30. Juni 2020 / 22:37 Uhr

Regionalliga-Aufstieg: „Wir wollen nicht nur Statisten sein“

Regionalliga-Aufstieg: „Wir wollen nicht nur Statisten sein“

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Die Trainer des I. SC 05 freuen sich auf die Regionalliga
Die Trainer des I. SC 05 freuen sich auf die Regionalliga © Foto: Brömsen
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Nach dem Losglück am Montagabend spielen die C-Junioren des I. SC Göttingen 05 in der kommenden Saison in der höchsten Spielklasse ihrer Altersklasse. Im Tageblatt-Interview spricht Jan Steiger über den Aufstieg, die Bedeutung für den Verein und ehrgeizige Ziele.

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Die Fußball-Saison der U15-Junioren des I. SC Göttingen 05 hat ziemlich mäßig begonnen – am Ende stand jedoch ein guter 4. Platz. Nach dem Losglück am Montagabend spielen die C-Junioren in der kommenden Saison in der höchsten Spielklasse ihrer Altersklasse. Im Tageblatt-Interview spricht Jan Steiger über den Aufstieg, die Bedeutung für den Verein und ehrgeizige Ziele.

Herr Steiger, wie war Ihre erste ­Reaktion, nachdem das „Los 05“ gezogen wurde?

Ich war einfach sprachlos. Das kommt bei mir selten vor. Die Eltern und Spieler haben sich sehr gefreut. Sicherlich wird die Regionalliga-Saison für die meisten Spieler eine einmalige Geschichte sein. Zumal es bisher kein Team aus der Region in der C-Jugend in diese Spielklasse geschafft hat. Daher bin ich ziemlich stolz und dankbar zugleich.

Wie kam es dazu, dass die 05-Junioren überhaupt im Lostopf waren?

Zunächst einmal muss man den Spielern des Jahrgangs 2005 Respekt zollen – auch dem Trainerteam Luca Bock und Markus Gutheil. Die Mannschaft hatte keinen guten Start, hat sich aber im Laufe der Hinserie deutlich gesteigert. Das Team hat einen großen Anteil daran, dass wir jetzt die Möglichkeit bekommen, in der höchsten Liga zu spielen.

Nachdem ich eine Information erhalten hatte, dass sowohl der Meister der Landesliga als auch der Zweite und Dritte nicht aufsteigen werden, sind wir in den Dialog mit dem Bezirksjugendausschuss getreten und haben uns beworben. Dieser Antrag ging an den NFV – am vergangenen Sonnabend haben wir die Nachricht bekommen, dass wir beim Losverfahren dabei sind. Da der Osnabrücker SC seine Bewerbung frühzeitig zurückgezogen hat, waren letztlich nur noch drei Teams – TSV Havelse, JFV Verden/Brunsbrock und wir – im Topf.

U14-Kapitän Laurin Böll freut sich auf die Regionalliga

Die U15 war nur Tabellenvierter, ­Havelse hingegen Tabellenführer. Ist das gerecht?

Die gesamte Corona-Zeit ist eine besondere Konstellation. Ein Losverfahren hat immer mit Glück zu tun. Ich finde grundsätzlich eine sportliche Entscheidung schöner. Vielleicht hätte man auch einfach drei Teams aufsteigen lassen können. Ich muss aber auch sagen, dass wir vor fünf Jahren mit dem Jahrgang 2000 einmal richtig Pech hatten. Damals war der Aufstieg nicht möglich, weil der Verein keinen Unterbau vorweisen konnte. Wir haben mit dem TSV seit einigen Jahren ein gutes Verhältnis und haben uns bereits ausgetauscht.

Was bedeutet Ihnen persönlich die Regionalliga, welche Ziele ­haben Sie?

Das habe ich mir nicht träumen lassen. In der Jugend habe ich als U13-Trainer begonnen und ein paar Jahre später bin ich in der Regionalliga angekommen. Ich gehe aber mit viel Demut an die Aufgabe heran. Der Aufstieg ist wichtig für die Entwicklung des Vereins. Das ist eine einmalige Chance. Sicherlich hätten wir auch in der Landesliga eine gute Rolle gespielt. Die Vorfreude überwiegt, aber es wird auch Phasen geben, in denen es nicht so läuft. Wir wollen aber definitiv nicht nur Statisten sein und streben den ein oder anderen Coup an.

Wie gehen Sie das Abenteuer ­Regionalliga an?

Wir werden auf jeden Fall jede Sekunde genießen und wollen auch den ein oder anderen größeren Gegner ärgern. Letztlich haben wir sehr viel Respekt, aber wir wollen stets mutig auftreten. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst. Der Jahrgang 2006 hat tolle Jahre hinter sich – jetzt ändert sich einiges. Wir müssen eine Schippe darauflegen. Wir planen mit vier Trainingseinheiten in der Woche. Das hätten wir vermutlich aber auch in der Landesliga so gemacht. Der Kader wird mit sieben neuen Spielern verstärkt. Insgesamt planen wir mit 22. Wir sind schon ziemlich gut aufgestellt und haben eine breite Qualität. Wir müssen aber noch professioneller arbeiten und mit der Aufgabe wachsen. Das Team wird von einem Trainer-Trio (Mats Lüttmann, Justus Richter und mir) trainiert. Da sind wir richtig gut besetzt.

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Auf welche Teams freuen Sie sich besonders?

Hannover 96, Eintracht Braunschweig und den VfL Wolfsburg. Alle NLZs sind aber echt Hausnummern. Gegen Bremen und den HSV habe ich als Trainer bisher noch nicht gespielt. In den Heimspielen gegen diese Klubs hoffen wir auf Festtage und erwarten einen hohen Zuschauerzuspruch.