon Damer zielte Noah Plume mit dem Außensrist nur knapp am Tor vorbei (16.Minute), nach einem weiteren Eckball für den TSV lenkte FC-Torhüter Zwick den abgefälschten Kopfball von Noah Plume gerade noch um den Pfosten (37.).

Damer überzeugt als Jaeschke-Ersatz

Die als Favorit ins Spiel gegangenen Schweinfurter machten den Eindruck, als seinen sie vom selbstbewussten Auftritt und der Gegenwehr der Havelser überrascht und kamen nur langsam ins Spiel. Einmal musste TSV-Keeper Norman Quindt im Duell mit dem Schweinfurter Stürmer Amar Suljic Kopf und Kragen riskieren, in der 20. Minute half Quindt bei einem Kopfball von Daniel Adlung der Außenpfosten.

Als Ersatz für Yannik Jaeschke, der nach seiner Verletzung zumindest wieder im Kader war und auf der Ersatzbank saß, wirbelte Damer im Sturmzentrum und sorgte immer wieder mit seiner Schnelligkeit für Gefahr. Die Innenverteidigung mit Fölster und Niklas Tasky ließ kaum etwas zu, auf der linken Abwehrseite machte Niklas Teichgräber ein ganz starkes Spiel und schaltete sich immer wieder in die Offensivaktionen ein. Beide Mannschaften gingen ein enorm hohes Tempo, Tore fielen jedoch erst einmal nicht.

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Schumacher-Schuss landet am Pfosten

Die erste gute Chance hatten nach der Pause wieder die Havelser. Doch der Schuss von Schumacher landete am linken Außenpfosten (60.).Wieder fehlten nur ein paar Zentimeter, verdient hatte sich das Zimmermann-Team die Führung zu diesem Zeitpunkt allemal. Zum Ende der Partie mussten beide Mannschaften ihrem hohen Tempo Tribut zollen.

Weil die Kräfte immer mehr nachließen, gab es kaum noch Chancen, dafür immer wieder Fouls, die den Spielfluss unterbrachen. Alle schienen sich mit einer Nullnummer abgefunden zu haben. Nur TSV-Kapitän Fölster nicht. Sein Freistoß landete unter großer Mithilfe von FC-Torwart Zwick, der den Ball durch die Hände flutschen ließ, in der vierten Minute der Nachspielzeit im Tor. Schiedsrichter Robert Kampka pfiff das Spiel danach gar nicht mehr an.

Rückspiel am Samstag in Havelse

Der Jubel beim Havelser Team über das unerwartete späte Geschenk war groß, überglücklich fielen sich Spieler und Trainerteam in die Arme. So soll es auch in einer Woche nach dem Rückspiel (Samstag, 13 Uhr, Willhelm-Langrehr-Stadion) sein. Dass die Havelser die Qualität und Klasse haben, den Bayern-Meister noch einmal zu besiegen und damit in die 3. Liga auszusteigen, haben sie mit einer starken Leistung beim Auswärtssieg in Schweinfurt eindrucksvoll bewiesen.

TSV Havelse: Quindt – Kina, Fölster, Tasky, Teichgräber – Meien (86. Rufidis), Plume, Langfeld, Cicek (65. Bremer), Schumacher – Damer (90. Lakenmacher).