11. März 2021 / 20:28 Uhr

Havelse in Pole-Position: So plant der NFV die Fortsetzung der unterbrochenen Saison

Havelse in Pole-Position: So plant der NFV die Fortsetzung der unterbrochenen Saison

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Unterschiedliche Voraussetzungen bei Leon Damer und dem TSV Havelse und dem HSC um Gürkan Öney.
Unterschiedliche Voraussetzungen bei Leon Damer und dem TSV Havelse und dem HSC um Gürkan Öney. © Christian Hanke
Anzeige

Keine Auf- und Abstiegsrunde in der Regionalliga Nord: Ab Anfang April soll die Vorrunde zu Ende gespielt werden, der Bestplatzierte aus beiden Vorrundenstaffeln dann gegen den Vertreter Bayerns um den Aufstieg in die 3. Liga kämpfen dürfen. Der TSV Havelse ist nach den Plänen des NFV in einer sehr guten Position.

Sie haben geplant, wieder verworfen, gehofft, neu geplant – und verharren mehr denn je in den Startlöchern. „Vor drei Wochen“, sagt Wolfgang Lange, Sprecher der 22 Vereine aus der Regionalliga Nord, „lagen wir noch im Koma. Und jetzt ist da ein Lichtstreif am Horizont.“ Nur, und dieses Wort ist in fette Anführungszeichen zu setzen, das grüne Licht der Politik fehlt ihnen.

Anzeige

Auf der Videokonferenz am Montag stellte der Verband den Klubs seinen Plan vor. Dass es nach der Vorrunde keine Auf- und Abstiegsrunde geben würde, war aufgrund der Kürze der Zeit abzusehen. Nun soll spätestens Anfang April lediglich die Vorrunde zu Ende gespielt werden. „Das wäre die sportlichste aller Lösungen“, sagt Jürgen Stebani, Vorsitzender des Spielausschusses.

Mehr Berichte aus der Region

Bleiben zwei Fragen: Wie viele Teams müssen runter und wer geht am 12. und 19. Juni in die Aufstiegsrelegation gegen den Vertreter aus Bayern? Laut Stebani sollen voraussichtlich die drei Letztplatzierten absteigen, also sechs Klubs. Und auf der anderen Seite der Tabelle „steigt der Bestplatzierte aus beiden Vorrundenstaffeln, der gemeldet und die Lizenz bekommen hat, auf“, sagt Stebani.

Anzeige

Was grandiose Nachrichten für den TSV Havelse sind. Die Garbsener stehen mit 20 Zählern auf Platz eins, aus ihrer Südstaffel haben nur der VfB Oldenburg (14 Punkte), die 96-Reserve (13) und der VfL Wolfsburg II (9) für die 3. Liga gemeldet. Aus der Nordstaffel nehmen Teutonia Ottensen (16) und der Hamburger SV II (15) am Lizenzierungsverfahren teil. Die Garbsener würden also auf der Pole-Position ins Aufstiegsrennen gehen. „Wenn das dann so beschlossen wird, macht das unsere Situation nicht schlechter“, sagt Jan Zimmermann, Trainer und Sportlicher Leiter in Garbsen.

Der HSC darf derzeit nicht einmal trainieren

Die 4. Liga in Bayern befindet sich ebenfalls seit Ende Oktober vergangenen Jahres im Corona-Winterschlaf. Einzelne Teams müssen noch 14 Spieltage der Saison 2019/20 absolvieren. Mit Viktoria Aschaffenburg, der SpVgg Bayreuth und dem 1. FC Schweinfurt haben aber auch nur drei Teams aus dem Spitzenquartett die Drittligalizenz beantragt.

Ganz andere Sorgen hat der HSC, mit sechs Punkten Vorletzter der Vorrundentabelle. Denn im Gegensatz zu Havelse, der 96-Reserve und vielen anderen Viertligisten haben die Bothfelder keine Ausnahmegenehmigung fürs Training bekommen; zumal sie aufgrund der hohen Inzidenz derzeit ohnehin nicht auf die städtische Anlage dürfen. „Wir versuchen gerade, eine Lösung hinzubekommen, um wenigstens Einzeltraining anbieten zu können“, sagt HSC-Manager Frank Kittel.

Aber vielleicht erreicht ja auch NFV-Präsident Günter Distelrath bei seinem Vorhaben, in diesen Tagen noch einmal aktiv auf die Politik zuzugehen, etwas.