31. Juli 2020 / 16:07 Uhr

Ex-Bayern-Talent Stingl zieht für Stipendium und College-Klub in die USA

Ex-Bayern-Talent Stingl zieht für Stipendium und College-Klub in die USA

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Matthias Stingl zieht es nach Bosten.
Matthias Stingl zieht es nach Bosten. © imago/pmk/pixabay/Montage
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Matthias Stingl schaffte beim FC Bayern fast den Sprung in den Profi-Bereich. Knapp drei Jahre später lebt der Regionalliga-Spieler einen anderen Traum. Stingl plant ein großes USA-Erlebnis mit Sportstipendium in Boston und Einsätzen für den College-Klub UMass Lowell River Hawks.

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Der Weg für ein neues Abenteuer ist frei: Matthias Stingl darf wahrscheinlich wie geplant Anfang August in die USA einreisen. Es fehlt nur noch die Visumsbestätigung. Mit seinem neuen College-Verein UMass Lowell River Hawks ist alles geklärt. Der Regionalliga-Spieler vom SV Wacker Burghausen ist wohl zum Trainingsstart am 10. August vor Ort. Doch direkt angreifen kann der 22-Jährige noch nicht.

"Ich stehe nach einer Kreuzband-Operation Ende 2019 aktuell bei ungefähr 80 Prozent. Ich denke, dass ich erst Ende August, Anfang September richtig ins Mannschaftstraining einsteigen kann", sagt Stingl im Gespräch mit #GABFAF. Platzen lässt die schwere Verletzung die neue Herausforderung nicht. Das frühere Talent des FC Bayern München hatte bereits im vergangenen Jahr das Sportstipendium erhalten und alles unterzeichnet. "Die Verantwortlichen waren von meiner Vita überzeugt und haben sich auch einige Spiele über das Internet angeschaut", erklärt der 22-Jährige.

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Stingl kickt in der Jugend zunächst für den SV Winzer, FC Vilshofen sowie die SpVgg Grün-Weiß Deggendorf, bevor es im Juli 2012 nach München geht. Fünf Jahre spielt der Deggendorfer für den Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters. Er trainiert unter Carlo Ancelotti sogar bei den Profis mit, verpasst aber den Sprung in den Bundesliga-Kader. "Ich war sechs Wochen lang in der Vorbereitung mit dabei und bin dann zum SC Paderborn gewechselt", blickt Stingl zurück. Beim SCP bleibt er nur eine Saison in der dritten Liga, dann geht´s zurück nach Bayern zu Wacker Burghausen in die Regionalliga.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

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Der heute 22-Jährige kann die Unterschiede zwischen dem Profi- und Amateur-Bereich aus eigener Erfahrung gut unterscheiden. "Bei den Profis spielen die Ernährung und der richtige Schlaf eine viel wichtigere Rolle. Als Amateur ist man für sich selbst verantwortlich und muss selbst mit der Situation klarkommen. Auch das Training unterscheidet sich total. Bei den Profis ist alles perfekt miteinander abgestimmt. Da musst du richtig abliefern und das machen, was vorgeschrieben ist", sagt Stingl.

Die Vorteile im Amateurfußball

Der Mittelfeldspieler mag das Leben des Amateurfußballers. "Da hat man den Vorteil, das Leben frei genießen zu können. Da ist man nicht so eingeengt und kann an sich an den Wochenenden frei bewegen. Das hat immer richtig Spaß gemacht, nicht diesen krassen Leistungsdruck zu haben", meint der BWL-Student. Bei seiner Zeit in München lernt der 22-Jährige die andere Seite des Profi-Geschäfts kennen. Eine Seite, über die sich nur wenige im Vorfeld Gedanken machen.

"Da wirst du als junger Spieler auch mal richtig zusammengepfiffen, obwohl man nichts gemacht hat. So etwas vergisst man nie. Aber es gab in München auch viele richtig schöne Erlebnisse wie das Bundesliga-Finale mit der U19 vor 35.000 Zuschauern in Dortmund", so Stingl. Die "brutale Erfahrung" mit unter anderem dem verschossenen Elfmeter vor der "Gelben Wand" nimmt ihm keiner mehr. Für das USA-Abenteuer ist Stingl nach zwei Jahren Regionalliga gerüstet. Jetzt zählt aber mehr das Sportstipendium als die früher mal angedachte Karriere als Profi-Fußballer.