17. Juni 2020 / 14:01 Uhr

"Der beste Kompromiss": So soll das Spielsystem der Regionalliga Nord zur neuen Saison aussehen

"Der beste Kompromiss": So soll das Spielsystem der Regionalliga Nord zur neuen Saison aussehen

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sie sind sich einig: Die beiden Regionalliga-Trainer Jan Zimmermann (links, TSV Havelse) und Martin Polomka (HSC Hannover)
Sie sind sich einig: Die beiden Regionalliga-Trainer Jan Zimmermann (links, TSV Havelse) und Martin Polomka (HSC Hannover) © Christian Hanke
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Zwei 11er-Staffeln nach regionalen Gesichtspunkten eingeteilt und eine anschließende Meister- und Abstiegsrunde - dieses Modell für die neue Saison der Regionalliga Nord hat der Spielausschuss des Norddeutschen Fußball-Verbandes den Vereinen vorgestellt.

Am 25. Juni wird die Regionalliga-Saison 2019/2020 auf dem außerordentlichen Verbandstag des Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) mit großer Wahrscheinlichkeit abgebrochen.

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22 Teams sind für eine Staffel zu viel

Weil der VfB Lübeck zwar in die 3. Liga aufsteigt, allerdings keine Mannschaften absteigen soll und mit dem VfV 06 Hildesheim, SV Atlas Delmenhorst, FC Teutonia Ottensen 05, FC Oberneuland und 1. FC Phönix Lübeck fünf Oberligisten aufsteigen, musste sich der Spielausschuss überlegen, wie er eine Saison mit 22 Teams über die Bühne bringen will. Mit der zusätzlichen Schwierigkeit, dass niemand weiß, wann diese beginnen wird.

Die Lösung des Spielausschusses um Jürgen Stebani, die den Vereinen am Dienstag in einer Videokonferenz vorgestellt worden ist und die auf dem Verbandstag zur Abstimmung gestellt wird: Die Regionalliga Nord wird in der neuen Spielzeit nach regionalen Gesichtspunkten auf zwei 11er-Staffel aufgeteilt.

So sehen die Abschlusstabellen für die Mannschaften aus der Region Hannover nach Anwendung des Quotienten aus

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In den beiden Staffel spielt Jeder gegen Jeden, mit Hin- und Rückrunde. Nach Abschluss der Qualifikationsstaffeln werden die zehn punktbesten Teams in der Meisterrunde die Mannschaft ermitteln, die in der Relegation gegen den bayerischen Regionalligisten um den Aufstieg in die 3. Liga kämpft.

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Punkte sollen mitgenommen werden

Demnach müssten die errungenen Punkte aus der Vorrunde mitgenommen werden. "Das soll so sein, ist aber noch nicht final", sagt Stebani. "Das würde ja auch Sinn machen, ansonsten ist die Qualifikation wertlos." Die übrigen zwölf Mannschaften spielen in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt.

"Hintergrund der zahlenmäßig ungleichen Staffeln ist, dass der Meister die Aufstiegsspiele zur 3. Liga zu absolvieren hat und eine zeitliche Flexibilität, anders als in der Abstiegsrunde, nicht gegeben ist", begründet der NFV in einer Pressemitteilung.

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Unklar ist noch wie die beiden 11er-Staffeln aussehen werden, also auf wen die drei hannoverschen Teams Hannover 96 II, TSV Havelse und HSC Hannover treffen werden. "Die endgültige Zusammensetzung wird mit Hilfe eines Berechnungstool erarbeitet und zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben", schreibt der NFV.

"Dieser Spielbetrieb ist durchaus durchdacht"

Ebenfalls unklar: Wie viele Mannschaften müssen aus der Abstiegsrunde den Gang in die Oberliga antreten? "Darüber haben wir noch nicht abschließend beraten", sagt Stebani. Allerdings wird angestrebt, dass die Sollzahl von 18 Teams in der 4. Liga in zwei Spielzeiten wieder hergestellt werden soll.

Und: Wann kann wieder gekickt werden? „Der Spielbetrieb in zwei Staffeln mit Hin- und Rückspielen durchaus durchdacht“ sagt Stebani. „Im Falle eines sehr späten Beginns oder sogar einer zweiten Infektionswelle, könnten wir auf eine Austragung einer einfachen Punktrunde zurückgreifen und so wertvolle Zeit gewinnen.“

Bilder vom Training des TSV Havelse (12. Mai)

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Deniz Cicek schaut dem gepassten Ball hinterher. ©

Und was sagen die Hannoveraner? "Sportlich ist es nicht die fairste Lösung", meint HSC-Manager Frank Kittel, "aber unter den gegebenen Umständen ist das der beste Kompromiss, den man finden konnte."


96-Reserve will sich den Gegebenheiten anpassen

Diese Lösung mache für viele Vereine Sinn, sagt 96-Reservetrainer Christoph Dabrowski. "Für viele sind die Vielzahl der Spiele und die Entfernungen eine große Herausforderung."

Und dennoch trauert er den Vergleichen mit den Reserveteams sowie den weiteren Teams aus dem hohen Norden nach. "Flensburg war eine richtige Männertruppe, der HSV, St. Pauli, diese Spiele fallen weg. Wir werden versuchen, uns den Gegebenheiten anzupassen und das Optimum herauszuholen", sagt Dabrowski.

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