05. Dezember 2021 / 19:00 Uhr

Schock und Ärger: FSV unterliegt Energie und bangt um Keeper Thoms (mit Galerie)

Schock und Ärger: FSV unterliegt Energie und bangt um Keeper Thoms (mit Galerie)

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Reaktion von FSV-Abwehrspieler Stefan Rankic nach dem dritten Gegentreffer der Luckenwalder im Spiel gegen Energie Cottbus.
Die Reaktion von FSV-Abwehrspieler Stefan Rankic nach dem dritten Gegentreffer der Luckenwalder im Spiel gegen Energie Cottbus. © Frank Neßler
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Regionalliga Nordost: Der FSV 63 Luckenwalde holt ein 0:2 gegen Energie Cottbus auf, verliert aber 2:3 – Torwart André Thoms schwer verletzt.

Die Luckenwalder Regionalligafußballer haben zum Auftakt der Rückrunde 2021/22 keine weiteren Punkte eingefahren. Sie verloren am Sonntagnachmittag ihr Heimspiel gegen Energie Cottbus mit 2:3 (0:2). Es ist die vierte Pflichtspielniederlage in Folge für das Team von FSV-Trainer Michael Braune. Überschattet wurde die Partie des 20. Spieltages von einer schweren Verletzung des Luckenwalder Schlussmanns André Thoms. Der Ex-Cottbuser musste nach einem Zusammenprall in der Anfangsphase der Begegnung minutenlang auf dem Platz behandelt werden und kam ins Krankenhaus. Konstantin Filatow übernahm für ihn den Platz zwischen den Pfosten bei den Gastgebern.

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Der Schock saß tief. Besonders bei den Luckenwaldern. Anders ist das Zustandekommen des ersten Gegentores nicht zu erklären. Nur wenige Augenblicke nach der Auswechslung von Keeper Thoms unterlief der FSV-Hintermannschaft ein folgenschwerer Fehler. Nutznießer war Maximilian Pronichev, der die Gäste in der 19. Minute mit seinem 13. Saisontor in Führung brachte.

In Bildern: 2:3-Niederlage des FSV 63 Luckenwalde gegen Energie Cottbus zum Rückrundenstart.

2:3-Niederlage des FSV 63 Luckenwalde (gelb-blaue Spielkleidung) gegen Energie Cottbus zum Rückrundenstart in der Fußball-Regionalliga Nordost. Zur Galerie
2:3-Niederlage des FSV 63 Luckenwalde (gelb-blaue Spielkleidung) gegen Energie Cottbus zum Rückrundenstart in der Fußball-Regionalliga Nordost. © Frank Neßler

Die Luckenwalder hatten in dieser Phase des Spiels komplett den Faden verloren. Nur sechs Minuten später legten die Gäste nach. Jonas Hildebrandt (25.) verwandelte einen Foulelfmeter sicher zum 2:0 für Energie. Nur langsam fanden die Hausherren, die vor 753 Zuschauern im Seelenbinder-Stadion durchaus mit Elan gestartet waren, zurück in die Begegnung. Zwar hätte Axel Borgmann frei am langen Pfosten stehend nach gut einer halben Stunde sogar noch auf 3:0 für Cottbus stellen können, er jagte das Leder weit über das FSV-Tor, aber die Luckenwalder tauchten wieder öfters im Energie-Strafraum auf. Nach einem Freistoß wurde der Nachschuss von Pascal Borowski aus dem Gewühl heraus von einem Cottbusser Abwehrbein erst kurz vor der Linie aufgehalten.


Sieben Minuten Nachspielzeit in der ersten Halbzeit wegen der Behandlung von Thoms zeigte Schiedsrichter Rasmus Jessen an. Tore fielen zwar keine mehr, aber die Gäste waren beim Gang in die Kabinen nur noch zu zehnt. Der Cottbusser Arnel Kujovic sah nach Ballwegschlagens die Ampelkarte.

Gelb-Rot für Christian Flath

Mit einem Mann mehr auf dem Feld starteten die Luckenwalder mit Beginn der zweiten Halbzeit die Aufholjagd. Sie ergriffen die Initiative, der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Tim Göth (56.) markierte den Anschlusstreffer nach guter Vorarbeit von Christian Flath auf der linken Angriffsseite. Die Hausherren waren wieder im Geschäft und überragend zurückgekommen. Wenig später erzielten die Luckenwalder den 2:2-Ausgleich. Torschütze Dennis Rothenstein (59.) drückte den Ball, nachdem Cottbus-Keeper Toni Stahl einen Kopfball pariert hatte, über die Linie. Die Partie war wieder offen.

Doch die Luckenwalder schwächten sich in ihrer besten Phase selbst. Für ein unnötiges Foul in Höhe der Mittellinie sah Flath, der bereits in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit verwarnt worden war,  ebenfalls die Gelb-Rote Karte. Der bis dahin beste Mann der Luckenwalder musste in der 65. Spielminute das Feld verlassen.

Erik Engelhardt schießt Energie zum Sieg

Personell nun nicht mehr in Unterzahl kamen die Gäste aus der Lausitz wieder besser ins Spiel. Die Luckenwalder schafften es kaum noch, für Entlastung zu sorgen. Sie ließen sich in die eigene Hälfte zurückdrängen. Nur mit viel Glück konnten die Hausherren in der Schlussphase mehrmals einen Einschlag verhindern. Die Entscheidung in dieser Begegnung fiel dann spät und nach einem Standard. Ein Einwurf der Luckenwalder landete beim Gegner, daraus resultierte ein Freistoß. Der wurde scharf in den Luckenwalder Strafraum gebracht, wo Erik Engelhardt (87.) den Ball zum 3:2 der Lausitzer im FSV-Tor versenkte.

„Ich glaube, wenn wir das Spiel mit elf Mann zu Ende gespielt hätten, dann wären wir als Sieger vom Platz gegangen“, resümierte FSV-Co-Trainer Steve Müller, „so ist es eine ganz bittere Niederlage. Wir waren letztlich nicht clever genug. Die Niederlage ist schade, denn wir haben zu Hause gegen eine große Mannschaft unserer Staffel wieder ein gutes Spiel gemacht und sind am Ende leer ausgegangen. Das zieht sich jetzt schon durch die ganze Saison.“

Auch FSV-Cheftrainer Michael Braune haderte mit der „saudummen Gelb-Roten Karte“ für seine Mannschaft. „Wir hatten nach dem Ausgleich das Momentum komplett auf unserer Seite“, erklärte der Luckenwalde Coach, „mit dem Platzverweis haben wir uns das Spiel kaputt gemacht. Hinten heraus hat Energie dann verdient gewonnen. Das ist der Unterschied.“

FSV 63 Luckenwalde: Thoms (18. Filatow) – Rankic, Hadel, Francisco, Göth, Borowski (46. Bogdan), Becker, Flath, Butendeich (76. Neumann), Schmahl, Rothenstein (76. Plumpe).