15. Mai 2020 / 14:35 Uhr

Regionalliga Nord: So stimmten die 18 Klubs bei der NFV-Videokonferenz

Regionalliga Nord: So stimmten die 18 Klubs bei der NFV-Videokonferenz

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der HSC kann voraussichtlich mit einem weiteren Jahr in der Regionalliga Nord planen. Der VfB Lübeck und der VfL Wolfsburg II hängen in der Warteschleife fest.
Der HSC kann voraussichtlich mit einem weiteren Jahr in der Regionalliga Nord planen. Der VfB Lübeck und der VfL Wolfsburg II hängen in der Warteschleife fest.
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Verhaltene Freude hier, ungeklärte Aufstiegsfragen da: Die erste gemeinsame Videokonferenz zwischen den 18 Vereinen der Regionalliga Nord und dem Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) hat dem HSC Hannover voraussichtlich den Klassenerhalt beschert und lässt den VfB Lübeck und den VfL Wolfsburg II im Unklaren.

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"Endlich passiert was!“ Die Freude im Whatsapp-Chat des HSC Hannover war groß – aber eben auch verhalten. „Es ist ja noch nichts amtlich“, sagt HSC-Trainer Martin Polomka.

Saisonabbruch, keine Absteiger

Nach der ersten gemeinsamen Videokonferenz zwischen den 18 Vereinen der Regionalliga Nord und den Verantwortlichen des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) gibt es zumindest ein eindeutiges Meinungsbild: Die Saison 2019/2020 soll abgebrochen werden, Absteiger soll es nicht geben.

Wird dieses Votum auf dem außerordentlichen Verbandstag (voraussichtlich Ende Juni) beschlossen, bliebe der HSC viertklassig. Trotz nur 15 Punkten aus 24 Spielen. Auch wenn es niemand öffentlich zugeben würde: Sie dürften sich einen Ast abgefreut haben an der Constantinstraße.

Ein Überblick: Das ist der Status quo bei Deutschlands Landesverbänden. Stand: 21. Mai 2020.

<b>Schleswig-Holstein:</b> Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit, wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert.

 Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  Zur Galerie
Schleswig-Holstein: Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. "Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit", wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert. Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  ©

Dementsprechend sind auch die Aussagen von HSC-Manager Frank Kittel alles andere als verwunderlich: „Ich empfinde den Saisonabbruch ohne Absteiger als die sportlich fairste Lösung. Die Quotientenregelung mit Absteigern hätte die Kellerkinder bestraft.“

Eine große Unbekannte bleibt

Die Planungen seien ohnehin zweigleisig gelaufen. „Wir werden jetzt weiter planen, aber mit dem Schwerpunkt auf der Regionalliga“, sagt Kittel. „Natürlich mit der großen Unbekannten, die es immer noch gibt, wie und wann es weitergehen kann.“

So viel Einigkeit, wie sie die Klubs bei zwei Punkten bewiesen haben, so uneins waren sich die 18 Klubs bei den beiden Aufstiegsfragen.

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Havelse, Rehden, Flensburg und Kiel II enthalten sich

Acht Vereine stimmten für eine Relegation zwischen Tabellenführer VfB Lübeck und VfL Wolfsburg II (96 II, Hamburg II, Wolfsburg II, Bremen II, Altona, Oldenburg, HSC, Drochtersen/Assel), sechs (Lüneburg, Lübeck, St. Pauli II, Heide, Norderstedt, Jeddeloh) wollten die Lübecker mithilfe der Quotientenregelung zum Meister machen und vier (Havelse, Rehden, Flensburg, Kiel II) enthielten sich.

Wie viele Mannschaften steigen in die 4. Liga auf? Folgt dem Spitzenreiter der Oberliga Niedersachsen (VfV 06 Hildesheim) auch dessen Verfolger (Atlas Delmenhorst), der ja eigentlich eine Relegation gegen den Viertletzten der 4.Liga spielen würde?

Und steigen aus der Aufstiegsrunde zwischen der Bremen-Liga (FC Oberneuland) sowie den Oberligen Hamburg (TuS Dassendorf) und Schleswig-Holstein (1. FC Phönix Lübeck) drei, statt nur zwei Teams auf? Offen.

Distelrath rechnet mit Rückzug von SFV-Antrag

Dass der Antrag des Saarländischen Fußball-Verbandes für den außerordentlichen Bundestag am 25. Mai auf eine zweigleisige 3. Liga angenommen werde, sei unrealistisch und eine Planung mit ungelegten Eiern, sagte ein Konferenzteilnehmer.

„Ich glaube, dass das Saarland seinen Antrag zurückziehen oder überarbeiten wird, weil die Umsetzung in der Kürze der Zeit nicht möglich sein wird“, soll NFV-Präsident Günter Distelrath hierzu gesagt haben.

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Muss auch mal sein: Koldingens Imad Saadun muntert Sehndes Daniel Neitzke mit einem Klaps auf. Zur Galerie
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Steigen fünf Klubs auf, wäre die Nord-Staffel auf 22 Teams aufgebläht. „Dann hätten wir acht Spieltage mehr und das wäre schlichtweg unmöglich“, sagte Spielausschussvorsitzender Jürgen Stebani. „Eine 22er-Staffel wäre für mich der Horror“, sagte ein Konferenzteilnehmer. „Undenkbar, das wird ein absolutes Chaos“, ein weiterer.

Verbandstag soll Thema Haftungsrisiko klären

Mit diesen Sorgen war ein Auftrag für den Verbandsspielausschuss verbunden, der am Dienstag zum nächsten Mal tagt. Mögliche Denkmodelle nach Informationen vom SPORTBUZZER: Zwei 11er-Staffeln oder eine einfache Runde mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde.

Vereine und Verband treffen sich in zwei Wochen im virtuellen Raum wieder. Unterdessen werde die Planung eines außerordentlichen Verbandstages „mit Geschwindigkeit vorangetrieben“ (Distelrath). „Damit wir bei einem Abbruch das Thema Haftungsrisiko klären können.“ Das Meinungsbild solle demnach die Grundlage für den Präsidiums-Entscheidung sein, die beim Verbandstag zur Abstimmung gestellt werden soll.

96-Reserve zufrieden, Havelse wartet ab

„Wir sind mit dem Meinungsbild zufrieden und froh, zeitnah zu wissen, wie es weitergeht“, sagt Michael Tarnat, Leiter der 96-Akademie. Jan Zimmermann, Trainer und Sportlicher Leiter des TSV Havelse, betont: „Am Ende ist ja noch nichts passiert. Man muss gucken, dass man das Modell mit der fairsten Lösung findet, und gefühlt haben wir das noch nicht.“