11. November 2020 / 18:53 Uhr

"Ohne Training kein zeitnaher Re-Start": Nordstaffel bittet Politik um Rückkehr auf Platz

"Ohne Training kein zeitnaher Re-Start": Nordstaffel bittet Politik um Rückkehr auf Platz

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Im Startblock: Der TSV Havelse (links, Leon Damer) und der HSC Hannover (Gürkan Örney). Wolfgang Lange (kleines Bild) bringt es mit einer Aussage auf den Punkt.
Im Startblock: Der TSV Havelse (links, Leon Damer) und der HSC Hannover (Gürkan Örney). Wolfgang Lange (kleines Bild) bringt es mit einer Aussage auf den Punkt. © Christian Hanke/Kevin Quadt
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"Für einen Havelser sind 450 Euro genauso viel wert wie für Robert Lewandowski zwei Millionen." Die Regionalliga Nord hat drei Tage nach dem Nordosten in einem Brief an die Minister um die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs gebeten. 

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Die Regionalliga West spielt weiter, Bayern ist in der Winterpause, die Staffeln Nord, Nordost und Südwest hängen in der Luft.

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Sie sagen artig bitte

Drei Tage nach dem Nordostdeutschen Fußballverband hat nun auch der Norddeutsche Fußball-Verband in einem Brief an die Minister um die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs in der 4. Liga gebeten. Sie sagen artig bitte – und gehen doch in den Kampfmodus über.

Die Netzreaktionen zum Remis von Hannover 96 gegen Erzgebirge Aue

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Die Netzreaktionen zum torlosen Remis von Hannover 96 gegen Erzgebirge Aue. ©

Bereits kurz nach dem deutschlandweiten Lockdown hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Leistungszentren sowie Vereine und Kapitalgesellschaften der 1. und 2. Liga über den Trainingsbetrieb von Fußballern, die über die Berufsgenossenschaft (BG) versichert sind, informiert.

"Üben einen Beruf aus"

Und ihnen geraten, mit den zuständigen Behörden in Kontakt zu treten. Denn laut den Verbänden sind Kicker im bezahlten und BG-versicherten Fußball nicht den Amateuren zuzuordnen, „sondern üben einen Beruf aus“.

Wolfgang Lange, Mitglied im Regionalliga-Ausschuss und stellvertretender Geschäftsführer des TSV Havelse, betont: „Für einen unserer Spieler sind 450 Euro genauso viel wert wie für Robert Lewandowski zwei Millionen.“

"Wettbewerbsgleichheit"

NFV-Präsident Günter Distelrath bittet in seinem Brief an die Innen- und Sportminister der Bundesländer Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein stellvertretend um „Wettbewerbsgleichheit“ zu den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

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In der Regionalliga Nord sei die überwiegende Anzahl der Spieler als Vertragsspieler gemeldet, für die die Vereine Sozialversicherungsbeiträge abführen.

"Ohne Training kein zeitnaher Re-Start"

Der Trainingsbetrieb als Ausübung der beruflichen Tätigkeit sollte rechtlich möglich und zulässig sein. „Ohne Trainingsalltag kann kein zeitnaher Re-Start unter gleichen Wettbewerbsvoraussetzungen erfolgen“, heißt es weiter.

Es gibt aber auch Vereine wie den HSC, die anderer Meinung sind. „Dieser Brief spiegelt nicht das aktuelle Bild der Corona-Pandemie wider. Und wir haben ob des flexiblen Modells doch gar keine Not, in diesem Jahr noch unbedingt spielen zu müssen“, sagt HSC-Manager Frank Kittel. „Und das haben wir so auch kommuniziert.“

Auch Oberneuland darf trainieren

Der SV Werder Bremen II darf seit Beginn des Lockdowns mit einer Ausnahmegenehmigung trainieren, auf die seit letzter Woche auch die 96-Reserve hofft. Jene Genehmigung, die am Mittwoch auch der FC Oberneuland erhielt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten beraten am Montag (16. November) turnusmäßig über die weitere Vorgehensweise.