23. März 2021 / 20:00 Uhr

Regionalliga-Abbruch droht: So reagieren Lok Leipzig, BSG Chemie und Meuselwitz

Regionalliga-Abbruch droht: So reagieren Lok Leipzig, BSG Chemie und Meuselwitz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
ZFC-Trainer Holm Pinder (l.) und BSG-Coach Miroslav Jagatic
ZFC-Trainer Holm Pinder (l.) und BSG-Coach Miroslav Jagatic erhoffen sch aus der NOFV-Sitzung mehr Klarheit darüber, wie es in der Regionalliga Nordost weitergeht. © Mario Jahn/PICTURE POINT/Roger Petzsche
Anzeige

Der Saisonabbruch lässt sich in der Regionalliga Nordost kaum noch verhindern. Der SPORTBUZZER hat sich bei Vereinen wie Lok Leipzig, Viktoria Berlin, dem ZFC Meuselwitz und der BSG Chemie dazu umgehört und Stimmen eingesammelt.

Anzeige

Leipzig. Das Aus ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Regionalliga Nordost steht nach den jüngsten Beschlüssen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie wohl unmittelbar vor einem Saisonabbruch. Schon am Mittwochabend könnte dieser in die Wege geleitet werden, wenn sich der NOFV mit den Clubs per Videokonferenz zusammenschaltet. „Die Konzeptlosigkeit der gesamten Politik lässt unsere Regionalliga-Pläne in weite Ferne Rücken“, sagte NOFV-Präsident Hermann Winkler am Dienstag. „Es muss alles auf den Prüfstand. Ich kann einen Abbruch nicht mehr ausschließen.“

Anzeige

Die Regionalliga-Vereine der Region nehmen die Botschaft unterschiedlich auf. So glaubt Martin Mieth nicht an einen endgültigen Saisonabbruch. Vielmehr vermutet der Geschäftsführer des 1. FC Lok Leipzig, dass über eine Deadline beraten und diese womöglich gesetzt wird. „Wenn wir etwas entscheiden könnten, wäre das natürlich gut“, gibt er dennoch zu. Eine aufgeblähte Regionalliga Nordost im Falle der Absetzung der Abstiegsregel fürchtet der dienstälteste von drei Geschäftsführern der Probstheidaer nicht. „Uns stört das nicht“, sagt Mieth mit Verweis auf die unteren Profiligen Englands. Dort gehen 24 Teams an den Start.

Privileg auf den Platz zu können

Miroslav Jagatic hofft, dass überhaupt etwas beschlossen wird. „Es ist gut, wenn es überhaupt eine Entscheidung gibt, damit wir so etwas wie Planungssicherheit haben. Es wäre wohl die beste Lösung in der jetzigen Situation, wenn man abbricht“, sagt der Trainer der BSG Chemie Leipzig. Jagatic sieht vor allem die Zuschauerproblematik. „Es ist ja kaum vorstellbar, dass in absehbarer Zeit Fans im Stadion dabei sein könnten, das ist für unseren Verein so oder so existenzberohend.“

Sportlich sei es paradox für einen Trainer, so viel Zeit mit der Mannschaft zum Üben zu haben. „Das werden wir nutzen, ganz klar, zumal es ein Privileg ist, überhaupt auf den Platz zu können. Andererseits gehe ich fest davon aus, dass der Sächsische Landespokal noch gespielt werden wird. Da haben wir mit Zwickau einen Gegner, der Woche für Woche spielt und im Flow ist. Das aus der Kalten zu bestreiten, wäre eine doppelte Herausforderung. Aber natürlich stellen wir uns der.“

Viktoria Berlin hofft auf Aufstieg

Holm Pinder, Vizepäsident und Trainer des ZFC Meuselwitz, hofft wie Jagatic auf Klarheit bei der NOFV-Sitzung am Mittwoch: „Wichtig wäre, dass wir endlich eine Entscheidung bekommen, die bindend ist.“ Ein sofortiges Saisonende würde er jedoch bedauern. „Kommt der Abbruch, wäre das sicherlich schade, weil wir in den vergangenen Wochen schon so viel gemacht haben und auf einem guten Stand sind. Dass wir wieder testen dürfen, war ja eigentlich auch ein Zeichen dafür, dass es bald wieder losgehen könnte, aber danach sieht es nun nicht mehr aus.“

Beim Tabellenführer Viktoria Berlin würde man den Abbruch begrüßen. „Angesichts der aktuellen Situation kann man nicht fordern, dass wir weiterspielen wollen“, sagte Sportdirektor Rocco Teichmann. Die einzige Konsequenz aus seiner Sicht wäre der Aufstieg seiner Mannschaft in die 3. Liga. „Das wäre ein logischer Weg. Viktoria hat es verdient“, sagte Teichmann und hofft angesichts des großen Vorsprungs auf einmütige Zustimmung der Konkurrenz.

Mehr aus der Regionalliga Nordost

Letztlich dürfte wie in der Vorsaison die Quotientenregel angewendet werden. Dann wäre Viktoria in der 3. Liga. Im Tabellenkeller könnte TeBe Berlin (10 Spiele/9 Punkte) noch an Optik Rathenow (13/11), dem ZFC Meuselwitz (13/11) und an Germania Halberstadt (13/11) vorbeiziehen. Um Streitigkeiten generell zu vermeiden, plädiert Teichmann für eine erneute Aussetzung des Abstiegs. Letzte Saison profitierte Lok von der Quotientenregelung und wurde nach 23 Spieltagen zum Meister gekürt.

von Tom Bachmann, Anton Kämpf, Jens Fuge, Johannes David