13. November 2020 / 18:06 Uhr

Während die Nord-Staffel still steht: Im Westen wird ohne Corona-Tests weitergespielt

Während die Nord-Staffel still steht: Im Westen wird ohne Corona-Tests weitergespielt

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
In der Regionalliga West läuft der Ball weiter, flächendeckend getestet wurde dort bis zuletzt aber nicht. Währenddessen kämpft der NFV noch um eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs.
In der Regionalliga West läuft der Ball weiter, flächendeckend getestet wurde dort bis zuletzt aber nicht. Währenddessen kämpft der NFV noch um eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs. © imago images/Markus Endberg
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Die Regionalliga-Staffeln Nord, Nordost und Südwest hängen in der Luft, während im Westen weiter gespielt wird. Das sorgte nun für Ärger, weil die Vereine ihre Spieler offenbar keinen regelmäßigen Corona-Tests unterzogen. Im Norden wird man die Geschehnisse aufmerksam verfolgen.

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Das dürfte die Nord-Regionallisten um den TSV Havelse, Hannover 96 II und den HSC Hannover aufhorchen lassen. Während der NFV wie viele andere Landesverbände um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs kämpft, läuft der Ball in der Regionalliga West weiter - obwohl man es dort mit den Coronaschutzmaßnahmen augenscheinlich nicht so genau nahm.

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Nach Angaben des Spiegel wurden die Spieler der West-Regionalligisten in den vergangenen Wochen trotz der Fortsetzung des Spielbetriebs nicht getestet - und zogen so den Ärger der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf sich. Zwar seien Tests angekündigt, aber keine verbindlichen Abmachungen getroffen worden. In Absprache mit dem Westdeutschen Fußballverband (WDFV) hatte die Staatskanzlei die vierte Liga als Spielklasse mit professionellen Strukturen eingestuft und damit die Grundlage für die Fortsetzung des Spielbetriebs während des Shutdowns geschaffen.

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Staatssekretärin übt Kritik - WDFV-Präsidium wehrt sich

„Ich bin davon ausgegangen, dass sich die Vereine im Hinblick auf die Tests auch wie Profivereine verhalten, nachdem sie als solche eingestuft wurden“, wird Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport, vom Nachrichtenmagazin zitiert. Sie habe den Verband nun aufgefordert, „schnellstmöglich entsprechende Testungen der Spieler“ vorzunehmen.

Laut Verband sollen demnächst 48 Stunden vor Spielen Schnelltests eingesetzt werden. „Spätestens ab nächster Woche“, sagte WDFV-Präsidiumsmitglied Manfred Schnieders, „wir mussten das erst organisieren, schneller ging das nicht.“

NFV kämpft noch um Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Auch der NFV hat in einem offenen Brief darauf gepocht, die Regionalligaklubs als Profivereine einzustufen. Denn laut Verbans sind Kicker im bezahlten und BG-versicherten Fußball nicht den Amateuren zuzuordnen, „sondern üben einen Beruf aus“.

Wolfgang Lange, Mitglied im Regionalliga-Ausschuss und stellvertretender Geschäftsführer des TSV Havelse, betont: „Für einen unserer Spieler sind 450 Euro genauso viel wert wie für Robert Lewandowski zwei Millionen.“ Sollte es zu einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs kommen, dürfte die Frage der Test-Praxis nach dem Negativbeispiel NRW wohl zuerst gründlich geklärt werden.