14. Mai 2020 / 20:22 Uhr

Regionalliga: Mehrheit für Meister-Relegation zwischen Lübeck und Wolfsburg!

Regionalliga: Mehrheit für Meister-Relegation zwischen Lübeck und Wolfsburg!

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Darf am Ende doch noch gejubelt werden? Die Mehrheit der Klubs in der Regionalliga ist für eine Relegtion zwischen dem VfL II und dem VfB Lübeck, der an der Spitze steht.
Darf am Ende doch noch gejubelt werden? Die Mehrheit der Klubs in der Regionalliga ist für eine Relegtion zwischen dem VfL II und dem VfB Lübeck, der an der Spitze steht.
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Für die Fußball-Regionalliga Nord ist nach einer Video-Konferenz der Klubs eine Entscheidung über den Rest der Saison nähergerückt. Als sicher kann gelten: Die Spielzeit wird abgebrochen. Und: Der Tabellenzweite VfL Wolfsburg II darf auf den Aufstieg hoffen. Denn es bahnt sich eine Relegation der Top-Teams an.

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Für die Fußball-Regionalliga Nord ist nach einer Video-Konferenz der Klubs eine Entscheidung über den Rest der Saison nähergerückt. Als sicher kann gelten: Die Spielzeit wird abgebrochen. Noch unklar ist, wie der Aufstieg geregelt wird. Aber: Auch der Tabellenzweite VfL Wolfsburg II darf offenbar noch hoffen. Denn es bahnt sich eine Relegation der Top-Teams an. Details will der Norddeutsche Fußball-Verband erst am Freitag bekannt geben, der SPORTBUZZER erfuhr allerdings: Es gab in der gut zweistündigen Sitzung am Donnerstag Abstimmungen. Eindeutig war dem Vernehmen nach das Votum in Sachen Fortsetzung der Spielzeit. Die Serie soll demnach NICHT fortgesetzt werden. Absteiger soll es nicht geben.

Regionalliga: VfL Wolfsburg II - VfB Lübeck

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Regionalliga: VfL Wolfsburg II - VfB Lübeck © Roland Hermstein

Wie die Saison mit Blick auf den Aufstieg in die 3. Liga gewertet wird, dafür gab es Vorschläge - und auch Abstimmungen. Der VfL II hatte durch seinen Sportlichen Leiter der VfL-Fußball-Akademie Pablo Thiam vor einigen Wochen den Gedanken an eine Relegation der Top-Teams aufgebracht, die später vom VfB Lübeck, dem Spitzenreiter schwer ("Relegationsunsinn") attackiert wurde. Möglicherweise auch deshalb, weil dieser Gedanke auch andere Befürworter hatte.

Und plötzlich lag dieser Vorschlag auf dem Tisch: Die Abstimmung darüber, ob nach dem Abbruch der Meister per Quotientenrechnung (Spiele geteilt durch Punkte) festgestellt oder durch eine Relegation ermittelt wird, fiel knapp aus. Und: Sie fiel mit 8:6 zugunsten einer Relegation aus. Ob diese Abstimmung aber auch umgesetzt wird, ist offen. Möglicherweise wird noch weiter beraten, eventuell bis nach dem DFB-Bundestag am 25. Mai. Zumal letztlich nur ein Verbandstag über den Abbruch der Saison beschließen kann, für den es noch keinen Termin gibt.

Fortsetzung mit Geisterspielen, Abbruch und Wertung via Quotient sowie Fortsetzung ab dem 1. September: Das sind die drei Möglichkeiten, die der Norddeutsche Fußball-Verband allen 18 Regionalligisten zur Auswahl stellte. So wollte sich der Verband seit Montagabend (4. Mai) ein Meinungsbild der Klubs einholen, bis Mittwoch (7. Mai, 12 Uhr) hatten die Vereine Zeit zu antworten. Mit dem Prozedere war Thiam allerdings nicht einverstanden.

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„Wir wundern uns schon über den jetzigen Vorgang. In den letzten Wochen gab es keine Kommunikation zwischen den Vereinen und dem Verband und auf einmal sollen wir uns innerhalb von zwei Tagen für eine vorgeschlagene Variante entscheiden. Die Vereine wurden bisher nicht mit ins Boot geholt“, hatte Thiam kritisiert: „Vom Verband hat man in letzter Zeit wenig über die Regionalliga Nord gehört. Das kommt alles sehr plötzlich.“ Der VfL II kreuzte deshalb nach Informationen des SPORTBUZZER auch keinen der vorgegeben Vorschläge an. Doch bei der Konferenz am Donnerstag lag dann offenbar der ursprünglich gar nicht angebotene Vorschlag einer Relegation zur Abstimmung auf dem Tisch.

Der VfL II, schon dreimal als Meister in der Relegation zur 3. Liga gescheitert, darf also noch hoffen. In diesem Jahr dürfte der Meister ausnahmsweise einmal direkt aufsteigen. Doch Platz eins belegt Lübeck, bei einem ausgetragenen Spiel mehr hat der VfB fünf Punkte Vorsprung, würde den auch bei Quotientenregelung behalten. Doch die dürfte eigentlich nicht zum Tragen kommen. Der VfL gab am Donnerstag keine Auskunft zur Sitzung. Akademie-Pressesprecher André Hahn: "Wir äußern uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht, sondern warten die offizielle Erklärung des Norddeutschen Fußball-Verbandes ab."