22. Mai 2020 / 18:15 Uhr

Nord-FV will alle fünf Regionalligen abbrechen: HSC gerettet, Lübeck Meister

Nord-FV will alle fünf Regionalligen abbrechen: HSC gerettet, Lübeck Meister

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sie werden sich in der neuen Saison nicht wiedersehen: Der HSC Hannover (rechts Maurice Kleinert) ist zwar aller Voraussicht nach gerettet, der VfB Lübeck wird allerdings bald Drittligist sein.
Sie werden sich in der neuen Saison nicht wiedersehen: Der HSC Hannover (rechts Maurice Kleinert) ist zwar aller Voraussicht nach gerettet, der VfB Lübeck wird allerdings bald Drittligist sein. © Florian Petrow
Anzeige

Aus heiterem Himmel kam diese Entscheidung nicht, bezüglich der Aufstiegsfrage überrascht sie dann allerdings doch. Das NFV-Präsidium hat am Freitag einstimmig einen Antrag für den außerordentlichen Verbandstag beschlossen. Die Saison soll abgebrochen, der Abstieg ausgesetzt werden und ansonsten die Quotientenregel zur Anwendung kommen. Der HSC Hannover wäre damit gerettet, der VfB Lübeck Meister.

Anzeige
Anzeige

Wann über die Zukunft der fünf Regionalligen bei den Männer, Frauen und Junioren entschieden werden soll, ist noch offen. Ende Juni will der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) einen außerordentlichen Verbandstag einberufen, auf dem dann der Umgang mit der Saison 2019/2020 entschieden wird. Seit Freitag gibt es den ersten Antrag, den das NFV-Präsidium in einer Videoschalte einstimmig beschlossen hat.

Wölfe-Reserve schaut wohl in die Röhre

Demnach soll die Spielzeit abgebrochen werden, Absteiger soll es nicht geben und die Aufstiegsfrage über die Quotientenregel geklärt werden. Am Beispiel der Regionalliga Nord der Männer bedeutet dies: Der HSC Hannover ist gerettet, der VfB Lübeck wäre Meister und damit Drittligist, der VfL Wolfsburg II würde in die Röhre schauen - wenn der Antrag auf dem Verbandstag eine einfache Mehrheit findet.

Ein Überblick: Das ist der Status quo bei Deutschlands Landesverbänden. Stand: 21. Mai 2020.

<b>Schleswig-Holstein:</b> Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit, wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert.

 Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  Zur Galerie
Schleswig-Holstein: Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. "Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit", wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert. Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  ©

Die Relegationsrunde zwischen den Lübeckern und dem Tabellenzweiten VfL Wolfsburg II, die beim Treffen der 18 Vereine im virtuellen Raum am 14. Mai noch eine knappe Mehrheit von 8:6 gefunden hatte, wird es damit nicht geben. Diesen Vorschlag, den die Wölfe-Reserve selbst ins Rennen geschickt hatte, lehnt das Präsidium ab. "Der VfB Lübeck ist in allen Konstellationen der Tabelle an der Spitze, daher das klare Votum für den Aufstieg des VfB Lübeck,“ sagte NFV-Präsident Günter Distelrath.

Fünf Aufsteiger, 22 Mannschaften in der Regionalliga

Ferner beschloss das Präsidium, auf die Relegationen zwischen den aufstiegsberechtigten Teams aus Hamburg (FC Teutonia Ottensen 05), Bremen (FC Oberneuland) und Schleswig-Holstein (1. FC Phönix Lübeck) sowie dem Tabellen-16. der Regionalliga Nord (Altona 93) und dem Vizemeister der Oberliga Niedersachsen (SV Atlas Delmenhorst) zu verzichten. Zusammen mit dem Oberliga-Meister aus Niedersachsen, dem VfV 06 Hildesheim, steigen alle vier Teams direkt auf.

Das bedeutet allerdings auch, dass die Regionalliga Nord in der neuen Saison (wann auch immer diese beginnen wird) mit 22 Mannschaften an den Start gehen wird. Deswegen will der NFV-Spielausschuss um Jürgen Stebani in den kommenden Wochen über die Durchführung der Liga beraten und den Vereinen anschließend verschiedene Modelle zur Diskussion vorlegen. Dem Vernehmen nach läuft es wohl auf zwei 11er-Staffeln mit Hin- und Rückrunde sowie anschließender Meister- und Abstiegsrunde hinaus.

Mehr aus dem kleinen Fußball

"Ich habe immer gesagt", meint Jan Zimmermann, Sportlicher Leiter und Trainer des TSV Havelse, "dass es darum geht, die Lösung zu finden mit den wenigsten Verlierern, und danach sieht es aktuell für mich aus." Wobei es nun darum gehe, "ein vernünftiges Konzept auf die Beine zu stellen, wie der Spielbetrieb in der neuen Saison aussehen kann".

Frank Kittel, Manager des HSC Hannover, war überrascht von der Entscheidung. Wobei irritiert trifft es wahrscheinlich besser. "Ich bleibe dabei und dazu stehe ich auch: Die Quotierung ist für mich sowohl für den Auf-, als auch den Abstieg keine faire Lösung. Ich frage mich, warum wir dann überhaupt abgestimmt haben."

Das dürfte sich der VfL Wolfsburg II, der einzige Verlierer beim NFV-Vorschlag, auch fragen.